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Wie setzen Sie Optionsscheine gewinnbringend ein?

Wenn Ihnen die Sache mit dem Zugang zu den Terminbörsen oder Handel über spezielle US-Broker zu kompliziert erscheint, dann sind vielleicht eher die Optionsscheine etwas für Sie.

Vorteil: Hier reicht jeder normale Zugang zu einer (Retail-)Börse und Sie können zudem auch sehr kleine Stückzahlen handeln (ob sich das immer lohnt, steht freilich auf einem anderen Blatt).

Optionsscheine verbriefen das Recht, zu einem bestimmten Bezugsverhältnis einen bestimmten Basiswert (also Aktien, Währungen etc.) zu einem vorher festgelegten Ausübungspreis innerhalb einer festgelegten Bezugsfrist (Amerikanische Option) oder zum Ende einer Bezugsfrist (Europäische Option) zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option).

Da Optionsscheine zu den Derivaten gehören, benötigen Sie auch hier eine Termingeschäftsfähigkeit.

Optionsscheine werden in der Regel als „nackte Optionsscheine“ ausgegeben. Das heißt, Sie haben es meist mit Laufzeiten von bis zu 2 Jahren zu tun. Bei Ausübung ist nicht Lieferung, sondern Barausgleich vorgesehen.

Nur bei der Spezialform des „gedeckten Optionsscheins“ hat der Emittent (Sillhalter) des Papieres die entsprechenden Aktien in seinem Depot, um damit den Optionsschein im Falle einer Ausübung zu bedienen.

Fakt ist: Einen Optionsschein können Sie mittels einer Wertpapierkennnummer genau wie eine Aktie handeln. Ansonsten sind die Dinger aber ähnlich kompliziert wie Optionen selbst.

Zahlreiche Einflussgrößen machen es sehr schwer, die Wertentwicklung einigermaßen zuverlässig abzuschätzen. Allein die zahlreichen Sensitivitäten und Kennzahlen (die sogenannten „Griechen“) wie Delta, Gamma, Theta, Vega, Rho, Omega bereiten selbst Profis Kopfzerbrechen.

Mein Tipp: Auf den effektiven Hebel kommt es an!

Der Hebel wird durch einfache Division des aktuellen Kurses des Basiswerts (z.B. ein Aktienkurs) durch den aktuellen Preis der Option ermittelt. Das Ergebnis wird noch um das Bezugsverhältnis bereinigt:

Hebel = aktueller Aktienkurs : aktueller Optionsscheinpreis x Ratio

Leider sagt dieser Hebel nicht viel aus. Er muss noch mit dem Delta (Sensitivitätskennzahl) multipliziert werden, um so den „effektiven Hebel“ (Omega) zu erhalten. Erst das Omega bietet ein rechtzuverlässiges Bild von den Chancen des Optionsscheines.

Beispiel

Hat ein Optionsschein einen aktuellen Hebel von 10 und ein Delta von 0,5, ergibt sich ein Omega (effektiver Hebel) von 10 x 0,5 = 5.

Das Papier würde also um 5 % steigen, wenn die Aktie um 1 % steigt. Jedenfalls im Moment. Denn die Hebel ändern sich ständig, genau wie die meisten anderen Kennzahlen des Optionsscheines.

Die Vor- und Nachteile von Optionsscheinen schauen wir uns in einem weiteren Beitrag einmal genau an.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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