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Italien verpulvert Verteidigungs-Etat für Banken-Bailout

Über das Wochenende sind erneut zwei italienische Banken pleite gegangen – die Banco Popolare di Vicenza und Veneto Banca.

Laut dem italienischen Premierminister waren die Guthaben der Bankanleger gefährdet. Die italienische Regierung trat daher mit einem Rettungspaket ein, das den Steuerzahler bis zu 17 Milliarden Euro kosten wird.

In Italien ist das eine Menge Geld – immerhin 1 % des BIP. Tatsächlich liegt die Summe fast so hoch, wie die 17,1 Milliarden Euro, die Italien letztes Jahr für den Verteidigungshaushalt ausgegeben hat.

Die italienische Regierung hat also seinen Verteidigungs-Haushalt für einen Banken-Bailout ausgegeben

Es liegt auf der Hand, dass kein Land der Welt es sich leisten kann, jedes Mal seinen kompletten Verteidigungshaushalt zu verpulvern, wenn eine Bank vor dem Kollaps steht.

Das gilt ganz besonders für Italien! Denn das Land steckt jetzt schon bis zum Hals in Schulden. Die Staatsverschuldung liegt bei 132 % des BIP – Tendenz steigend.

Außerdem bricht Italien damit zum wiederholten Male die Spielregeln der EU. Laut der „Bank Recovery and Resolution Directive“ sollen Pleitebanken eben NICHT durch Steuergelder gerettet werden. Stattdessen sollen in diesem Fall die Guthaben der Bankanleger geschröpft werden.

So zumindest die Theorie. Doch die Realität sieht ganz anders aus.

Italien hat UNZÄHLIGE marode Banken, die kurz vor dem Kollaps stehen

Fakt ist, in Italien stecken viel mehr Banken in der Krise, als nur die Banco Poploare und Veneto Banca. Das gesamte italienische Bankensystem ist marode und steht vor dem Kollaps. Italiens Banken sitzen auf 18 % toxischer Kredite – das ist mehr als vier Mal höher, als der europäische Durchschnitt.

Doch Bail-Ins – Enteignung der Bankanleger – sind bei italienischen Wählern nicht sehr populär sind. Da die italienische Regierung es sich mit den Wählern nicht verscherzen will, werden für Rettungspakete lieber Steuergelder herangezogen.

Ehemaliger EZB-Banker fordert bereits, deutsche Steuerzahler zur Kasse zu bitten

Italienische Steuergelder sind nicht unendlich – und dürfen laut EZB-Regeln eigentlich auch nicht für Bail-Outs genutzt werden. Was wird also passieren, wenn die Steuergelder zur Neige gehen und immer mehr Banken in die Knie gehen?

Der ehemalige EZB-Banker – ebenfalls Italiener – Lorenzo Bini Smaghi forderte bereits lautstark: „Was wir brauchen, ist eine europäische Lösung.“

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Stimmen lauter werden – und zur Sanierung italienischer Pleitebanken auch deutsche Gelder angezapft werden.

Denn Deutschland kann es sich überhaupt nicht leisten, Italiens Bankensystem kollabieren zu lassen. Schließlich hat Italien über 400 Milliarden Euro TARGET2 Kredite an deutsche Gläubiger offen. Ein Ausfall dieser Kredite wäre eine Katastrophe für die deutsche Wirtschaft.

Sie können also davon ausgehen, dass schon bald Ihre Steuergelder und Sparguthaben zur Sanierung italienischer Pleitebanken genutzt werden.

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