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Warren Buffet – Milliardaer, Kultfigur, Orakel von Omaha

Warren Buffett ist eine Legende von einem Investor. Sein Vermögen wir auf sage und schreibe 63,3 Milliarden US-Dollar geschätz, womit er auf der Liste der reichsten Menschen der Welt Platz 4 belegt.

Der Altmeister des Börsengeschäfts hat wieder zugeschlagen. Für 3,5 Milliarden Dollar sicherte sich seine Investment-Gesellschaft Berkshire Hathaway Anteile an ExxonMobil, dem weltweit größten börsennotierten Ölkonzern. Seit dem Deal mit IBM für knapp 11 Milliarden Dollar ist dies laut Finanzdienstleister Bloomberg seit zwei Jahren der bislang dickste Fisch, den er an Land gezogen hat.

Kurzbiografie – Harvard wollte ihn nicht!

Warren Edward Buffett wurde am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, geboren. Für die Highschoolzeit verschlug es ihn nach Washington D.C. Weil er mit dem Unterricht auf der Wharton School der University of Pennsylvania nicht zufrieden war, wechselte er an die University of Nebraska, wo er 1950 seinen Bachelor of Science abschloss. Den Master of Science machte der damals 21-Jährige in New York an der Columbia University, nachdem ihn Harvard abgelehnt hatte. Dort begegnete Buffett auch seinem Mentor und Freund, dem „Vater des Value Investings“, Professor Benjamin Graham.

Erfolgsgeschichte

Im Alter von nur sechs Jahren beginnt Warren Buffett mit dem Handeln: Ob beim Vermieten von Flipperautomaten oder beim Verkauf von Coca-Cola Flaschen und gebrauchten Golfbällen mit Gewinn. Als Sohn eines Brokers besaß er mit elf Jahren seine ersten Aktien. Seinen ersten Aktienhandel vollführte er mit Aktien von Cities: Er kaufte die Papiere für 38 Dollar das Stück und verkaufte sie für je 40 Dollar. Seine erste Anlagefirma baute der heute 83-Jährige im Schlafzimmer seines Hauses auf, in dem er noch heute wohnt. 1962 erwarb Buffett die Textilfirma Berkshire Hathaway in Massachusetts, die er zu einer Holding umstrukturierte. Heute hält die Holding des Star-Investors unter anderem Anteile an Coca-Cola, American Express, Goldman Sachs, Ketchuphersteller H.J Heinz & Co u.v.m. Dabei geht Warren Buffet immer nach dem gleichen Prinzip vor. Investiert wird nur, wenn er das Geschäftsmodell der Unternehmen versteht und sie langfristig Erfolg versprechen. Das sind meist alteingesessene Unternehmen.

Pilgerort Jahreshauptversammlung in Omaha

Was vor rund 30 Jahren mit etwa 15 Personen begann, hat sich mittlerweile zu einer Großveranstaltung entwickelt. Anfang der 80er Jahre wurde die Berkshire Hathaway Aktie für rund 500 Dollar gehandelt, Ende des Jahrzehnts bereits für 2.500 Dollar. 2006 pilgerten um die 10.000 Aktionäre und Buffett-Anhänger nach Omaha zur Jahreshauptversammlung ins Qwest Center. Inzwischen ist die Zahl der pilgernden Anhänger sogar auf über 35.000 gestiegen.

Investorlegende Warren Buffet neben dem indischen Unternehmer Manpreet Singh

Investorlegende Warren Buffet neben dem indischen Unternehmer Manpreet Singh

Gewinne und Verluste

Aber auch ein Warren Buffett, das Orakel von Omaha genannt, ist vor Verlusten nicht sicher. Die Euro-Krise bereitete auch ihm große Verluste, der Gewinn von Berkshire Hathaway sank 2011 im dritten Quartal um ganze 24 Prozent. Inzwischen geht es aber wieder bergauf. Gute Geschäfte treiben im dritten Quartal 2013 den Gewinn von Berkshire Hathaway um 29 Prozent auf umgerechnet 3,8 Milliarden Euro in die Höhe. Grund dafür sind die Beteiligungen an zahlreichen Konzernen und Spekulationen. Da verwundert es auch nicht, dass die Berkshire Hathaway-Aktie in USA und Kanada wieder zur Lieblingsaktie der Reichen avancierte. Damit schiebt sich die Berkshire Hathaway Aktie an Apple vorbei, die die letzten zwei Jahre auf dem ersten Platz war.

