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Achtung Investmentsteuerreform 2018!

Die Einführung der Abgeltungssteuer zum Jahresbeginn 2009 war die letzte wesentliche Änderung, was die Besteuerung von Kapitalanlagen betrifft. Zum 1.1.2018 tut sich jetzt wieder einiges im Bereich der Besteuerung von Investmentfonds.

Vor allem bei in Deutschland aufgelegten Investmentfonds (ISIN DE) kommt es zu mehreren Änderungen.

Bereits im Dezember 2016 hat der Deutsche Bundestag ein neues Gesetz beschlossen, das die Besteuerung von Investmentfonds am dem kommenden Jahr ganz grundlegend verändert

Die aktuellen Regelungen sind europarechtswidrig

Ausländische Fonds mit Erträgen aus deutschen Quellen waren bislang steuerlich schlechter gestellt als deutsche Fonds. Das widerspricht dem Europarecht. Deswegen waren die Änderungen zwingend erforderlich.

Ein weiterer Grund ist das Bestreben, das Steuersystem einfacher und verständlicher zu gestalten.

Die gute Nachricht vorab: Unterm Strich werden ihre Steuerzahlungen durch diese Reform praktisch nicht erhöht, weil als Ausgleich sogenannte Teilfreistellungen für Steuerzahlungen eingeführt werden.

Allerdings ist von einer Vereinfachung des Steuersystems in meinen Augen weit und breit nichts zu sehen. Ganz ehrlich: Das war wohl auch nicht wirklich zu erwarten.

Achtung! Die steuerlichen Änderungen werden für Vertriebszwecke missbraucht

Ich hatte bereits den ersten Fall, bei dem eine Leserin mir mitgeteilt hat, dass ihr Vermögensberater ihr empfohlen hat, ihre Fondsanteile aufgrund des kommenden Investmentsteuergesetzes 2018 zu verkaufen.

Der Vermögensberater empfiehlt der Anlegerin aufgrund der Gesetzesänderungen zum 01.01.2018 eine Umschichtung in andere Finanzprodukte, darunter waren überwiegend Luxemburger Investmentfonds.

Aufgrund der angeblichen, steuerlichen Verschlechterungen im kommenden Jahr sollten die Umschichtungen dabei nach seinem Anraten unbedingt noch im Jahr 2017 durchgeführt werden.

Das ist ein ebenso interessanter wie auch trauriger Praxisfall. Hier wird die „Steuerangst“ von Kapitalanlegern für das Marketing und den Vertrieb von Finanzprodukten missbraucht.

Es gibt überhaupt keine Notwendigkeit, wegen der kommenden Investmentsteuerreform 2018 irgendetwas umzuschichten.

Der sogenannte Vermögensberater meiner Leserin nutzt die kommenden Gesetzesänderungen schlicht dazu, neue Produkte an den Anleger zu bringen.

Dadurch wird nicht das Vermögen des Kunden optimiert, sondern in erster Linie die Provisionseinnahmen des Beraters.

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Über den Autor
Markus Miller

Markus Miller (geb.: 1973) ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.

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