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Termingeschäfte: Ihr Werkzeug zur Absicherung der Zukunft

Egal, wie 2015 wird: So sichern Sie sich auch im nächsten Jahr mit Termingeschäften gegen die Unsicherheiten der Märkte ab.

2014 war das Jahr der großen Seitwärtsbewegungen. Aufgrund oft unerwarteter Richtungswechsel sind Seitwärtsphasen schwerer handelbar als eindeutige Bullen- oder Bärenmärkte. Es gibt viele trugschlüssige Signale und Fehlausbrüche, und eindeutige Prognosen, wohin sich die Kurse kurzfristig entwickeln, sind besonders für Privatanleger nur schwer möglich.

Termingeschäfte sind dazu da, um sich vor solchen Kursschwankungen absichern zu können. Aber auch eindeutige Trendmärkte sind kein Tabu für Absicherung. Wenn Sie z.B. Ihren nächsten Norwegen-Urlaub vor zwei Wochen mit Kursen von 10 Kronen pro Euro planten und der Wechselkurs Mitte 2015 bei 7,50 stehen sollte, dann wird der Urlaub für Sie 25% teurer als geplant.

Oder nehmen wir den Ölpreis. Wäre es nicht toll, könnten Sie sich den aktuell relativ niedrigen Ölpreis für sagen wir die nächsten 5 Jahre sichern? Steigt der Preis, zahlen andere Autofahrer automatisch den höheren Preis, Sie dank Absicherung nicht!

Mit Termingeschäften können Sie sich die Kurse von heute für morgen absichern. Darüber hinaus sind Termingeschäfte auch für spekulativeres Traden geeignet. Doch wo sind die Unterschiede zwischen Forwards, Futures und Optionen, und wie können Sie diese Termingeschäfte am besten für sich nutzen?

Was sind Termingeschäfte?

Forwards, Futures und Optionen sind Termingeschäfte und unterscheiden sich als solche von Kassageschäften. Bei Kassageschäften fallen Vertragsschluss, Lieferung und Bezahlung an einem Zeitpunkt zusammen. Im Unterschied hierzu finden bei Termingeschäften die Lieferung und Bezahlung nicht bei Vertragsschluss, sondern zu einem späteren Zeitpunkt statt. Der Preis steht allerdings auch bei Termingeschäften schon mit Vertragsschluss fest.

Per Definition ist ein Termingeschäft also ein Vertrag zwischen zwei Parteien, bei dem vereinbart wird, eine Menge eines Basiswertes zu einem heute definierten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem heute vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Der Ausübungspreis wird dabei auch als Terminkurs bezeichnet, die Kaufposition als Long-Position, die Verkaufsposition als Short-Position. Anders ausgedrückt: Marktteilnehmer, die einen Basiswert per Termingeschäft kaufen, gehen eine Long-Position ein, sie gehen long. Verkaufen Marktteilnehmer einen Basiswert per Termingeschäft, wird eine Short-Position eingegangen, oder auch: es wird short gegangen.

Als Basiswert kommen konkrete Waren oder Finanzinstrumente in Frage, wie zum Beispiel Rohstoffe, Aktien, Devisen, Indizes und Anleihen. Sie können Termingeschäfte aber auch auf abstrakte Finanzinstrumente abschließen, wie beispielsweise die Inflationsrate einer Währungszone, die Bonität eines Landes, die Volatilität im DAX.

Da nicht in den Basiswert direkt investiert wird, gehören Termingeschäfte in die Gruppe der Derivate, die als Finanzinstrument aus dem Basiswert abgeleitet sind und die sich an der Wertentwicklung dieses Basiswertes orientieren. Sie investieren also über ein Derivat in den Basiswert.

Mit Termingeschäften sichern Sie sich gegen Preisschwankungen ab

Termingeschäfte dienen in erster Linie der Absicherung von Preisschwankungen, beispielsweise bei Währungsrisiken oder Zinsänderungsrisiken. So können sich beispielsweise international tätige Unternehmen vor Wechselkursschwankungen absichern – oder auch Sie als Verbraucher mit einem kostenlosen Währungs-Tradingkonto zum Beispiel beim CFX Broker. Der Fachausdruck hierfür ist hedging. Termingeschäfte sind aber auch unter Tradern beliebt, werden also zur Spekulation verwendet.

All dies gilt für Forwards, Futures und Optionen. Der wichtigste Unterschied zwischen Forwards und Futures auf der einen Seite und Optionen auf der anderen ist, dass die ersten zwei zu den unbedingten Termingeschäften gehören, während Optionen bedingte Termingeschäfte sind. Bei unbedingten Termingeschäften verpflichten Sie sich zu Bezahlung beziehungsweise Lieferung des gekauften beziehungsweise des verkauften Basiswertes.

Im Gegensatz dazu ist die Bezahlung oder Lieferung bei einem bedingten Termingeschäft keine Pflicht. Denn Optionen verbriefen das Recht, nicht aber die Pflicht, einen bestimmten Basiswert zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis entweder zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option).

