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On Balance Volume: Ein Volumenindikator unter der Lupe

Als Joseph Granville den On Balance Volume (OBV) bekannt machte, wurde der Ansatz am Anfang mit großer Skepsis betrachtet. Mittlerweile ist der On Balance Volume zu einem der grundlegenden Instrumente in der Technischen Analyse geworden und man findet ihn in einer Vielzahl von Büchern und Softwareprodukten zum Thema Technische Analyse.

Im Laufe der Jahre haben eine Reihe von Technischen Analysten versucht diesen Volumenindikator zu verbessern. So beruhen beispielsweise der Williams A/D, der Chaikins Oscillator und der Klinger Volume Oscillator auf dem Grundkonzept des On Balance Volume.

Joseph Granville sieht in den Umsätzen die Kraft, die den Markt bewegt und entwickelte mit dem On Balance Volume einen Indikator, der bedeutende Marktbewegungen widerspiegeln soll. Sein theoretischer Ansatz ist, dass bei einem Aufwärtstrend die Umsätze an Tagen mit steigenden Kursen höher sind als an Tagen mit fallenden Kursen.

Umgekehrt verhält es sich in einem Abwärtstrend. Dort sind die Tage mit fallenden Kursen durch höhere Umsätze gekennzeichnet. Eine von Joseph Granville Prämissen ist, dass es eine Gruppe von Marktteilnehmern gibt, die besser informiert ist als die Allgemeinheit der Marktteilnehmer. Diese Gruppe der Besserinformierten ist in der Lage, Aktien zu niedrigeren Preisen zu akkumulieren als die Allgemeinheit der Anleger.

Berechnung und Interpretation des On Balance Volume (OBV)

Die Berechnung des OBV ist relativ einfach. Wenn der heutige Schlusskurs größer ist als der Schlusskurs des Vortags ist, wird der Umsatz zum OBV-Wert des Vortags addiert. Der Umsatz wird subtrahiert, wenn der heutige Schlusskurs unter dem gestrigen Schlusskurs liegt.

Bei der Beurteilung des OBV wird der wertmäßigen Höhe dieses Indikators keine Bedeutung beigemessen, da dieser keinen festen Wertebereich aufweist und eine Abhängigkeit zum gewählten Startpunkt der Berechnung besteht.

Beim On Balance Volume wird in erster Linie auf Divergenzen zwischen dem Indikatorverlauf und dem Kursverlauf geachtet. Tendieren der Kursverlauf und der OBV in die gleiche Richtung, so wird der vorherrschende Trend durch den Indikator bestätigt. Eine Trendwende nach unten ist zu erwarten, wenn ein neuer Hochpunkt bei der Kursentwicklung nicht durch einen Hochpunkt des OBV bestätigt wird.

Umgekehrt ist mit einen Trendwende nach oben zu rechnen, wenn ein neuer Tiefpunkt des Kursverlaufs nicht mehr durch einen neuen Tiefpunkt im Verlauf des On Balance Volume nachvollzogen wird. Joseph Granville erklärt, dass mit einer baldigen Reaktion des Marktes zu rechnen ist, wenn eine Akkumulation oder Distribution des Volume ohne eine signifikante Kursbewegung erfolgt.

Eine weitere Möglichkeit der Auswertung ist die Verwendung eines gleitenden Durchschnitts der über den OBV gelegt wird. Steigt der OBV über seinen Durchschnitt werden steigende Kurse signalisiert. Fallende Kurse werden angezeigt, wenn der OBV unter seinen Durchschnitt fällt. Tom Aspray schlägt in seinem Artikel einen 21-Tage linear gewichteten gleitenden Durchschnitt vor.

Der On Balance Volume (OBV) als Trendfilter

Der OBV kann auch als Trendfilter eingesetzt werden. Der OBV gewichtet die jeweilige Kursbewegung mit dem Volumen und kombiniert damit auf einfache Weise Informationen über den Kurs und das Volumen. Ein Trend wird mit Hilfe eines gleitenden Durchschnitts definiert, der über den OBV gelegt wird.

Befindet sich der OBV oberhalb seines gleitenden Durchschnitts, wird ein Aufwärtstrend angezeigt. Ein Abwärtstrend ist dadurch gekennzeichnet, dass sich der OBV unterhalb seines gleitenden Durchschnitts befindet.Die Signale eines anderen Indikators werden dann nur in Richtung der durch den OBV angezeigten Trendrichtung ausgeführt.

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