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Die zehn Risiken beim Investieren: 6. Das rechtliche Risiko

Viele Anleger betrachten das Kurs- bzw. Preisrisiko. Fortgeschrittene Anleger kennen spätestens seit Lehman Brothers das meist überbewertete Emittenten-Risiko. Dabei handelt es sich nur um zwei der Risiken, denen man sich beim Investieren aussetzt. Ich zähle zehn verschiedene Risikoarten und betrachte nach und nach jedes davon. Heute: Das rechtliche Risiko.

Gesetzgeber kann Investitionen vermiesen

Mit rechtlichem Risiko beschreibe ich Risiken für eine Investition, die sich aus veränderbaren Rechtsgrundlagen ergeben. Beispiele für rechtliche Risiken gibt es zuhauf. Da streicht das Bundesfinanzgericht nachträglich Verlustverrechnungsmöglichkeiten, die Bafin verbietet über Nacht Shortgeschäfte für bestimmte Wertpapiere, der Gesetzgeber führt neue Regularien ein, die Unternehmen das Geschäft vermiesen… die Möglichkeiten des Gesetzgebers, Investoren das Leben schwer zu machen, sind fast unendlich groß.

Absicherung gibt es nicht

Absichern kann man sich als Investor gegen die Launen des Gesetzgebers nicht. Zwar findet das Treiben der gesetzgebenden Macht seine Schranken im deutschen Grundgesetz, das verhindert allenfalls entschädigungslose Enteignungen. Gegen neue Steuern, veränderte Regulierungsvorgaben oder Neuinterpretationen bestehender Gesetze schützt das Grundgesetz nicht – abgesehen davon, dass sich Klagen bis zum Verfassungsgericht hinziehen.

Gesetzesänderungen sollten als möglich erachtet werden

Ein Investor tut gut daran, die Möglichkeit von Gesetzesänderungen in Betracht zu ziehen und bei seinen Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen. Das gilt für Steuersparmodelle, die findige Finanzproduktentwickler auflegen.

Dem Finanzamt sind die weit ausgelegten Steuergesetzparagraphen, die kreative Steuersparmaßnahmen möglich machen, ein Dorn im Auge. Der Fiskus wird nichts unversucht lassen, die (vermeintliche) Gesetzeslücke zu schließen. Das notfalls auch nachträglich. Letztes Beispiel sind Filmfonds, mit denen Anleger bis vor kurzem hohe Verlustzuweisungen generieren und Steuern sparen konnten.

Die Rechnung wurde ohne das Finanzamt gemacht. Die Verlustzuweisungen werden nicht anerkannt. Die Anleger stehen hohen Steuernachforderungen gegenüber und haben zusätzlich die nicht anrechenbaren Verluste ihrer Fonds am Hals.

Beispiel Bankenregulierung: Wer Bankaktien in der Erwartung kaufte, dass sich die Branche erholen wird, könnte sich getäuscht haben. Die neuen Eigenkapitalanforderungen, die die Banken in kürze erfüllen müssen, werden die Profitabilität substanziell reduzieren. Dass die Branche an alte Glanzzeiten anschließen kann, ist unter den neuen Rahmenbedingungen alles andere als sicher.

Diversifizierung ist die beste Strategie

Schutz gegen Gesetzesänderungen gibt es nicht. Gegen die negativen Folgen kann sich ein Anleger insofern absichern, als dass er nicht alle Eier in einen Korb legt. Wer all sein Geld in Filmfonds investierte, ist pleite. Wer die angebotenen Fonds mit einem kleinen Teil seines Kapitals zeichnete, verzichtete auf einen Großteil der in Aussicht gestellten Steuerersparnis, steht jetzt nur mit kleinem Verlust da.

Der beste Schutz vor den negativen Auswirkungen von Gesetzesänderungen ist ein gut diversifiziertes Depot.

Hier gelangen Sie zu den zehn Risiken beim Investieren

Preisrisiko

Modellrisiko

Liquiditätsrisiko

Währungsrisiko

Emittentenrisiko

Rechtliches Risiko

Sonstige Risiken:

Operationelles Risiko

Settlement Risiko

Politisches Risiko

Systemisches Risiko

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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