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Der TRIN-Indikator, profitabel, aber nichts für schwache Nerven (2)

Sich gegen eine Korrektur zu stellen und Aktien zu kaufen, wenn die Medien negativ über die Märkte berichten, kann sehr profitabel sein, verlangt aber auch ein hohes Maß an Handelsdisziplin. Das Timing muss stimmen und die Positionsgrößen dürfen nicht zu groß sein. Wenn Sie Ihre Handelsentscheidung auf eine solide Basis stellen wollen, brauchen Sie ein Werkzeug, mit dem Sie saubere und nachvollziehbare Ergebnisse erzielen. Der Arms-Index hat sich bewährt und zählt seit mehr als 40 Jahren zur Standardausrüstung am Händlertisch.

Nachdem Sie gestern eine Einführung erfahren haben, prüfen wir heute, wie sich die aktuelle Marktsituation in den USA fassen lässt.

Der TRIN läuft in die überkaufte Zone. Innerhalb weniger Tage hat sich das Börsenbarometer an der Wall Street von Krise auf Schönwetter gedreht. Ich habe hier den TRIN auf 2 Tage geglättet (MA2), um den Wechsel besser zeigen zu können. In der Literatur wird der TRIN häufig mit 10 Tagen geglättet, was meiner Meinung nach aber dem kurzfristigen Charakter des Indikators entgegenläuft.

Am 18. April erreichte der TRIN seine Extremzone (vertikale rote Linie) und gab das Longsignal für den NYSE-Index. Ich werde an dieser Stelle oft gefragt, ob es solche Indikatoren auch für den DAX gäbe. Nun, liebe Leser, für Trader wäre ein deutscher TRIN von geringem Wert. Denn die US-Börse ist immer noch die Nummer 1 und der Handel geht hier bis 22:00 Uhr MEZ. Und Sie wollen doch bereits am Vorabend wissen, was Sie am nächsten Tag in Deutschland erwartet, und nicht dem DAX hinterherlaufen, oder?

 

(Quelle:StockCharts.com)

Zuletzt hat der TRIN also von Überverkauft (roter Kreis) lehrbuchmäßig gedreht.  Die nächste Bewegung verlief ebenfalls nach Plan, der Aktienmarkt stieg kurzfristig weiter und der TRIN erreichte den überkauften Bereich < 0,80, womit er die Bären zu einer Gegenbewegung ermuntert.  

Der 25. April an der Wall Street, ein Analyse

Wir betrachten jetzt den aktuelle Arms-Index (TRIN), MACD und slow Stochastik, was ist besser?

Viele Händler prüfen ein Signal gerne noch einmal, bevor sie echtes Geld investieren. Und jeder hat sein Geheimrezept, nach dem er solche Prüfungen in sein Handelssystem einbaut. Das soll verhindern, dass man sich zu schnell zu einer Handelsaktivität hinreißen lässt, die man später bereut.

Schauen wir uns deshalb einmal an, ob der NYSE-Index in Verbindung mit einem Slow-Stochastik-Indikator das Kaufsignal im TRIN bestätigt hätte, und lassen Sie uns über den weiteren Verlauf diskutieren.

(Quelle:StockCharts.com) 

Während der Arms-Index (TRIN) bereits am 18. April den Startschuss für einen Aktienkauf gegeben hat, bekommen wir weder vom MACD noch vom Stochastik-Indikator ein Kaufsignal. Ganz im Gegenteil,beide Signale stehen zu diesem Zeitpunkt auf Verkaufen und werden erst einige Tage später dem Trend folgen. Beim MACD ist das auch nachvollziehbar, denn es handelt sich um ein Trendfolgesignal. Aber die Stochastik, die von kurzfristig agierenden Börsianern gerne genutzt wird, kommt eindeutig zu spät.

Ich fasse zusammen. Obwohl wir wissen, wie wichtig eine Bestätigung von Kurssignalen durch das Volumen ist, verzichten viele Börsianer auf Volumenindikatoren. Der Arms-Index verarbeitet beide Informationen und liefert intraday wie auch auf Schlusskursbasis frühzeitig handelbare Signale.

Wie meinen Sie, liebe Leser, wie es nächste Woche weitergeht? Der MACD hat gerade erst ein neues Kaufsignal generiert. Die Stochastik hat bereits die 50-Prozent-Marke überschritten und was sagt der TRIN? 

Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen

Ihr Jürgen Nowacki

Buchautor & Tradingcoach

 

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Alte Kommentare
  • Ratz schrieb am 26.04.2013, 23:26 Uhr

    Die doppelte Divergenz im MACD schreit geradezu nach einer Absicherung, und der TRIN sagt: "Vorsicht, Stops nachziehen!" Nur habe ich dummerweise auf Stockcharts.com ganz andere Werte, wenn den TRIN aufrufe: heute 1,31, und gestern war auch nichts bei 0,8 wie auf Ihrem Chart oben; überhaupt sieht das Chartbild anders aus. Wie kommt das?