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CFD´s: Die Sache mit der Nachschusspflicht

In meinem heutigen Artikel möchte ich einmal genauer auf die Nachteile und Fallstricke beim Handel mit CFD´s eingehen. Ich habe nämlich manchmal den Eindruck, dass viele Privatanleger diese gern verdrängen.

Beim Handel muss wie beim „echten“  Future eine Sicherheitsleistung (Margin) auf die zu Grunde liegende Position hinterlegt werden, weil der Anbieter bzw. Market Maker dem Bonitätsrisiko des Anlegers ausgesetzt ist (der könnte im Verlustfall evtl. gar nicht zahlen).

Da diese Margin nur einen Bruchteil des tatsächlichen Werts des Basiswerts ausmacht, ergibt sich ein „Hebeleffekt”. Dieser Hebel kann unter Umständen wirklich enorm hoch sein (in der Regel zwischen 5:1 bis 100:1), was einen erheblichen Reiz dieser Instrumente ausmacht.

Zusammen mit dem anfangs nur geringen Kapitaleinsatz der Margin erliegen viele Privatanleger hier schnell dem Irrglauben, mit ein paar Euros auf der hohen Kante schnell reich werden zu können. Was nur in wenigen Fällen wirklich funktioniert hat.

CFD`s: Nachschusspflicht bringt (theoretisch) unbegrenzte Verlustrisiken

Beim Handel mit CFD`s (Differenzkontrakten) müssen Sie auch über die Fallstricke Bescheid wissen. Schwierig kann es für Sie werden, wenn Ihre Position (wie so oft an der Börse) zwischenzeitlich oder ganz und gar gegen Sie läuft.

Dann besteht nämlich nicht nur das Risiko des Totalverlusts des ursprünglich eingesetzten Kapitals, sondern darüber hinaus kann es zu erheblichen Nachschusspflichten kommen.

Zwar wird Ihre Position automatisch geschlossen, wenn auf dem Konto nicht mehr genügend freies Kapital zur Verfügung steht, um die Sicherheitsleistung in voller Höhe zu erbringen (das kann gerade ein sehr ungünstiger Zeitpunkt sein).

Durch Kurssprünge/ Kurslücken, wie sie gerade in den vergangenen Monaten beispielsweise beim DAX an der Tagesordnung waren, kann es dennoch vorkommen, dass die Position zu einem Kurs weit jenseits der Sicherheitsleistung geschlossen wird und Sie dadurch noch Geld nachschießen müssen.

Theoretisch können Sie also auch hier Haus und Hof verlieren, auch wenn Sie nur anfänglich ein paar Euros riskiert haben!

Dazu ein Beispiel:

Nehmen wir als Beispiel einen CFD auf den DAX. Entspricht ein Punkt im Index einem Euro (es gibt auch kleinere Handelsgrößen), würde der CFD bei einem Dax-Stand von 10.000 Punkten im Prinzip 10 000 Euro kosten. Bei einer Margin von einem Prozent zahlen Anleger aber nur 100 Euro.

Steigt nun der Dax um ein Prozent und hat der Anleger darauf gesetzt (er hat den DAX also „gekauft“), verdoppelt sich der Wert des CFD. Grund: Durch die 1-%-Margin wurde der eigene Einsatz um das 100-Fache gehebelt (100 geteilt durch die Margin ergibt den Hebel).

Problematisch wird es jedoch, wenn der DAX um 1 Prozent fällt. Dann sinkt der Wert des CFD durch den Hebeleffekt ebenfalls überproportional – auf null Euro. Wichtiger noch: Geht es mit dem DAX weiter bergab, steigen auch die Verluste.

Im schlimmsten Fall kommt es zur Nachschusspflicht. Dann schuldet man dem CFD-Anbieter mehr Geld, als man auf dem CFD-Konto hatte. Jetzt heißt es nachzahlen.

In einem weiteren Artikel zeige ich Ihnen an einem konkreten Beispiel aus der Handelspraxis auf, welche versteckten (und immer gern verdrängten) Risiken beim Handel mit CFD´s lauern können.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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