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Was ist der Entry Standard?

Der Entry Standard ist kein amtliches sondern privatrechtliches Börsensegment an der Frankfurter Wertpapierbörse, das seit dem Jahr 2005 besteht.

Als Teilsegment des Open Markets bildet der Index den Kursverlauf von 30 Aktien, die hier gelistet sind, ab. Für kleine und mittelgroße Unternehmen stellt der Entry Standard den Zugang zum Kapitalmarkt als Alternative zu EU-regulierten Segmenten dar.

Der Entry Standard richtet sich an erfahrene Anleger. Diese sollten in der Lage sein, ein höheres Chance/Risiko-Verhältnis im Zusammenhang mit einem Investment in Aktien zu überschauen. Die höheren Risiken resultieren dabei in erster Linie aus den geringeren Anforderungsrichtlinien im Hinblick auf andere Börsensegmente.

Entry Standard: Voraussetzungen und Transparenz-Anforderungen

Die Anforderungen im Entry Standard sind im Vergleich zum General Standard und Prime Standard geringer. Hierdurch soll in erster Linie jungen und/oder kleinen Gesellschaften das Debut auf dem Aktienmarkt erleichtert werden. Unternehmen im Entry Standard müssen über ein Grundkapital von mindestens 750.000 € verfügen und wenigstens 2 Jahre alt sein. Dabei müssen mindestens 10% der Aktien im Streubesitz sein, wobei der Nennwert eines Anteilscheins mindestens 1 € betragen muss.

Bezüglich der Transparenz müssen die im Entry Standard gelisteten Unternehmen einen Halbjahresbericht sowie einen testierten Jahresabschlussbericht vorlegen. Wichtige Unternehmensmeldungen muss die Gesellschaft auf ihrer Website kommunizieren. Dagegen ist die Veröffentlichung von so genannten Ad-hoc-Nachrichten nicht erforderlich. Anleger sollten auch beachten, das Unternehmen des Entry Standards die internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) nicht erfüllen müssen.

Größte Gesellschaften im Entry Standard

Der Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse setzt sich aus 30 Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammen. Die größten sind:

  1. Sberbank: Die russische Finanzgruppe Sberbank ist im Hinblick auf die Marktkapitalisierung von rund 44,59 Mrd. € mit weitem Abstand der größte Wert im Entry Standard.
  1. Grand City Properties: Grand City Properties ist eine deutsche Wohnungsbaugesellschaft, die in ihrer Branche mit etwa 16.000 verwalteten Wohnungen einen Mittelplatz einnimmt.
  1. Mühlbauer: Das Unternehmen des Maschinenbaus beschäftigt sich in erster Linie mit Sicherheitslösungen (z.B. Smart Cards und Vision-Systeme). Mühlbauer erwirtschaftet mit rund 2.700 Mitarbeitern jährlich etwa 237 Mio. € Umsatz.
  1. Colonia Real Estate: Colonia Real Estate ist ebenfalls eine Wohnungsbaugesellschaft, die in ihrem Portfolio unter anderem im Rheinland 19.000 Wohneinheiten verwaltet.
  1. Bavaria Industriekapital: Die Bavaria Industriekapital ist eine Münchener Beteiligungsgesellschaft. Das Geschäftsmodell besteht aus dem Ankauf und der Restrukturierung von Unternehmen.

Größere Chancen aber auch höhere Risiken

In erster Linie handelt es sich bei Gesellschaften aus dem Entry Standard um kleinere und mittlere Unternehmen, die gegenüber wirtschaftlichen Schwächephasen weniger robust sind als die großen Konzerne.

Daher eignen sich Aktien dieses Marktsegments eher für erfahrene Anleger, die Kenntnisse in Bezug auf schwankungsanfällige Werte besitzen. Gleichwohl bieten sich hier auch größere Chancen. Dennoch ist für Börsenneulinge beim Entry Standard Vorsicht geboten. Sie sollten in der Regel eher auf den stärker regulierten Markt, also zum Beispiel auf Blue-Chips wie DAX-Titel oder entsprechende Aktienfonds, zurückgreifen.

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