Investorlegende Warren Buffet neben dem indischen Unternehmer Manpreet Singh

Soziales Engagement – Milliardenschwer und bodenständig

Jedes Jahr, und das seit 14 Jahren, wird ein Essen mit Warren Buffett versteigert. Der Erlös geht an eine Wohltätigkeitsorganisation zur Unterstützung von Obdachlosen in San Franciso. „Es gibt alle möglichen Leute, die diese Hilfe brauchen“, so Warren Buffett. Die Rekordsumme aus dem Jahr 2012 von 3,5 Millionen Dollar wurde im Juni 2013 zwar deutlich unterboten, dennoch kam eine stattliche Summe von einer Millionen Dollar zusammen.

Warren Buffett rockt die Bühne!

Warren Buffett rockt die Bühne – Copyright thetaxhaven / flickr.com, verwendet nach den Bestimmungen der Creative Commons Lizenzen

Der Aktien-Guru ist dafür bekannt, dass er keine Mühen und körperlichen Einsätze scheut, um seine Anhänger zum Spenden aufzurufen oder zu motivieren. Das zeigt auch ein mittlerweile legendäres Firmenvideo, in dem Warren Buffett als Axl Rose verkleidet die Bühne rockt.

Video: http://www.youtube.com/watch?v=itS9eyO9JLs

Warren Buffett – Papst der Börse

Wer so viele Fäden zieht und an der Spitze der Finanzwelt steht, über den wird auch viel geredet. Hier einige Zitate, wie Bewunderer und Freunde den alten Börsen-Hasen sehen:

  • Allgemeiner Spitzname: „Orakel von Omaha
  • „Warren hat die Gabe, der Menge vorauszudenken und dazu gehört mehr, als sich seine Aphorismen zu Herzen zu nehmen – auch wenn Warren voller Aphorismen steckt, die zu Herzen zu nehmen sich lohnt.“ (Bill Gates)
  • „Er ist wie ein altes Krokodil. Er liegt lange auf der Lauer. Und dann schnappt er gnadenlos zu.“ (Aktionär)
  • „Forrest Gump der Finanzwirtschaft“ (Vanity Fair)
  • Mozart der Finanzwelt

Investorlegende Warren Buffet im Gespräch mit dem US-Präsidenten Barack Obama

Investorlegende Warren Buffet im Gespräch mit dem US-Präsidenten Barack Obama – Foto: Pete Souza

Warren Buffett – Milliardär mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn

Warren Buffet findet das Steuersystem nicht gerecht. Seines Erachtens zahle er im Vergleich zu wenig Steuern: „Unser Steuersystem bevorzugt die Reichen“, das ist das Ergebnis seiner Umfrage unter Mitarbeitern seines Büros. Er als Chef zahlt den niedrigsten Steuersatz, und damit nur halb so viel wie die Empfangsdame. Auch seine Kinder will er nicht bevorzugen. Sie werden nichts von seinen Milliarden abbekommen, sie müssen wie jeder andere auch arbeiten gehen: „Sollen die etwa privilegiert sein, nur weil sie dem Klub der glücklichen Spermien angehören?“ Über Jahre aufgeteilt, lässt Warren Buffet 85 Prozent seines Milliardenvermögens wohltätigen Zwecken zukommen, darunter auch der Stiftung von Bill Gates.

Warren Buffett und Bill Gates bei einem Interview

Warren Buffett und Bill Gates – Copyright Ethan Bloch / flickr.com, verwendet nach den Bestimmungen der Creative Commons Lizenzen

Zitate von Warren Buffet

Viele Jahrzehnte an der Börse hinterlassen Spuren und machen Warren Buffet nicht nur um viele Geschäfte reicher, sondern auch um die eine oder andere Lebenserfahrung:

Wer wird Nachfolger von Warren Buffett? – Die Gerüchteküche brodelt

Über die Nachfolge von Warren Buffett wird eifrig spekuliert, nicht nur unter den Anteilseignern von Berkshire Hathaway. Übernehmen zukünftig etwa Hedgefonds-Manager die Investment-Gesellschaft? Zumindest die Position des überwachenden Chairmans soll wohl Buffetts Sohn Howard im Ernstfall übernehmen.

Auf der Hauptversammlung im Frühjahr verkündete der Finanzmogul zudem, ein Nachfolger ist gefunden, nennt aber keine Namen. Zu den Favoriten der Chefsessel-Erben dürfen sich Gerüchten zufolge die Hedgefonds-Manager Todd Combs und Ted Weschler zählen.

Seit kurzem wird auch stark gemunkelt, dass seine Assistentin Tracy Britt eines Tages die Führung übernehmen soll. Die erst 29-jährige Investmentbankerin hält immerhin die Zügel von vier Berkshire-Tochterunternehmen in der Hand. Dabei galt lange Zeit der Manager David Sokol als gesetzter Nachfolger, bevor er wegen zwielichtiger Insidergeschäfte aufflog .

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