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Wie Sie Ihr Geld noch heute sichern

Nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg gab es Zwangshypotheken und andere Sonderabgaben auf Immobilien, die den Hauseigentümern einfach „aufs Auge gedrückt“ wurden. Das könnte es wieder geben. Eine Blaupause von damals gibt es ja noch. Welche Möglichkeiten gibt es deshalb, sein Geld zu sichern?

Einsehbarer Kontostand

Ist das Zeitalter der Privatsphäre wirklich vorbei? In Zeiten von totaler Überwachung durch NSA oder Konten-Durchleuchtungen durch die Finanzbehörden glauben viele Anleger mittlerweile, sie seien ein gläserner Bürger. Wussten Sie, dass die USA Ihren Kontostand kennt, auch wenn Sie kein Amerikaner sind und noch nie einen Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt haben?

Hinter der Abkürzung FATCA verbirgt sich ein neues US-Gesetz, das viele Millionen deutscher Bankkunden dazu zwingt, gegenüber den USA eine Selbstauskunft abzugeben, sobald Ihr Guthaben über dem Betrag von 50.000 US-Dollar liegt. Meldepflichtig sind alle Konten und Depots.

Vollkommen unabhängig davon, in welcher Währung sie geführt werden. Die Bank leitet die Daten dann an das deutsche Bundesamt für Steuern (BZSt) weiter – und dieses dann an die US-Finanzbehörde IRS. Sie können diese Auskunft zwar auch verweigern. Aber dann werden Sie in eine Kartei des BZSt als „unkooperativ“ eingestuft und trotzdem an die USA gemeldet.

Doch auch die Beamten hier zuhause beim BZSt werden sich jetzt schon die Hände reiben. Diese deutsche Behörde erfährt durch die Auskünfte natürlich ebenfalls, welcher Bürger über mindestens 50.000 US-Dollar Vermögen verfügt. Ob mit US-Konto oder nicht. Sie sehen daran, dass die Bedrohungen von überall herkommen. Eben nicht nur von deutschen Staat, sondern daneben auch von der EU und den USA.

Ausländische Lebensversicherung

Es gibt eine völlig legale Ausnahme. Nutzen Sie sie, solange es sie noch gibt. Mit dieser Ausnahme schlagen Sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Statt einer reichlich wackligen Lebensversicherung aus dem EU-Raum legen Sie sich eine Lebensversicherung außerhalb von EU und Eurozone zu. Sie alleine bestimmen weitestgehend, welche Papiere Sie innerhalb der Lebensversicherung kaufen. Diese Lebensversicherung hat genau dieselben Vorteile wie eine, die Sie in Deutschland abschließen. Mit all den Steuervorteilen wie hier auch.

Erst bei Fällig werden der Lebensversicherung müssen Sie sie in Ihrer Steuererklärung angeben. Und selbst dann gilt hier immer noch das günstigere Halbeinkünfteverfahren. Bis zu diesem Zeitpunkt weiß niemand von dieser Versicherung – und das komplett legal.

Auch die darin enthaltenen Papiere sind nach außen völlig unsichtbar. Niemand kann Sie durch diese clevere Konstruktion enteignen oder Gelder daraus beschlagnahmen. Sie können innerhalb dieser Lebensversicherung alle Positionen so oft umschichten, wie Sie möchten. Ohne die Erträge daraus vorab versteuern zu müssen. Das passiert erst ganz am Ende der Laufzeit, wenn die Lebensversicherung fällig wird.

