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Soziale Gerechtigkeit als „religiöser Aberglaube“?

Liebe Leser,

heute muss ich Ihnen etwas sagen, das mir schon lange auf der Seele liegt. Sie als meine Leser wissen, dass ich dabei kein Blatt vor den Mund nehme. Es gibt leider zu wenige Journalisten, die Klartext reden.

»Soziale Gerechtigkeit« ist der Begriff, den Sie von Medien und Politikern immer und immer wieder hören. Denn wer kann denn allen Ernstes gegen soziale Gerechtigkeit sein? Derjenige, der es ist, wird sofort in eine Schublade gesteckt.

Soziale Gerechtigkeit – auf Fleißige Zwang ausüben?

Mit sozialer Gerechtigkeit verbinden viele Menschen die Vorstellung davon, dass alle Individuen in einer Marktwirtschaft gleich behandelt werden, bzw. dieselben finanziellen Ressourcen zur Verfügung stehen. Ob nun staatlich alimentiert oder selbst erwirtschaftet sei dahingestellt. Schön und gut.

Doch im Grunde genommen ist »soziale Gerechtigkeit« ein ideologischer Kampfbegriff der Sozialisten, um einem unersättlichen Umverteilungsstaat zu frönen.

Der Nationalökonom Friedrich August von Hayek (1899-1992) schrieb dazu: »Womit wir es im Falle der sozialen Gerechtigkeit zu tun haben, ist ein quasi-religiöser Aberglaube von der Art, dass wir ihn respektvoll in Frieden lassen sollten, solange er lediglich seine Anhänger glücklich macht – den wir aber bekämpfen müssen, wenn er zum Vorwand wird, gegen andere Menschen Zwang auszuüben« [i]

Hayek erkennt in seiner Analyse sehr klar, dass mit diesem Begriff, Zwang auf andere Menschen ausgeübt wird. Das ist in der Realpolitik bis heute so. Soziale Gerechtigkeit wird von link-rot-grünen Politikern im Zuge der Neiddebatte immer wieder ins Feld geführt. Erst vorgestern wieder die  Juso-Vorsitzende, die von „Vermögenden“ Abgaben zur Bewältigung der Flüchtlingskrise forderte. Der Umverteilungsstaat als alt-neues goldenes Kalb.

Das heißt für fleißige Menschen, dass sich andere an ihren Errungenschaften laben – und zwar durch Steuern und linke Umverteilungsorgien. Immer höhere Steuern, immer höhere Beiträge und Abgaben. Das Engagement bleibt auf der Strecke. Mehr und mehr Leistungsträger verlassen unser Land und mehr und mehr Leistungsempfänger kommen zu uns. Ich sage Ihnen: Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Leistung lohnt sich nicht mehr – soweit ist es in unserem Land schon gekommen!

Ich kann die Politikerphrasen wie »Starke Schultern tragen mehr als schwache« nicht mehr hören. Dabei wird außer Acht gelassen, dass der Schwache nicht stark wird, wenn der Starke schwach wird. Im Gegenteil sogar!

Jeder in unserem Land hat die Chance etwas aus sich zu machen. Dazu gehören Mut, Fleiß, und Disziplin. Eigenschaften, die man bei vielen in unserer Facebook-Smartphone-Verwöhnungsgesellschaft leider immer seltener findet.

Herzlichst,

Ihr

Dr. Michael Grandt


[i] Friedrich A. von Hayek, Recht, Gesetzgebung und Freiheit, Bd. 2: Die Illusion der sozialen Gerechtigkeit, Landsberg a. L. 1981, S. 98

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