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75 Prozent Steuern: Das sind die roten Steuererhöhungsprogramme in nackten Zahlen!

Am vergangenen Wochenende fand der Parteitag der Grünen statt. Gespannt war ich vor allem darauf, mit welcher Steuerpolitik die Grünen in den Bundestagswahlkampf ziehen werden. Konkrete Konzepte basierend auf Zahlen habe ich keine vernommen.

Die Grünen wollen kleinere und mittlere Einkommen durch die Erhöhung des Grundfreibetrags entlasten. Dafür soll der Spitzensteuersatz ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro erhöht werden.

Zusätzlich soll eine verfassungsfeste, ergiebige und umsetzbare Vermögenssteuer für Superreiche eingeführt werden. Konkrete Zahlen? Fehlanzeige! Die Grünen haben sich offensichtlich wichtigeren Themen gewidmet.

Beispielsweise der „Ehe für alle“ oder der Stilllegung von Zigarettenautomaten die keine Schockbilder aufweisen.

Die SPD will den Spitzensteuersatz auf 45% erhöhen

Die Sozialdemokraten der SPD hingegen haben aktuell ihre Steuerpläne mit Zahlen konkretisiert. Es soll zukünftig gestaffelte Spitzensteuersätze geben.

Ab einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro (bislang 54.000 Euro) soll der Spitzensteuersatz von 42% gelten. Ab 76.000 Euro steigt dieser allerdings weiter an auf dann 45%.

Zusätzlich dazu beabsichtig die SPD die Einführung einer Reichensteuer in Höhe von 3% ab einem Jahreseinkommen von 250.000 Euro, auf den Spitzensteuersatz von 45%. Damit würden Top-Verdiener eine Steuerbelastung von 48% haben.

Die Einführung einer Vermögenssteuer plant die SPD nach ihren Angaben nicht.

Weil die rechtlichen Voraussetzungen dafür angeblich zu kompliziert wären. Das ist aus meiner Sicht kein stichhaltiges Argument. Ich beurteile den Verzicht auf eine Einführung der Vermögensteuer – im Parteiprogramm für die Bundestagswahl – rein als taktisches Wahlkampfmanöver.

Die Linken fordern eine Reichensteuer von bis zu 75%

Die Steuerpläne der Partei der Linken haben es hingegen in sich. Der Steuerfreibetrag soll von derzeit 8.800 Euro auf 12.600 Euro erhöht werden. Das beurteile ich als absolut vertretbar. Alle anderen Pläne werte ich hingegen als den steuerpolitischen Selbstmord eines Staates.

Ab einem Jahreseinkommen von 70.000 Euro soll bereits ein Spitzensteuersatz von 53% gelten. Ab einem Einkommen von 260.000 Euro soll eine Reichensteuer von 60% zur Anwendung kommen.

Diese soll ab einem Jahreseinkommen von einer Million Euro auf 75% steigen. Frankreichs gescheiterter Ex-Präsident Francoise Hollande lässt grüßen. Doch damit nicht genug.

Die Abgeltungsteuer soll abgeschafft werden. Ab einem Vermögen von einer Million Euro sollen 5% Vermögensteuer belastet werden. Würden diese Vorhaben in die Tat umgesetzt werden, wäre ein explodierender Exodus an auswandernden Millionären zu erwarten.

Außer es wird eine neue Mauer gebaut, um diesen Aderlass an Leistungsstarken und vermögenden Staatsbürgern zu verhindern.

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Über den Autor
Markus Miller

Markus Miller (geb.: 1973) ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.

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