Geld zu Hause aufbewahren

Die seit 2008 anhaltenden Immobilien-, Wirtschafts-, Finanz-, Schulden- und Eurokrisen verunsichern Millionen von Menschen. Immer mehr Banken geraten in Schieflagen. Öfters werde ich deshalb gefragt: „Ist es besser, wenn ich mein Geld zu Hause aufbewahre?“ Meine Meinung dazu lautet: Ja. Doch Banker bringen immer wieder zwei Argumente, die ich widerlegen möchte:

1. Aufbewahrung zu Hause sei risikoreich

Ich habe einen mobilen Tresor, der feuerfest ist. Die Sicherheitsstufe Ihres eigenen Tresors ist maßgeblich für die Versicherungssumme. Stellen Sie also zusammen, welche Werte Sie im Tresor lagern wollen. Rechnen Sie den Gesamtwert der Anlagen aus. Informieren Sie dann Ihre Hausratversicherung darüber. Ihr Berater kann Ihnen dann sagen, welche Sicherheitsstufe für Sie am besten ist und welcher Tresor für Sie in Frage kommt.

Mein Versicherungsvertreter kam bei mir vorbei, nachdem er vorher schon den Tresor-Typ von seiner Versicherung bestätigen ließ. Dann fotografierte er den gesamten Tresorinhalt, den ich auf den Tisch ausbreiten musste und erstellte ein Protokoll, das wir beide gegenzeichneten. Wenig später erhielt ich eine Bestätigung, dass der Tresorinhalt versichert ist.

Im Falle eines Brandes oder Diebstahl sind Ihre Edelmetalle, Fremdwährungen und auch Ihr Bargeld abgesichert. Gleichzeitig haben Sie immer Zugriff auf diese Vermögensbestände. Auf einer Bank ist weder die Einlagensicherung, noch der jederzeitige Zugriff im Krisenfall gewährleistet.

2. Geld unter dem Kopfkissen wirft keine Zinsen ab

Dieses Argument ist hinsichtlich der Niedrigverzinsung ein Witz. Heute verliert das Geld auf der Bank genauso wie unter dem Kopfkissen. Sie bekommen doch (fast) keine Zinsen mehr. Sie sehen das in Griechenland. Was nützen Ihnen jetzt ein paar Zinsen, wenn Sie gar nicht mehr an Ihr Geld kommen und es vollkommen ungewiss ist, ob alle Banken jemals wieder öffnen?

Kontoplünderung „Light“: Das Bankschließfach

Einen Teil Ihres Cashs in ein versichertes Bankschließfach oder Tresorfach anderswo zu sperren ist eine weitere Möglichkeit, Bargeld zu sichern. Die Idee war, das Geld so aus den Büchern der Bank zu nehmen, aber dennoch sicher verwahren zu lassen – schließlich hält eine Bank dank des Teilreservesystems nie genug Geld, um alle Kunden auszahlen zu können. Da ist der Besitz von Bargeld weit mehr wert als nur der Besitz einer Forderung gegen eine Bank (nichts Anderes ist ein Sparbuch oder Konto).

Die jährlichen Gebühren für ein Bankschließfach sind hier natürlich zu rechnen. Hohe Zinsen erhalten Sie ja aktuell sowieso nicht auf die gängigen Spar- und Tagesgeldkonten.

Ummünzen in Edelmetalle

Ebenfalls empfiehlt sich als Maßnahme der Aufbau physischer Edelmetallbestände. Eine alte Börsenweisheit besagt: „Halte 10% deines Vermögens in physischem Gold, und hoffe, dass du dieses nie brauchen wirst.“ Unser auf Papierwährungen aufgebautes Finanzsystem stand innerhalb der letzten Dekaden mehrmals kurz vor dem Zusammenbruch. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Lage in Europa und weltweit, wie fragil und instabil unser Fiat Money Geldsystem ist.

Halten Sie 10 %, 20 % oder 30 % Ihres Vermögens liquide in Gold und Silber, in der Hoffnung es niemals brauchen zu müssen. Jungen Menschen empfehle ich, statt eine Riester Rente o.ä. jeden Monat einen kleinen Sparbetrag in Edelmetalle zu investieren. Von Riester, Rürup, der staatlichen Rentenversicherung und dem Euro spricht in 30 Jahren vermutlich keiner mehr.

