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Diese 3 Fallen lauern beim Handel mit Zertifikaten

Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ist sicher vielen deutschen Anlegern noch in Erinnerung – wenn auch nicht in der allerbesten. Denn mit dem Zusammenbruch des Geldinstituts in Jahr 2008 wurden auch viele Zertifikate wertlos, die heimische Investoren bei ihrer Hausbank erworben hatten.

Wer nun meint, Zertifikate seien infolge dessen durch allgemeine Reglementierungen sicherer geworden, der täuscht sich. Die Fallen, die beim Handel mit Zertifikaten entstehen können, sind noch immer vorhanden.

1. Zertifikate sind oft kompliziert und wenig durchsichtig

Wer den Aufbau und die Funktionsweise der meisten Zertifikate verstehen möchte, der braucht eines auf jeden Fall: Zeit. Denn viele dieser Finanzprodukte sind kompliziert und nur schwer zu durchschauen.

Anleger sollten sich keineswegs allein von den Werbeversprechen blenden lassen und die Details jedes einzelnen in Frage kommenden Zertifikats studieren. Schließlich sollten sie niemals in ein Produkt investieren, wenn es für Sie nicht vollständig nachvollziehbar ist.

Anleger können andernfalls böse – sprich teure – Überraschungen kaum vermeiden. Wenn der Handel mit Zertifikaten für Sie in Betracht kommt, sollten Sie sich unbedingt die Mühe machen, die Funktionsweisen der betreffenden Produkte komplett zu verstehen.

2. Schwer durchschaubare Kostenstruktur

Was für die Funktionsweise von Zertifikaten gilt, trifft auch vielfach auf deren Kosten zu. Grundsätzlich kann man sagen, dass es bei dieser Art von Finanzprodukten keine einheitliche Gebührenstruktur gibt.

Die Kosten von Zertifikaten variieren von Produkt zu Produkt. Auch hierbei gilt: Wer sich im Vorhinein nicht mit den Details beschäftigt, wird später meist negative Erfahrungen machen. Denn oft werden die Gebühren für die Zertifikate indirekt mit dem Kurs verrechnet.

Dadurch ist natürlich auch nicht leicht, Zertifikate miteinander zu vergleichen. Das kostengünstigste aus der Vielzahl der angebotenen Produkte herauszufinden, ist eine schwierige Aufgabe. Dennoch: Da die Unterschiede durchaus ganz erheblich sein können, lohnt ein genauer Vergleich in jedem Fall.

3. Das Ausfall- oder Emittenten-Risiko

Hier lauert die wohl tückischste Falle bei Zertifikaten. Während bei Investmentfonds, bei denen das investierte Kapital als Sondervermögen behandelt wird und nicht in die etwaige Insolvenzmasse der entsprechenden Fondsgesellschaft einfließt, besteht bei Zertifikaten ein Ausfallrisiko, wenn der Herausgeber (Emittent) zahlungsunfähig wird.

Wie die Lehman Brothers-Pleite beweist, sind auch namhafte Bankinstitute nicht davor gefeit, ihre Geschäftstätigkeit einstellen zu müssen. Kaum jemand hätte wenige Monate daran geglaubt, dass diese große, renommierte Investmentbank in die Insolvenz gehen könnte.

Und nur noch wenige erinnern sich daran, wie knapp es auch für so manches deutsche Geldinstitut und damit auch für deren Zertifikate war. Und hier lauert auch die größte Gefahr.

Während so gut wie alle Banken äußerst sorgfältig auf eine vertrauenserweckende Außerdarstellung achten, weiß kein Außenstehender und nur wenige Insider, wie es wirklich um die Finanzkraft bestellt ist.

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