MenüMenü

Stopp-loss-Order: Fallstricke bei Stoppkursen – Teil 2

Gestern hatten wir uns wichtige Fallstricke bei einer Stopp-Loss-Order vorgenommen und ich hatte Ihnen gezeigt, was Sie dagegen tun können. Heute zeige ich Ihnen weitere Probleme und deren Lösung bei dieser wichtigen Orderart.

Vierter Fallstrick

Setzen Sie einen Stopp-Loss niemals als „Trailing Stopp“. Ich weiß: solche „nachlaufenden Stopps“ als Prozentwert oder Absolutwert vom Einstiegskurs (und später vom zuletzt erreichten Höchstkurs) erfreuen sich gerade bei Privatanlegern hoher Beliebtheit und werden selbst von „Eggsbärdn“ immer wieder gern empfohlen. Geradezu als „Wundermittel“. Teils sogar gegen erblich bedingen Haarausfall (nein, Quatsch). Das Problem ist nur: die Börse juckt nicht, wo Sie gerade eingestiegen sind. Im schlimmsten Fall werden Sie gerade dann mit 20% Verlust und Trailing-Stopp ausgestoppt, wenn die Aktie auf einer charttechnischen Unterstützung aufsetzt. Danach dreht sie wieder nach oben und die Party findet ohne Sie statt.

Lösung: Ich orientiere mich beim Setzen von Stopps ausschließlich an (nicht zu offensichtlichen) charttechnischen Marken (Trendlinien, Unterstützungen, gleitende Durchschnitte). Die Idee dahinter: Wenn die Aktie diese Marken bricht, dann ist die Gefahr groß, dass es in die falsche Richtung geht. Dann, und nur dann, muss ich raus. Oder ich nehme sogar die Gegenposition ein. Manchmal können solche Marken ziemlich weit weg liegen. Dann kann ich eben nur eine kleine Position kaufen, um mein Risiko nicht unnötig groß werden zu lassen.

Denken Sie immer dran: Trendfolge bringt Ihnen das dicke Geld. Bleiben Sie in einem Trend möglichst lange investiert, auch wenn es zwischenzeitlich in Korrekturen Verluste geben kann. Doch gehen Sie sofort raus, wenn der Trend kippt. Das ist der Fall, wenn wichtige Chartmarken brechen. Deshalb sind nur dort Stopps sinnvoll. Beachten Sie hierbei aber unbedingt „Fallstrick zwei“.

Fünfter Fallstrick

Hartnäckig hält sich die Legende, dass einige Emittenten oder Broker Stoppkurse regelrecht „abfischen“ würden. Das heißt, diese drücken den Kurs zeitweise unter eine bestimmte Marke, um Stoppkure auszulösen. Danach steigt die Aktie wieder. Abgesehen davon, dass dies höchsten s bei kleineren, wenig liquiden Werten praktikabel ist, weil sonst Unmengen an Kapital nötig wären, halte ich dies für ein Märchen. Das es manchmal dazu kommt, dass Aktien kurz unter eine wichtige Marke fallen und danach wieder steigen, hat eine ganz einfache Ursache: an manchen Marken ballen sich eben viele Stopps. Aufgrund von Nachrichten, Erwartungen oder häufig auch bei dünnen Umsätzen werden die eben zufällig ausgelöst, andere Marktteilnehmer sehen darin jedoch eine Kaufchance.

Lösung: Meiden Sie illiquide Werte, bei denen Kursbewegungen häufiger zufälliger Natur sind. Weitere Lösung: Setzen Sie zwei Stopps für jeweils eine halbe Teilposition an verschiedene Chartmarken. Die Wahrscheinlichkeit, zweimal hintereinander Pech zu haben, ist deutlich geringer. Macht natürlich nur bei ausreichend großen Positionen Sinn, sonst werden die Handelsgebühren bezogen auf Ihr Investment zu hoch. In meinen Börsendiensten habe ich mit dem Setzen mehrerer gestaffelter Stopps sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn man doch mal in eine Falle geraten ist, dann ist man anschließend wenigstens noch mit der halben Portion dabei. Wenn beide Stopps ausgelöst werden, ist es keine Falle, sondern ein Trendwechsel. So zumindest meine Erfahrung.

So, nun wissen Sie wie und warum Sie Stopps setzen sollten. Ganz nebenbei sind Verluste oder auch Gewinnmitnahmen durch einen automatischen Stoppkurs viel leichter zu realisieren, als wenn Sie sich jedes Mal aktiv entscheiden müssen. Gerade bei Verlusten tun sich viele Anleger gern schwer, bis sie so viele Depotleichen mitschleppen, dass sie gar keine vernünftige Depot-Rendite mehr erwirtschaften. Nur: Hoffen bringt gar nichts, da ist die Börse knallhart. Deshalb: Wenn Sie die Sache mit den Stopps beherrschen, ist das schon mal die halbe Miete für Ihren Börsenerfolg. Dann müssen Sie nur noch die richtigen Titel kaufen. Vielleicht holen Sie sich dazu professionelle Hilfestellung:

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

Regelmäßig Analysen über Börsenwissen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Henrik Voigt. Über 344.000 Leser können nicht irren.