MenüMenü

Die große Zertifikateserie: Hebelprodukte

Bei Zertifikaten handelt es sich um Anlageprodukte, die alle mittel- bis langfristig ausgerichtet sind und sich eher defensiv verhalten.

Deshalb eignen sich Zertifikate wie Discounter, Bonus-Zertifikate, Aktienanleihen, Index- und Express-Zertifikate auch so gut als Grundausstattung für Ihr Depot: Sie ermöglichen risikobewusste Anlagen mit der Aussicht auf überdurchschnittliche Rendite im Vergleich zu einem Direktinvestment.

Hebelprodukte: Das Sahnehäubchen auf Ihrem Depot

Kein Wunder also, dass Anlageprodukte so beliebt sind. Laut dem Deutsche Derivate Verband machen Anlageprodukte satte 97% des Marktvolumens der Derivate aus.

Die restlichen 3% fallen auf Hebelprodukte wie Knock-Outs, Faktor-Zertifikate und Optionsscheine. Und um diese Hebelprodukte soll es in dieser Woche und den nächsten Wochen gehen.

Genau wie die bisher vorgestellten Anlageprodukte auch gehören Hebelprodukte zu den Derivaten, weil sie sich immer auf einen Basiswert beziehen.

Dieser Basiswert kann eine einzelne Aktie sein, aber auch ganze Aktienindizes, Rohstoffe oder Devisenpaare kommen als Basiswert in Frage. Wie bei vielen anderen Zertifikate-Typen auch sind der Fantasie der Emittenten hier keine Grenzen gesetzt.

Mit Hebelprodukten potenzieren Sie Ihre Gewinnchancen

Im Gegensatz zu Anlageprodukten sind Hebelprodukte risikoreicher und haben generell einen kürzeren Anlagehorizont. Je nach Ausstattung des Hebelproduktes ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich.

Deshalb gilt für Hebelprodukte eine eiserne Faustregel: Setzen Sie nur Geld ein, auf das Sie im Notfall verzichten können. Hebelprodukte eignen sich also nicht als Grundausstattung für Ihr Depot. Sie eignen sich allerdings ganz hervorragend für die Renditeoptimierung.

Denn wie der Name schon sagt, können Sie mit einem Hebelprodukt die Rendite eines Basiswertes um ein Vielfaches steigern, beziehungsweise: hebeln.

Das Profitpotential ist bei Hebelprodukten enorm, denn Sie können mit einer vergleichsweise geringen Menge an eingesetztem Geld sehr viel mehr Kapital an den Märkten bewegen. So potenzieren Sie Ihre Gewinnchance.

Zertifikate: So funktioniert der Hebel

Allgemein bedeutet ein Hebel, dass Sie mit Hilfe fremden Kapitals die Wirkung Ihres eigens eingesetzten Kapitals erhöhen.

Zur Funktionsweise des Hebels ein vereinfachtes Beispiel: Wenn Sie 200 Euro Ihres eigenen Geldes anlegen und nach einem Jahr 220 Euro zurückbekommen, dann haben Sie mit Ihrem eigenen Geld eine Rendite von 10% erwirtschaftet.

Der Hebel kommt dann ins Spiel, wenn Sie statt 200 Euro nur 100 Euro Ihres eigenen Geldes investieren möchten und sich die restlichen 100 Euro leihen, beispielsweise zu einem Zinssatz von 5%. Sie legen also wieder eine Gesamtsumme von 200 Euro an.

Nach einem Jahr bekommen Sie, wie oben, 220 Euro. Davon zahlen Sie die geliehenen 100 Euro plus der 5% Zinsen zurück, behalten also die 100 Euro, die Sie selbst investiert haben, plus dem Gewinn von 15 Euro.

Mit geliehenem Geld erhöhen Sie die Wirkung Ihres eigenen Geldes

Obwohl der absolute Gewinn im zweiten Beispiel mit 15 Euro geringer ist als der absolute Gewinn im ersten Beispiel mit 20 Euro, ist Ihre prozentuale Rendite im zweiten Beispiel höher.

Denn hier haben Sie mit einem Einsatz von 100 Euro 15% erwirtschaftet, während sich die Rendite im ersten Beispiel auf 10% beläuft. Somit haben Sie also mit Hilfe des geliehenen Kapitals die Wirkung Ihres eigenen Geldes erhöht, sprich gehebelt. Oder anders gesagt: Sie bewegen mit vergleichsweise wenig eigenem Geld größere Mengen Kapital und erhöhen damit Ihre mögliche Rendite.

Achtung: Der Hebel wirkt in beide Richtungen!

Wo Traumrendite winkt, lauern allerdings auch Albtraumverluste. Vor denen müssen Sie sich aber umso weniger fürchten, je besser Ihr Risikomanagement ist.

Geld verlieren ist selbstverständlich nie schön, aber wenn es sich dabei um Geld handelt, dessen Verlust Sie im Notfall verschmerzen können, dann tut es gleich schon weniger weh.

Auch für dieses im Vergleich zu Anlageprodukten erhöhte Verlustrisiko ist der Hebel verantwortlich. Denn er wirkt in beide Richtungen und potenziert somit sowohl Ihre Renditechancen als auch Ihr Verlustrisiko.

Wenn beim ersten obigen Beispiel nach einem Jahr statt der von Ihnen investierten 200 Euro nur noch 180 Euro übrig sind, dann haben Sie 10% Ihres eigenen Kapitals verloren. Wenn Sie sich von diesen 200 Euro allerdings die Hälfte geliehen haben, dann steht am Ende des Jahres ein Verlust von 25% Ihres Eigenkapitals.

Hebelprodukte eignen sich also hervorragend dafür, um Ihrem Depot ein Rendite-Sahnehäubchen aufzusetzen. Doch aufgrund des erhöhten Verlustrisikos ist es besonders wichtig, dass Sie sich mit den einzelnen Produkten gut auskennen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

Regelmäßig Analysen über Derivate erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Thomas Kallwass. Über 344.000 Leser können nicht irren.