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Londoner Gericht erklärt Boris Becker auf Antrag der Bank Arbuthnot Latham & Co für bankrott!

Sie kennen sicherlich die altbekannte Weisheit „Andere Länder, andere Sitten“. Diese Aussage wurde aktuell Boris Becker offensichtlich zum Verhängnis. In Deutschland muss die Privatinsolvenz selbst beantragt werden.

In Großbritannien kann hingegen ein Gläubiger diese erwirken. Das ist bei Boris Becker jetzt geschehen.

Ein Gericht in London hat unsere deutsche Tennislegende offiziell für bankrott erklärt, nachdem ein weiterer Zahlungsaufschub abgelehnt wurde. Boris Becker hat mittlerweile öffentlich erklärt, dass diese Behauptung nicht zutrifft.

Er sei nicht zahlungsunfähig, sondern lediglich nicht liquide. Er plant beispielsweise sein Anwesen auf Mallorca zu beleihen oder zu verkaufen, um die notwendigen finanziellen Mittel zur Rückzahlung seiner Schulden bereitstellen zu können.

Arbuthnot Latham & Co: Eine unbekannte Privatbank wird weltberühmt

Ob nun Boris Becker wirklich pleite, oder nur temporär zahlungsunfähig ist kann ich natürlich nicht beurteilen. Auf jeden Fall ist Boris Becker für mich sehr schlecht beraten in seinem Handeln, oder beratungsresistent.

Die Zahlungsunfähigkeit Boris Beckers wurde in Großbritannien von einem Dritten beantragt. Das ist nach dem dort geltenden Insolvenzrecht möglich.

Den Antrag stelle die hierzulande vollkommen unbekannte britische Privatbank Arbuthnot Latham & Co. Das ist eine sehr renommierte Bank aus London, die bereits im Jahr 1833 gegründet wurde.

Interessant ist aus meiner Sicht, dass sich diese Bank eigentlich nicht auf Kreditvergaben spezialisiert hat, sondern auf Private Banking, Vermögensberatung und Vermögensverwaltung.

Hat sich Boris Becker an der Börse verspekuliert?

Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Kreditforderung dieser Bank gegen Boris Becker aus einem Wertpapierkredit resultiert, bei dem die Deckung durch Wertpapiere nicht mehr ausreichend ist. Das würde bedeuten er hat sich schlicht verzockt. Ich habe dafür wie gesagt keine Belege, das ist eine reine Hypothese meinerseits, aufgrund meiner Erfahrungen und der öffentlich vorliegenden Indizien.

Bezeichnend ist auch die Aussage von John Briggs, dem Verteidiger von Boris Becker. Dieser sagte vor Gericht in Bezug auf seinen Mandanten: „Wenn es um Geld geht, ist er leider nicht sehr clever“.

Auf jeden Fall dürfte die Privatbank Arbuthnot Latham & Co jetzt durch den Fall Boris Becker eine nie zuvor erreichte, weltweite Bekanntheit erlangt haben.

Boris Becker machte zuletzt selbst Werbung für binäre Optionen

Vom einstigen Werbeträger für AOL (Bin ich schon drin oder was?) oder vom geschätzten Markenbotschafter für Mercedes Benz ist Boris Becker auch in seinen Marketingaktivitäten tief gefallen.

Zuletzt machte er Werbung für den Pokerspiel-Anbieter „Pokerstars“ und sogar für einen Broker von binären Optionen mit dem Namen 24Option.

Dahinter steht das aus meiner Sicht stark fragwürdige Unternehmen Rodeler Ltd. aus Zypern. Anbieter von binären Optionen werben im Internet massiv mit hohen Gewinnen.

Das hat allerdings weniger mit Börse zu tun, als mehr mit Casino. Binäre Optionen sind reine Wetten, die bei falscher Annahme zum Totalverlust führen. Auch dafür hat Boris Becker leider seinen Markennamen hergegeben.

Ein Bankrott ist bitter aber kein Weltuntergang!

Unserer Tennislegende bleibt zu wünschen, dass er auch beruflich wieder in ruhigere Fahrwasser kommt. Selbst ein bankrott ist kein Weltuntergang. Im Gegenteil, eine kontrollierte Pleite kann einen Schlussstrich bedeuten und die Grundlage für einen Neuanfang legen.

Der aktuelle Fall von Boris Becker zeigt auch sehr eindrucksvoll, welche gravierenden Folgen es haben kann, wenn geltende Gesetze nicht sorgfältig beachtet werden. Ich empfehle auch Banken und Strategien im Ausland.

Das ist wichtig und richtig zur Risikodiversifikation und schützt vor rechtlichen Fehlentwicklungen im Inland. Allerdings nur, wenn die Konzepte professionell umgesetzt werden, in Bezug auf die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen.

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Über den Autor
Markus Miller

Markus Miller (geb.: 1973) ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.

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