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Handelsbilanz 2019 dürfte Trump missfallen

Die Handelsbilanz 2019 dürfte Donald Trump einmal mehr überhaupt nicht schmecken: Erneut erzielte die Bundesrepublik im Außenhandel mit den Vereinigten Staaten den höchsten Überschuss. Insgesamt summierte sich dieser auf mehr als 47 Milliarden Euro.

Deutsche Exporteure lieferten Waren im Wert von 118,7 Milliarden Euro in die USA, die damit nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt deutscher Exportgüter bilden. Auf Rang zwei liegt Frankreich mit knapp 107 Milliarden Euro, auf Platz drei folgt China: Ins Reich der Mitte exportierten deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr Waren im Wert von 96 Milliarden Euro.

Umgekehrt wurden 2019 Waren im Wert von 109,7 Milliarden Euro aus China nach Deutschland importiert – ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus den USA wurden Importe in Höhe von gut 71 Milliarden Euro registriert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

China: Als Handelspartner immer wichtiger

Beide Länder zählen damit nach wie vor zu den wichtigsten Handelspartnern der Bundesrepublik, wobei die Bedeutung Chinas in beide Richtungen zunimmt. Deutsche Exporteure setzen große Hoffnungen in das Wachstumspotenzial des chinesischen Absatzmarktes, umgekehrt werden immer mehr Güter aus dem Reich der Mitte in die Bundesrepublik eingeführt.

Die rigorose Handelspolitik von US-Präsident Trump hat an diesem Trend offensichtlich nichts ändern können. Washington und Peking überziehen sich seit Jahren gegenseitig mit Strafzöllen, mit entsprechenden Maßnahmen drohte Trump in der Vergangenheit auch immer wieder europäischen Einzelstaaten oder der EU insgesamt. Strafzölle auf deutsche Automobilexporte hängen wie ein Damoklesschwert in der Luft und sorgen immer wieder für Unruhe bei BMW, Daimler und Volkswagen.

Coronavirus: Dämpfer für den Welthandel

Was dem internationalen Güterverkehr und somit auch der Handelsbilanz für das laufende Jahr einen erheblichen Dämpfer verpassen dürfte, ist die Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Folgen. Produktions- und Lieferengpässe, abgeriegelte Ortschaften, ganze Regionen, in denen das öffentliche Leben zum Erliegen kommt, striktere Grenzkontrollen, nachlassende Nachfrage – all das belastet die konjunkturelle Entwicklung seit einigen Wochen zunehmend.

Die bereits absehbaren Auswirkungen sind schon jetzt enorm: An den Börsen wurden binnen weniger Tage etliche Milliarden an Kapital verbrannt. Die wichtigsten Aktienindizes rauschen ungebremst in den Keller, auch der Dax hat die Gewinne seiner Rekordjagd längst eingebüßt. Die Europäische Zentralbank lässt europäische Geldhäuser ihre Notfallpläne überprüfen. Die Absatzzahlen in der Autobranche sind eingebrochen. Allein die Luftfahrtbranche rechnet mit coronabedingten Einbußen von mehr als 100 Milliarden Dollar. Apple und andere Unternehmen haben ihre Prognosen zusammengestutzt oder ganz gestrichen.

Die Liste ließe sich fortsetzen – und sie illustriert lediglich das, was bereits nach wenigen Wochen abzuschätzen ist. Zurzeit weiß niemand, wie sich die Lage in den kommenden Monaten entwickeln wird – und wie hoch die wirtschaftlichen Schäden am Ende tatsächlich ausfallen werden.

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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