MenüMenü

Neue Cyberattacken in Europa, Russland und die Ukraine

Eine neue Welle von Cyberattacken erschüttert aktuell Server in Europa, Russland und der Ukraine. Mehr als 80 Unternehmen sind bereits von dem neuen Virus namens Petya betroffen, der Computer lahmlegt und ein „Lösegeld“ über 300 Dollar in Form von Bitcoins verlangt.

Frachthäfen und Flughafenterminals lahmgelegt

Laut Sicherheitsexperten des russischen Unternehmens IB Telecommunications verbreitet sich der Virus ganz ähnlich wie bei der WannaCry-Attacke im Mai diesen Jahres. Der Virus konnte sich schnell von Russland und der Ukraine aus über Europa und bis in die USA verbreiten.

Betroffen ist unter anderem das Unternehmen A.P. Moller-Maersk, einer der weltweit größten Betreiber von Container-Frachtsystemen. APM Terminals – eine Tochterfirma von Maersk – berichtet von Systemausfällen in den Häfen von New York und New Jersey – den größten Häfen an der amerikanischen Ostküste.

Betroffen ist auch der Hafen in Rotterdam, der größte Frachthafen Europas.

Ukrainische Zentralbank ist Petya-Opfer

Schwer betroffen ist auch die Ukraine. Die ukrainische Zentralbank, Regierungsnetzwerke und Flughäfen berichten von Angriffen durch den Petya-Virus. Der ukrainische Energieproduzent Kyivenergo musste wegen der Attacke sein Computernetzwerk zeitweise abschalten.

Laut einem Mitarbeiter des ukrainischen Innenministeriums ist die Cyberattacke die „größte in der Geschichte der Ukraine“.

Auch das deutsche Pharmaunternehmen Merck hat bereits bestätigt, dass das interne Netzwerk durch die Cyberattacke betroffen ist.

„Es ist genau wie der WannaCry-Angriff“

Cybersicherheits-Unternehmen versuchen, die Angriffswelle einzudämmen. Verantwortlich für den Petya-Virus ist dasselbe Hackertool der NSA, das schon den WannaCry-Virus hervorgebracht hat.

„Es ist genau wie der WannaCry-Angriff“, sagte Mikko Hypponen, Chef-Analyst des Sicherheitsunternehmens F-Secure.

Sicherheitsexperten rechnen mit weiteren Cyberangriffen

Diese neue Welle von Cyberattacken könnte nur die Spitze des Eisberges sein. Laut einer Prognose des auf Cyber-Kriminalität spezialisierten Analysehauses Cybersecurity Ventures werden die Attacken weiter zunehmen.

Die Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die jährlichen globalen Kosten der Cyber-Kriminalität bis 2012 auf 6 Billionen US-Dollar explodieren.

Was wenn solche Schadsoftware in die Hände von Terrororganisationen gelangt? Bei der aktuellen Attacke wurden gezielt Zentralbanken, Flughäfen und Energieversorger angegriffen. Folgen eines Angriffs auf die deutsche Infrastruktur wären kaum abzusehen.

Auch das Finanzsystem ist durch Cyber-Terrorismus enorm gefährdet

Ein gezielter Angriff auf Börsensysteme und Banken könnte für Chaos an den Aktienmärkten sorgen und die Stabilität des globalen Finanzsystems gefährden.

Die Wahrheit ist, dass unsere gesamte Infrastruktur inzwischen äußerst anfällig für Cyber-Angriffe geworden ist – und diese Angriffe nehmen in letzter Zeit immer mehr zu. Als Anleger sollten Sie daher unbedingt auch auf „analoge“ Investments setzen, die nicht durch Hackerangriffe gefährdet sind.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten