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Serie Hebelzertifikate Teil 6: Knock-Out-Strategie

Im letzten Beitrag hatte ich Ihnen empfohlen, die KO-Schwelle eines von Ihnen ausgewählten Hebelzertifikates in gebührender Entfernung vom aktuellen Kurs des Basiswertes zu wählen, damit Ihr Schein nicht vorzeitig „ausgeknockt“ wird.

Kock-Out-Strategie – eine Strategie zum Ausknocken von Zertifikaten

Es gibt eine Strategie, die ein mögliches „Ausknocken“ des Zertifikates bewusst in Kauf nimmt. Diese „Knock-Out-Strategie“ empfiehlt sich, wenn Sie einen klaren Stopp-Loss setzen können (z.B. bei massiven charttechnischen Unterstützungen). Sie müssen im Falle des Erreichens dieses Stopps davon ausgehen, dass es zu einer größeren Kurslücke abwärts kommt, da eine Reihe von Anlegern ebenfalls Ihre Stopps an dieser Marke platziert hat.

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Während der Korrektur im Mai/Juni hatte sich beim DAX eine massive Unterstützungszone bei 7000 Punkten gebildet. Sie können davon ausgehen, dass knapp unterhalb dieser Marke massive Stopp-Loss-Orders für Longpositionen platziert wurden.

Sollte der DAX unerwartet unter diese Kursmarke abtauchen, dürfte es zu einer größeren Kurslücke abwärts kommen und der nächste Kurs erst 50 oder 100 Punkte tiefer festgestellt werden. Ein normaler Stopp-Loss hilft Ihnen nicht weiter, da Sie die Kurslücke trotzdem „ausbaden“ müssten.

Ein Trick: die richtige KO-Schwelle wählen

Jetzt kommt der Trick: Wählen Sie ein Hebelzertifikat mit einer KO-Schwelle/Basispreis bei 6990 Punkten, dann „haften“ Sie mit Ihrem Zertifikat nur bis zu dieser Kursmarke, egal wie groß die Abwärtslücke ausfällt. Die restlichen 50 oder 100 Punkte sind Risiko des Emittenten des Scheines. Sie können bei einer geschickten Wahl der KO-Schwelle einen großen Teil Ihres Kurslückenrisikos auf den Emittenten abwälzen.

Bei dieser Strategie liegen die Hebel hoch und die KO-Schwellen liegen dicht beim aktuellen Kurs. Selbstverständlich müssen die Positionen in diesem Fall kleiner sein als bei der „Standardstrategie“. Dafür bewegen Sie mit einer kleinen Position viel Kapital, da der Hebel hoch ausfällt.

In den letzten Monaten haben wir diese Strategie mehrfach beim DAX angewendet. Meist kamen zwischen 100 und 200 Prozent Gewinn heraus. Einmal wurde der KO ausgelöst, allerdings war die Position sehr klein. In der Summe ergab sich ein hübsches Gewinnpolster mit kurzfristig angelegten und hoch gehebelten Trades.

Fazit

Legen Sie die KO-Schwelle direkt in wichtige charttechnische Unterstützungen hinein, wälzen Sie das Kurslückenrisiko teilweise auf die Emittenten ab.

Lesen Sie weitere News zum Thema Hebelzertifikate:

Serie Hebelzertifikate Teil 1: Einleitung

Serie Hebelzertifikate Teil 2: Zertifikatspreis

Serie Hebelzertifikate Teil 3: Hebel des Zertifikats

Serie Hebelzertifikate Teil 4: Wert des Hebelzertifikats

Serie Hebelzertifikate Teil 5: Basispreis

Serie Hebelzertifikate Teil 6: Knock-Out-Strategie

Serie Hebelzertifikate Teil 7: Short-Strategien

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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