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Geheimer Hebeltrick: So wälzen Sie ihre Risiken auf die Bank ab

Aus meinem letzten Artikel über Hebel-Zertifikate wissen Sie: Wird die KO-Schwelle Ihres Hebelzertifikates berührt, dann verfällt der Schein automatisch. Ob wertlos oder nicht, hängt vom gewählten Papier ab.

Für längerfristige Anlagestrategien empfiehlt es sich, komfortabel weit entfernte Basispreise zu wählen, was wiederum moderatere Hebel von 3 bis 4 (siehe oben) zur Folge hat.

Mein Geheimtipp: Mit dieser speziellen Knock-Out-Strategie wälzen Sie Ihre Risiken auf die Bank ab

Es gibt allerdings auch eine Strategie, die ein mögliches „Ausknocken“ des Zertifikates bewusst in Kauf nimmt. Diese „Knock-Out-Strategie“ empfiehlt sich insbesondere dann, wenn Sie einen ganz klaren Stopp-Loss setzen können (z.B. bei sehr massiven charttechnischen Unterstützungen).

Sie müssten dann im Falle des Erreichens dieses Stopps davon ausgehen, dass es zu einer größeren Kurslücke abwärts kommt, da eine ganze Reihe von Anlegern ebenfalls Ihre Stopps an dieser Marke platziert hat.

Was es wiederum unwahrscheinlich macht, dass der Ausführungskurs nahe an Ihrem Stopkurs liegt. Die Folge: Sie verbuchen einen eheblichen „Slippage-Verlust“.

Das bereits erwähnte Beispiel der desaströsen Spekulation gegen den Schweizer Franken im Jahr 2015, die viele Anleger-Depots aufgrund einer großen Kurslücke auslöschte, soll hier nochmals als warnendes Beispiel dienen. Mit einem Hebel-Zertifikat gäbe es aber einen Schutz vor einem solchen Ereignis:

Angenommen, der DAX hätte eine sehr massive Unterstützungszone bei 9300 Punkten gebildet. Sie möchte Ihren Stop-Loss an diese Marke legen, befürchten aber, dass es bei Ausführung zu einer größeren Kurslücke kommt, weil eine ganze Menge Stopps in diesem Bereich liegen. Was tun Sie?

Ganz einfach: Wählen Sie ein Hebelzertifikat mit einer KO-Schwelle und Basispreis bei (sagen wir mal) 9290 Punkten! Dann „haften“ Sie mit Ihrem Zertifikat nur bis zu dieser Kursmarke, egal wie groß die Abwärtslücke ausfällt!

Die restlichen Punkte sind Risiko des Emittenten des Scheines. Sie können also bei einer geschickten Wahl der KO-Schwelle einen großen Teil Ihres Kurslückenrisikos auf den Emittenten abwälzen.

Bei dieser Strategie können Sie sehr hohe Hebel wählen und damit auch sehr hohe Gewinnchancen haben. Im Gegenzug müssen Ihre Positionen dann aber deutlich kleiner sein als bei der „Standardstrategie“ mit Hebel 3 bis 4.

Setzen Sie dann nur Spielgeldbeträge ein. Dafür bewegen Sie aber dann auch mit einer kleinen Position sehr viel Kapital, da der Hebel sehr hoch ausfällt.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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