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Serie Hebelzertifikate Teil 7: Short-Strategien

Ich möchte meine Serie über die Hebelzertifikate mit einer Erläuterung zu den Short-Strategien, den Spekulationen auf fallende Kurse, vollenden.

Mit Short-Zertifikaten können Sie etwas tun, was dem „normalen“ Aktien-Anleger nicht möglich ist: Sie machen Gewinne, wenn die Kurse fallen. Aus mir nicht verständlichen Gründen ist dies bei der Masse der Anleger ein wenig verpönt.

Da Sie die Kursrichtung nicht ändern können, sondern lediglich auf der richtigen oder auf der falschen Seite des Marktes stehen können, ist mir diese Geisteshaltung nicht verständlich. Fallende Kurse sind nicht zwangsläufig etwas Schlechtes.

Korrekturen bereinigen nach Übertreibungen den Markt und ermöglichen die nächste Rally. Längerfristige Bärenmärkte befreien die Wirtschaft wie ein Waldbrand von Überkapazitäten und bereiten so den Boden für den nächsten Boom. Ich persönlich bin als Trader mit einem Bärenmarkt groß geworden (dem von 2000 bis 2003) und habe nicht die geringsten Berührungsängste mit Short-Strategien. Wenn sie Sinn machen.

Zuletzt hatten wir in meinem Börsendienst eine auf den DAX laufen (im Mai, Ergebnis +214% und +98%) und eine auf Heidelberger Druck (im Juni, Ergebnis +22%). Freilich lohnen solche Strategien im Bullenmarkt nur kurzfristig. Der nächste Bärenmarkt wird wieder kommen. Manche Korrektur beim DAX brachte in wenigen Tagen mehr Punkte nach unten als mehrere Monate Aufwärtsbewegung nach oben!

Grundsätzlich funktioniert ein Short-Zertifikat ähnlich wie ein Long-Zertifikat. Auch hier wird der Abstand zwischen dem aktuellen Kurs und dem festen Basispreis des Scheins gemessen, nur das hier der Basispreis über (und nicht unter) dem aktuellen Kurs liegt.

Die Näherungsformel zur Preisbestimmung lautet: Wert Short-Zertifikat = (Basispreis – aktueller Kurs Basiswert) x Bezugsverhältnis

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Sie haben ein Short-Zertifikat auf den DAX mit einem Basispreis von 8000 Punkten. Der DAX steht bei 7300 Punkten. Der Wert des Zertifikates errechnet sich wie folgt:

(8000 – 7500) x 1:100 = 5 €

Fällt der DAX auf 7000 Punkte, erhöht sich Ihr Zertifikatswert auf:

(8000 – 7000) x 1:100 = 10 €

10 € sind eine glatte Verdoppelung Ihres Einsatzes, während der DAX gleichzeitig sieben Prozent verliert und die anderen Anleger schwitzen. Ganz schön clever. Der aktuelle Hebel lässt sich wie gehabt berechnen. Sonst ist prinzipiell alles gleich wie beim Long-Zertifikat. Insbesondere, dass die KO-Schwelle nicht berührt werden darf, da das Zertifikat sonst verfällt.

Sie sehen, mit Short-Zertifikaten ist es ganz einfach. Man muss sie nur geschickt einsetzen. Entweder zur Depotabsicherung oder als eigene Tradingstrategie.

Lesen Sie weitere News zum Thema Hebelzertifikate:

Serie Hebelzertifikate Teil 1: Einleitung

Serie Hebelzertifikate Teil 2: Zertifikatspreis

Serie Hebelzertifikate Teil 3: Hebel des Zertifikats

Serie Hebelzertifikate Teil 4: Wert des Hebelzertifikats

Serie Hebelzertifikate Teil 5: Basispreis

Serie Hebelzertifikate Teil 6: Knock-Out-Strategie

Serie Hebelzertifikate Teil 7: Short-Strategien

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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