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Der gewichtete Gleitende Durchschnitt

Neben diesem einfachen, linearen GD gibt es noch den gewichteten und den exponentiellen. Heute betrachten wird den gewichteten:

Beim gewichteten GD wird jedem einzelnen Tag (bzw. Schlusskurs)ein Gewichtverliehen. In der Regel wird das Gewicht so verteilt, dass den aktuellen Kursen ein höheres Gewicht verliehen wird als den älteren. Nehmen wir wieder unser Kaffee-Tassen-Beispiel von gestern:

Angenommen Sie trinken innerhalb von 20 Tagen täglich folgende Mengen Kaffee:

  1. Tag: 3 Tassen
  2. Tag: 2 Tassen
  3. Tag: 5 Tassen

An den weiteren Tagen jeweils: 8,4,1,4,3,8,5,6,7,9,6,8,5,4,8,7,6 Tassen. Der normale Durchschnitt wäre jetzt: Summe aller Tassen Wasser geteilt durch 20 Tage, also:

109 Tassen : 20 Tage = 5,45 Tassen täglich.

Wie sieht ein gewichteter Durchschnitt aus? In der Regel (bei Börsenkursen) wird dem jüngsten Tag (nicht Gericht…) das höchste Gewicht eingeräumt. Achtung, jetzt gedanklich dabei bleiben:

Dieses Gewicht bezieht sich auf die Anzahl der beobachteten Tage, in diesem Fall 20. Der jüngste Tag erhält ein Gewicht von 20, der zweitjüngste ein Gewicht von 19 etc. Der älteste Tag, der vor 20 Tagen erhält ein Gewicht von 1. In unserer Kaffee-Formel sieht das so aus:

(3 Tassen mal 1) + (2 Tassen mal 2) + (5 Tassen mal 3) + (8 Tassen mal 4) usw…..+ (7 Tassen mal 19) + (6 Tassen mal 20)

Zweiter Teil der Rechnung des Gewichteten Gleichtenden Durchschnitts

Das ist die erste Hälfte der Rechnung, das Ergebnis ist 1270. Dieses Ergebnis muss geteilt werden und zwar durch die Summe der „Gewichte“. In diesem Falle 1 + 2 + 3 …. usw. + 19 + 20. Die Summe der Gewichte ist in diesem Falle 210.

Zum Verständnis: Wenn Sie einen einfachen Durchschnitt berechnen, erhält jeder Tag das Gewicht von 1. Sie teilen zum Schluss bei diesem Beispiel (20-Tage-GD) durch 20, also die Anzahl der Tage. Da sie aber einen gewichteten Durchschnitt berechnen, müssen Sie die oberen Faktoren (also 20, 19, 18 etc) wieder „bereinigen“. Das Ergebnis im Beispiel sieht so aus:

1270 Tassen geteilt durch 210 = 6,04 Tassen.

Jetzt erkennen Sie bereits den Unterschied zum einfachen Durchschnitt, der bei diesem Beispiel ja 5,45 Tassen ergab. Was könnten Sie alleine aus diesem Verglich der beiden Durchschnitte schließen?

Da beim gewichteten Durchschnitt die letzten Tage ein höheres Gewicht erhalten und das Ergebnis über dem einfachen Durchschnitt liegt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie in letzter Zeit mehr Kaffee getrunken haben als sonst üblich.

Wozu braucht man einen Gewichteten Gleitenden Durchschnitt?

Gewichtete GDs werden in der Tat dann genutzt, um einen Durchschnitt „schneller“ zu machen. Eine schnelle Bewegung in eine Richtung würde. Bei einem gewichteten Durchschnitt in der Regel schneller zu einem Signal führen, als bei einem linearen.

Hier ein Beispiel für den Dax mit einem linearen und gewichten 50-Tage-GD.

Chart: Der gewichtete Gleitende Durchschnitt

Der rote Verlauf ist der lineare 50-Tage-GD, die blaue Kurve ist der gewichtete 50-Tage-GD. Sie erkennen, dass der der gewichtete, blaue GD schneller auf die aktuellen Zwischen-Rallies (Aufwärtsbewegungen) reagiert. Aktuell hätte der gewichtete GD bereits am 8. Dezember ein Kaufsignal generiert, der lineare GD war zwei Tage später dran.

Allerdings sehen Sie auch im Chart, dass diese „Schnelligkeit“ nicht unbedingt Vorteile hat: Der gewichtete GD (der wie gesagt den aktuellen Kursen ein höheres Gewicht einräumt) generierte am 4. November (eingekreist) ein Fehlsignal.

Viel Erfolg an der Börse

Ihr

Tom Firley

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Über den Autor Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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