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2016 wird ein Jahr der Verunsicherung

O tempora, o mores! – was für Zeiten, was für Sitten! -, so würde sich der Lateiner im Moment zu den Märkten äußern.

Aktuell sind die Märkte in zwei Lager gespalten. Die gnadenlosen Optimisten und die realistischen Pessimisten.

Dementsprechend agieren auch die Märkte. An einem Tag stürzt die Finanzwelt zusammen und am nächsten Tag ist alles nicht so schlimm. Mit nüchternen Worten ausgedrückt: Es gibt keine einheitliche Richtung.

Die Vorzeichen sind negativ

Dabei sind die Vorzeichen eindeutig. Viel negativer kann es nicht mehr werden. Man braucht sich eigentlich nur vor Augen zu halten, dass das größte deutsche Finanzinstitut, die Deutsche Bank, 6 Mrd. Euro Verlust macht – das sagt alles aus. Und dieser Bank soll man dann auch noch sein Geld anvertrauen…?

Die Märkte würden eigentlich schon seit langem kollabieren, wenn nicht so viel Geld im Umlauf wäre und wenn die Zinsen nicht bei Null stünden. Die Investmentfonds und Versicherungsgesellschaften sind so gezwungen, in die Aktienmärkte zu investieren.

Das neuzeitige Motto lautet: Je schlimmer die Nachrichten, desto mehr Geld wird es geben und desto besser ist es für den Aktienmarkt.

Der Euro wird künstlich hoch gehalten

Auch die Währung Euro müsste schon lange im Keller sein, aber sie wird künstlich hoch gehalten, damit das amerikanische Wirtschaftswachstum nicht im Keim erstickt.

Was vielen Politkern nicht bewusst sein will, ist die Tatsache, dass es auch in der Wirtschaft eine Konsolidierung geben muss. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang und soll deshalb auch so sein. Dagegen zu steuern bringt nur Blasen und irgendwann den totalen Zusammenbruch.

Es ist einfach typisch: In dem Moment, in dem der Mensch eingreift, werden vor allem neue, noch größere Probleme produziert.

TTIP: ein Verbrechen

Letzten Donnerstag war es nach zweijährigen geheimen Verhandlungen den Bundestagsmitgliedern erlaubt, einige Auszüge aus dem geplanten Handelsabkommen TTIP einzusehen.

In diesem Fall muss man sagen, dass dies ein kosmischer Witz ist: Verboten sind Kopien, Notizen, Fotos oder das Hinzuziehen von Experten – allein die Abgeordneten dürfen das Machwerk einsehen. Und für die englischen Texte gibt es jeweils nur einen Übersetzer für 3 Abgeordnete. Wie schon gesagt: Ein Witz.

Wir schreiben ja schon lange über dieses Thema und erst jetzt wird vielen bewusst, dass es in diesem Abkommen nicht um Zölle geht, sondern um eine gesetzliche Neuordnung zu Ungunsten Europas.

Dieses Abkommen dürfte, wenn es denn verabschiedet wird, wahrscheinlich eines der größten Wirtschaftsverbrechen in der Menschheit sein, welches in einer sogenannten Demokratie durchgeführt wird.

Aber TTIP bringt tatsächlich auch Vorteile. Ansonsten könnte man es der Öffentlichkeit gar nicht verkaufen. Die Zölle fallen weg und das wird den deutschen Konsumenten erfreuen.

Es ist aber allgemein ein Irrglaube, dass Zölle teuer sind. Europa ist sicherlich das beste Beispiel dafür. Wirtschaftliche Grenzen wurden mit der Begründung der Kosteneinsparung irgendwie abgeschafft und bisher hat es nur Geld gekostet. Denken Sie nur an Griechenland und was sonst noch auf uns zukommen wird.

2016 wird turbulent

Auf jeden Fall wird das Jahr 2016 das Jahr der Verunsicherung werden. Es stehen in den USA Neuwahlen an, unsere Kanzlerin ist angezählt, Italien ist kurz vor dem Bankrott, Portugal hat schon einen Hilfsantrag in Brüssel gestellt, die Zinsen bleiben niedrig…. etc.

Dies soll uns aber alles nicht kümmern. Unsere Majors (Haupthandelswährungen) werden nicht verschwinden. Steigt das eine, fällt das andere. Es ist daher ziemlich egal, was die Welt und die Politik veranstalten. Wir müssen nur auf der richtigen Handelsseite stehen.

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Über den Autor Daniel Fehring

Daniel Fehring entdeckte schon in frühen Jahren seine große Leidenschaft für die Finanzwelt und hat das Traden als Börsenhändler von der Pieke auf gelernt.

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