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Vor- und Nachteile von KO-Zertifikaten

Auch bei Hebel-Zertifikaten müssen Sie natürlich immer wissen, was Sie tun und Ihren Kapitaleinsatz dem Hebel und der Marktlage anpassen. Bei Zertifikaten mit einer Laufzeit müssen Sie außerdem auf diese achten (ich wähle lieber meist Endloszertifikate).

Im Vergleich zu Optionsscheinen entsteht kaum Zeitwertverlust und auch zwischenzeitliche Wertschwankungen (Volatilität) des Basiswertes spielen keine Rolle. Im Vergleich zu CFD`s gibt es keine Nachschusspflicht.

Hohe Hebel, keine Nachschusspflicht

Mehr als Ihren Einsatz können Sie nie verlieren, aber durch den teils enormen Hebel ein Vielfaches davon gewinnen.

Der Handel mit diesen Zertifikaten ist jedoch häufig teurer als mit CFD`s. Manche Hebelzertifikate sind regelrecht unverschämt teuer (gerade in volatilen Marktphasen oder außerhalb regulärer Handelszeiten), was einen Preisvergleich der Spreads der Emittenten vor dem Kauf unerlässlich macht.

Andere Papiere wiederum (z.B. auf gängige Indizes wie etwa den DAX oder den S&P 500) sind extrem günstig. Nach mehr als einem Jahrzehnt Handelserfahrung mit diesen Papieren weiß ich inzwischen, welche Emittenten in der Regel am günstigsten sind und welche darüber hinaus faire und zuverlässige Kurse stellen. Das sind glücklicherweise nicht wenige.

Nachteile: Handel teurer und intransparenter, aber sicherer

Gerade gegenüber CFD`s gibt es noch einen weiteren Nachteil: Hebel-Zertifikate sind etwas intransparent, weil deren Kurs vom Kurs des Basiswertes abweicht. Sie müssen also immer umrechnen. Was gerade bei der Berechnung von Kurszielen oder Stopps eine lästige Arbeit sein kann. Mit etwas Erfahrung an der Börse und mit diesen Papieren ist dies jedoch problemlos zu meistern.

Als weiterer Nachteil der Hebelzertifikate wird häufig angegeben, dass der Hebel des Papieres sinkt, wenn sich dessen Kurs in die von Ihnen gewünschte Richtung bewegt.

Aber das ist eigentlich kein Beinbruch, weil es ja gleichzeitig Gewinne ansammelt hat und Sie deshalb die gleiche Kapitalmenge wie zuvor bewegen. Nur beim Aufstocken einer Position müssen Sie entweder mehr Kapital einsetzen oder einen anderen Schein mit höherem Hebel wählen.

Gerade für kleine Depots eine tolle Sache

Für mich persönlich sind Hebelzertifikate wegen Ihrer Vorteile (teils hohe Hebel, garantierter Knock-Out bei bestimmten Papieren, long/ short-Möglichkeiten, teils unbegrenzte Laufzeit, Verlustbegrenzung auf den Kapitaleinsatz) im spekulativen Bereich sicherlich mit das beste Handelsinstrument. Ich setze daher überwiegend Hebelinstrumente im spekulativen Bereich und zur Absicherung von Aktienbeständen ein.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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