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Süßer die Kassen nie klingen: Frohe Weihnachten für den Einzelhandel

Die Schokoladenweihnachtsmänner lachen uns nun schon seit einigen Wochen wieder aus den Regalen in den Kaufhäusern an, passend dazu erklingen die ersten Weihnachtslieder aus den Lautsprechern der Geschäfte, die winterliche Dekoration in Straßen und Schaufenster nimmt zu… War es einem bisher noch recht wenig winterlich ums Herz, dürfte sich das spätestens beim Blick auf den Kalender ändern: Viele von uns werden sich schon am Sonntag in einer Woche gemütlich Stollen und Lebkuchen am 1. Adventswochenende schmecken lassen.

Während wir uns alle auf die ruhigeren Tage des Jahres freuen, Tage an denen man sich im festlich geschmückten Heim im Kreise der Liebsten auf das Wesentliche besinnen kann, stehen uns kurz zuvor noch einige Strapazen bevor: Die Rede ist vom vorweihnachtlichen Shopping-Stress, auf den nicht nur ich, sondern auch einige von Ihnen, liebe Leser, mit Sicherheit gut verzichten könnten.

Unternehmen und Konsumenten im Weihnachtsrausch

Auch vergangenes Weihnachten habe ich mir wie schon so oft vorgenommen, die Weihnachtseinkäufe im nächsten Jahr nicht erst wieder kurz vor knapp zu erledigen, um mir so die ein oder andere nervenaufreibende Stunde in gerammelt vollen Kaufhäusern und an endlos langen Schlangen an den Kassen zu ersparen. Ein Vorsatz, der wahrscheinlich (wieder einmal) nur ein Vorsatz bleibt. Denn vermutlich werde auch ich mich im diesjährigen Weihnachtsrausch wieder durch das ein oder andere überfüllte Geschäft auf der Jagd nach dem passenden Weihnachtspräsent schlängeln.

Doch ausgesprochene Weihnachtsshopping-Muffel haben längst die bequeme Einkaufsvariante für sich im World Wide Web entdeckt. Ein Klick und das ausgewählte Geschenk wird bis an die Haustür geliefert. Fest steht: Ob nun in stationären Geschäften oder im Internet, der Wunsch, Ihren Lieben zu Weihnachten eine Freude zu bereiten wird auch in diesem Jahr wieder die Kassen der Einzel- und Onlinehändler ordentlich klingeln lassen.

Süßer die Kassen nie klingen…

Während es uns Konsumenten eigentlich ein wenig vor den überfüllten Geschäften gruselt, ist der deutsche Einzelhandel bereits in voller Vorfreude auf den bevorstehenden Boom im Schlussquartal. Insbesondere das Weihnachtsgeschäft sollte starke Zuwächse abwerfen. Der Einzelhandel erwirtschaftet fast 20% seines Umsatzes allein in den Monaten November und Dezember. Moderate Preise auf der einen und höhere Einkommen auf der anderen Seite dürften die Kauflust der Deutschen in diesem Jahr noch anspornen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet im November und Dezember mit einem Umsatzanstieg von 2% im Vergleich zum Vorjahr auf 87 Mrd. Euro.

Unternehmen erwarten deutliche Zuwächse beim Umsatz

Ganz nach dem Motto „getrunken und gegessen wird immer – und besonders an Weihnachten“, rechnen etwa der Weinhändler Hawesko oder der Handelskonzern Metro mit zum Teil deutlichen Zuwächsen beim Umsatz. Hawesko geht im Schlussquartal von einem Plus von 1,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. Metro rechnet ebenfalls mit einem „guten Weihnachtsgeschäft“. Man sei durch die Positionierung im Onlinegeschäft wie im stationären Handel gut aufgestellt, um den Markt optimal bedienen zu können, so eine Metro-Sprecherin. Gut gerüstet ist auch das Münchener Kaufhaus-Unternehmen Ludwig Beck: „Wir hatten bereits im Dezember 2014 den höchsten Dezember-Umsatz in unserer Firmengeschichte, und den wollen wir auch in diesem Jahr wieder erreichen“, geht der Konzern motiviert in die weihnachtliche heiße Phase.

Lederwaren, Kleidung, Musik, Parfüm, Spielzeug, Elektronik und Accessoires werden auch in diesem Jahr wieder die Renner unter den Weihnachtspräsenten sein. Außerdem werden laut HDE auch Geschenkgutscheine, Bücher, Schreibwaren und Kosmetik besonders oft unter den Weihnachtsbäumen liegen. Und wie in jedem Jahr: „Uhren, Schmuck, Juwelen, Gold- und Silberwaren stehen ebenfalls auf der Einkaufsliste ganz oben“, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.

Onlinehandel ist Gewinner der Adventszeit

Die Weihnachtszeit ist für den Handel die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Dies gilt für den stationären Handel aber auch für den Onlinehandel, der mit einem prognostizierten Umsatzsprung von 12% auf 11,2 Mrd. Euro der Gewinner der diesjährigen Adventszeit sein dürfte. Immer häufiger kaufen Konsumenten Geschenke von zu Hause aus ein. Bequemlichkeit und Zeitmangel zum einen, das Umgehen der überfüllten Geschäfte zum anderen, treiben immer mehr Menschen zum virtuellen Shoppingbummel. Dabei nehmen auch die mobil getätigten Einkäufe über Smartphones rasant zu.

Erhöhte Ausgabebereitschaft – 460 Euro für Geschenke

Doch wie viel Geld beabsichtigen die Deutschen in diesem Jahr für Weihnachtsgeschenke auszugeben? Der HDE hat eine erhöhte Ausgabebereitschaft ermittelt. So wollen 23% der Konsumenten ihre Ausgaben für Geschenke steigern, 60% planen immerhin noch konstante Investitionen im Vergleich zu 2014. Jeder Deutsche will demnach im Schnitt 460 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. „Damit steigt diese Summe das fünfte Jahr in Folge an“, erklärte Sanktjohanser. Zum Vergleich: 2012 etwa waren es noch rund 363 Euro.

Damit dürfte das voraussichtlich gute Weihnachtsgeschäft das insgesamt gute Jahr für den Handel abrunden. In den ersten neun Monaten des Jahres kam die Branche auf einen Gesamtumsatz (ohne Umsatzsteuer) von rund 344 Mrd. Euro, das sind 3% mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet HDE mit einem Umsatzanstieg von 2,7% auf 471 Mrd. Euro und damit mit dem größten Zuwachs seit 20 Jahren.

Die Sterne stehen also günstig für ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft. Zur Adventszeit brummen die Einkaufsmeilen. Unternehmen, die online und mobil zu ihrer Kernstrategie zählen, profitieren stark vom Umbruch des Marktes zugunsten dieser Kanäle.

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Über den Autor Investor Verlag

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