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Diese verschiedenen Arten von Optionen sollten Sie kennen

Anleger in Deutschland verhalten sich im Gegensatz zu dem anglo-amerikanischen Raum gegenüber Optionen verhältnismäßig zurückhaltend.

Grundsätzlich handelt es sich hierbei um ein Finanzinstrument, bei dem Anleger vom Prinzip her eine Wette auf den Preis eines Basiswertes zu einem späteren, festen Zeitpunkt eingehen.

Dabei können sich Optionen unter mehrfachen Aspekten voneinander unterscheiden. Je nach Situation des Marktes können Anleger unter verschiedenen Arten wählen.

Unterschiede bei Optionen im Hinblick auf den Basiswert

Einer Option können unterschiedliche Basiswerte zu Grunde liegen. Ein solcher Basiswert wird als Underlying bezeichnet. Die Arten von Basiswerten sind erheblich zahlreicher, als es auf den ersten Blick anzunehmen wäre. Als basiswerte können dienen:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Indizes (z.B. DAX, Dow Jones, EURO STOXX)
  • Derivate
  • Devisen
  • Währungen
  • Waren (u.a. Schweinefleisch, Getreide, Orangensaft)
  • Rohstoffe (z.B. Gold, Kupfer, Kohle, elektrischer Strom)

Abhängig vom Basiswert dienen Optionen unterschiedlichen Zielsetzungen. Neben der Funktion als Spekulationsobjekt werden Optionen mit dem Basiswert Devisen auch zur Währungsabsicherung von anderen Finanzinstrumenten wie Investmentfonds eingesetzt.

Long oder Short – die Zielrichtung einer Option

Das vorrangige Ziel einer Geldanlage ist die Erzielung von Gewinn. Das ist bei einer Option auch nicht anders. Dabei wird zwischen Long- und Short-Optionen unterschieden. Wer eine Long-Position eingeht, spekuliert darauf, dass die als Basiswert dienende Aktie steigen wird.

Ein Beispiel: Der Anleger Herr Müller kauft eine Long-Option für eine Daimler Aktie, die zu diesem Zeitpunkt 60 € kostet. Diese Option bezieht sich darauf, dass die Daimler Aktie innerhalb des nächsten Jahres auf 65 € steigt.

Herr Müller zahlt für die Option 6,50 €. Innerhalb der nächsten 6 Monate steigt die Daimler Aktie von 60 € auf 78 €. Die Aktie selbst erzielt somit einen Gewinn von 30 %. Wenn Herr Müller nun die Option verkaufen will, erhält er mindestens 13 €.

Der Wert der Option hat sich somit verdoppelt, ist also um 100 % gestiegen, während die Aktie als Basiswert nur um 26 % geklettert ist. Dieser Effekt wird als Hebeleffekt bezeichnet. Bei einer Put-Option spekulieren Anleger – genau umgekehrt wie bei einer Short-Option – auf den fallenden Kurs eines Basiswerts.

Unterschiede bei Optionen im Hinblick auf den Verfallstag

Im Hinblick auf den Verfallstag gibt es ebenfalls 2 unterschiedliche Arten von Optionen. Zum Einen besteht die Möglichkeit, die Laufzeit einer Option im amerikanischen Stil zu gestalten. Das heißt, dass der Käufer einer Option über die gesamte Laufzeit hinweg bis zum Verfallstag diese Option ausüben kann.

Zum Anderen existieren auch so genannte europäische Optionen. Diese können lediglich am vertraglich vereinbarten Verfallstag vor dem Ende der Optionsfrist ausgeübt werden. In der Praxis werden überwiegend Optionen im amerikanischen Stil gehandelt, europäische Optionen sind relativ selten.

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