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Serie Hebelzertifikate Teil 5: Basispreis

Im letzten Beitrag hatten wir den Wert unseres Hebelzertifikates genauer berechnet, um diverse Orderzusätze besser berücksichtigen zu können. Hebel- und Preisberechnungen sind gut und schön, aber fast noch wichtiger bei der Auswahl eines Zertifikates ist die richtige Bestimmung des Basispreises.

Eines darf während Ihres gehebelten Trades nie passieren: Der Kurs der gewählten Aktie oder des gewählten Indexes darf nie unter den Basispreis Ihres Zertifikates fallen, dann verfällt es wertlos. Der Basispreis ist häufig gleichzeitig Ihre „Knock-Out-Schwelle“, deshalb heißen Hebelzertifikate oft auch „KO-Zertifikate“. Bei manchen Scheinen hat der Emittent einen automatischen Stopp-Loss eingebaut, der vorher greift.

Beispiel: Unser 6000er DAX-Schein könnte einen eingebauten Stopp-Loss bei 6300 Punkten haben. Der Schein würde bei 6300 Punkten vom Emittenten glattgestellt („ausgeknockt“). Er verfällt unwiderruflich, aber nicht wertlos, sondern Ihnen wird der entsprechende Restwert gutgeschrieben. Mit der Preisformel können Sie ihn schnell (näherungsweise) ermitteln:

6300-6000 x 1:100 = 3 €

Bei solchen Scheinen liegt die KO-Schwelle über dem Basispreis. Das heißt, Ihr Zertifikat wird im Falle des KO-Ereignisses mit einem (geringen) Restwert zurückgezahlt. Dies ist insbesondere für die steuerliche Verlustanerkennung in Deutschland wichtig. Die KO-Schwelle sollte zu Ihrer Strategie passen, sich im Bereich wichtiger charttechnischer Unterstützungen befinden.

Bei Zertifikaten ohne Stopp-Loss ist die KO-Schwelle mit dem Basispreis identisch und Ihr Zertifikat verfällt im KO-Fall wertlos. Fällt der DAX bei unserem DAX-Zertifikat mit 6000er Basispreis ohne Stopp-Loss unter 6000 Punkte, landet der Zertifikatspreis also bei

6000-6000 x 1:100 = 0 € .

Bei solchen Scheinen empfiehlt es sich, einen eigenen Stopp-Loss (z.B. bei 0,01 €) einzugeben, damit eine steuerliche Verlustanerkennung beim Finanzamt stattfindet. Häufig haben die Emittenten von sich aus solche „Mini-Stopps“ in ihren Scheinen integriert, so dass dies unterbleiben kann.

In der Regel werden Sie ein Hebelzertifikat so wählen, dass dessen Basispreis so weit vom aktuellen Kurs entfernt ist, dass dieser nicht berührt wird. Ein Blick auf den Langfristchart ist hilfreich! Das hat zur Folge, dass Sie mit einem geringeren Hebel unterwegs sind. Bei Aktienpositionen sind unter Profits moderate Hebel zwischen 2 und 4 (je nach Schwankungsfreudigkeit der zugrunde liegenden Aktie) verbreitet. Bei Indexpositionen können die Hebel dagegen deutlich höher liegen, da Indizes eine geringere Volatilität aufweisen.

Fazit

Wird die KO-Schwelle Ihres Hebelzertifikates berührt, verfällt der Schein automatisch. Für längerfristige Anlagestrategien empfiehlt es sich, komfortabel weit entfernte Basispreise zu wählen, was wiederum moderate Hebel zur Folge hat.

Lesen Sie weitere News zum Thema Hebelzertifikate:

Serie Hebelzertifikate Teil 1: Einleitung

Serie Hebelzertifikate Teil 2: Zertifikatspreis

Serie Hebelzertifikate Teil 3: Hebel des Zertifikats

Serie Hebelzertifikate Teil 4: Wert des Hebelzertifikats

Serie Hebelzertifikate Teil 5: Basispreis

Serie Hebelzertifikate Teil 6: Knock-Out-Strategie

Serie Hebelzertifikate Teil 7: Short-Strategien

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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