Auf die Unterschiede kommt es an: Forwards und Futures

Forwards und Futures sind, wie bereits erwähnt, unbedingte Termingeschäfte, die als solche sowohl Käufer als auch Verkäufer zur zukünftigen Vertragserfüllung verpflichten. Der Hauptunterschied zwischen Forwards und Futures darin besteht, dass Forwards außerbörslich, also over the counter, und Futures an der Börse gehandelt werden. Forwards sind also private Kontrakte, während die Gegenpartei bei Futures die Money Maker an der Börse sind.

Für Forwards und Futures muss der Kunde bei Abschluss zunächst nicht den vollen Betrag zahlen, es fällt nur eine geringe Sicherheitsleistung, eine Margin Zahlung, bei Abschluss des Geschäfts an – zum Beispiel 1% oder auch 5% des ausmachenden Betrages bei Fälligkeit des Terminkontrakts. Bei Forwards ist das Verfallsdatum beliebig festlegbar, wohingegen es bei Futures nur einige wenige, von der Börse festgelegte Verfallsdaten gibt. Die börsengehandelten Futures sind als Produkte also standardisiert, die privat gehandelten Forwards sind nicht standardisiert.

Als individuelles Termingeschäft hat der Forward den Vorteil, dass die Vertragsbedingungen frei vereinbart werden können. Bei Futures gelten standardisierte Bedingungen, da die Verträge an die Terminbörsen gebunden sind. Das ist für private Anleger und Trader allerdings nur ein theoretischer Unterschied. Schließlich kann nicht jeder Trader individuelle Verträge mit seinem Broker aushandeln. Außerdem gibt es für Forwards keine Clearingstelle, die das Risiko trägt. Sicherheitsleistungen müssen also ebenfalls direkt zwischen den Partnern ausgehandelt werden.

Optionen: Rechte für den Käufer

Eine Option ist ein bedingtes Termingeschäft, da der Käufer einer Option ein Wahlrecht hat, der Verkäufer einer Option, auch Stillhalter genannt, allerdings nicht. Der Käufer einer Kaufoption, also eines Calls, hat das Recht, aber nicht die Pflicht, den Basiswert bei Fälligkeit der Option zum vereinbarte Kurs zu kaufen. Von diesem Recht macht der Käufer dann Gebraucht, wenn der Kurs des Basiswertes bei Fälligkeit über dem Ausübungspreis der Option liegt. Denn dann kann der Käufer zu einem günstigeren Preis als dem aktuellen Marktpreis kaufen.

Der Käufer einer Verkaufsoption, eines Puts, hat das Recht, aber nicht die Pflicht, den Basiswert bei Fälligkeit der Option zu verkaufen. Von diesem Recht macht der Verkäufer dann Gebrauch, wenn der Kurs des Basiswertes bei Fälligkeit unter dem Ausübungspreis liegt. Denn dann kann der Käufer den Basiswert teuer verkaufen als zum aktuellen Marktpreis.

Dieses Wahlrecht des Käufers lässt sich der Verkäufer jedoch bezahlen. Beim Kauf einer Option ist eine Prämie fällig. Der Aufpreis auf den inneren Wert der Option ist bei Fälligkeit auf jeden Fall verloren – unabhängig davon, ob der Käufer die Option ausübt oder nicht. Bei Futures und Forwards werden in den Kaufpreis nur Finanzierungs- und Lagerkosten eingerechnet – also Kosten, die dem Käufer auch entstehen würden, wenn er den Basiswert sofort kaufen würde.

Ein Beispiel aus der Praxis

Und wie setzen Sie das Wissen nun in der Praxis um? Dazu habe ich ein ganz konkretes Beispiel aus meinem Leben. Ich plane für nächstes Frühjahr einen längeren Aufenthalt in Norwegen ein. Als die norwegische Krone auf fast 10 Kronen pro Euro abwertete, verkaufte ich am 16. Dezember 5.000 Euro und kaufte mehr als 47.000 norwegische Kronen mit Valuta 07. April 2015. Ich habe also einen EUR/NOK Forward verkauft.

Mit diesem Verkauf sicherte ich mir den günstigen Wechselkurs von mehr als 9,6 Kronen pro Euro. Geliefert werden die Kronen am 7. April, also kurz nach meinem Urlaubsbeginn. Wertet die Krone wieder auf, zum Beispiel auf 8 Kronen pro Euro, habe ich fast 20% gespart. Mein Urlaub wird so günstig werden, als läge der Kurs auch im April noch bei 9,6 Kronen pro Euro.

Sollte die Krone weiter abwerten, wäre die Absicherung jedoch ein Minusgeschäft. In diesem Fall wäre es günstiger gewesen, meine Urlaubskasse nicht abzusichern. Doch mit diesem Fall kann ich leben. Durchgerechnet hatte ich meinen Urlaub im Oktober, als der Kurs noch bei 8,1 Kronen notierte. Der jetzt gesicherte Kurs von 9,6 Kronen ist also bereits 20% günstiger als der meiner Kalkulation zugrunde liegende Kurs.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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