Aber Sie werden sich mit Gold und Silber immer etwas zum Anziehen, zu Essen und eine Wohnung leisten können. Zu physischen Edelmetallen gibt es keinerlei Alternativen. Auch wenn Ihnen manch ein „Experte“ etwas Anderes erzählen will. Gold braucht keine Zinsen abzuwerfen. Es erhält die Kaufkraft Ihres hart erarbeiteten Geldes, was letztendlich mehr wert ist – besonders in den unsicheren Zeiten.

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Über den Autor Markus Miller

Markus Miller (geb.: 1973) ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.

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Alte Kommentare
  • Uwe Kanehl schrieb am 12.08.2015, 07:58 Uhr

    Das mit der fast, von Staatswegen, zugriffsfesten LV finde ich sehr interessant aber wie kann ich denn meine bereits bezahlte Eigentumswohnung vor dem Zugriff des Staates oder der EU legal schützen?

    • Markus Miller antwortete am 18.08.2015, 10:52 Uhr

      Sehr geehrter Herr Kanehl, in aller Kürze: Hier gibt es zwei wesentliche Strategien: 1. Die effizienteste ist der Verkauf 2. Viele Immobilienbesitzer beleihen ihre eigentlich lasten- und schuldenfreien Immobilien aus Sicherheitsüberlegungen, damit eben keine erstragigen (Zwangs)Hypotheken von Dritten eingetragen werden können. Viele Grüße Markus Miller

  • berger schrieb am 12.08.2015, 09:28 Uhr

    Das ist Quatsch mit Soße! Warum soll ich STEUERN bezahlen? Sagen sie es mir!

  • Seitz schrieb am 12.08.2015, 10:28 Uhr

    Laut Google betrift FACTA nur US Bürger.

  • Meinrad Lacher schrieb am 12.08.2015, 15:13 Uhr

    Ich bin immer wieder erstaunt, wie Vermögensverwalter/Oekonomen/Journalisten mit voller Ueberzeugung und guter Absicht Produkte empfehlen, die von der Finanzwirtschaft "kreativ" geschaffen wurden und die auf dem Papier auch schlüssig sind. Aber jetzt kommt das Aber: Wie Sie selbst oben schreiben: Gefahren drohen den Anlegern von Seiten des Staates! Welch trauriges Bild zeigt uns doch die Politik in den letzten Jahren: Jeder Vertrag wird gebrochen, wenn es "alternativlos" ist, Gesetze werden nicht eingehalten, ja gar die Verfassung bricht man. Also wenn es dann crasht, wird auch in irgendeiner weise auf obiges Konstrukt "gegriffen". Warum sollte man nicht? Schliesslich ist jeder Mensch vor dem Gesetz gleich, nicht wahr? Das gleiche wird geschehen mit all diesen Konstrukten, mit denen ich à la baisse spekuliere: Wenn`s tätscht, schliesst die Bank und falls sie wieder eröffnet ist sowohl auf der Geld wie auf der Briefseite eine Null. Also meines Erachtens kann man sich nur mit Aktien à la Nestlé, Coca-Cola und ähnlichen einigermassen absichern. Ich sage einigermassen, denn ganz sicher gibt es für die auf diese Weise Ueberlebenden eine zusätzliche Vermögensabgabe!!! Eigentlich bin ich ein optimistischer Mensch, aber mit dieser "Elite" die zur Zeit am Ruder ist, fällt es einem schon schwer.

  • Adelbert schrieb am 22.09.2015, 15:52 Uhr

    Aber Lebensversicherung ist doch schon lange keine gute Anlage mehr. Außerdem gibt es auch eine Zentralstelle für Versicherung = HIS Hinweis- und Informationsystem Kann auch von Schnüfflern zugegriffen werden. Oder wer weiss da genaues?? Jedenfalls dürfte das keine Schutzburg sein.