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Warren Buffett: Die wichtigsten Investmentregeln einer Börsen-Legende

Letzte Woche erschien die aktuelle Milliardärs-Liste von Forbes. Das einmal jährlich mit Spannung erwartete Ranking des US-Magazins basiert auf Schätzungen der Redaktion.

Dazu werden Vermögenswerte wie Aktien, Immobilien, Kunstgegenstände oder auch Luxusgüter wie Yachten bewertet. Aber darauf will ich eigentlich gar nicht so groß eingehen.

Wissen wir doch alle, dass Bill Gates, Gründer von Microsoft, schon seit einiger Zeit mit einem Vermögen von 75 Mrd. Dollar die Liste der Reichsten unter den Reichen anführt.

In 17 von 22 Jahren belegte er Platz eins. Zara-Chef Amancio Ortega belegt Platz zwei und dann folgt wie gehabt, die lebende Investment-Legende Warren Buffett, mit einem geschätzten Vermögen von 60,8 Mrd. Dollar.

Aktien gehören in Zeiten von Minizinsen in jedes Depot

Auffällig ist: Es dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Zuckerberg und Bezos Bill Gates und Warren Buffett von den vordersten Rängen verdrängen. Denn die Aufholjagd der Tech-Giganten ist wirklich beeindruckend.

So legten Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Amazon-Chef Jeff Bezos im Milliardärs-Ranking im Vergleich zum Vorjahr extrem stark zu. Beide Manager zählen zu den größten Gewinnern. Zuckerbergs Vermögen ist um 11,2 Mrd. Dollar auf 44,6 Mrd. Dollar gestiegen.

Damit verbesserte er sich um zehn Plätze nach oben und belegt jetzt Platz sechs. Bei Jeff Bezos verlief es ganz ähnlich. Er sprang von Platz fünfzehn auf Platz fünf nach oben. Sein Vermögen wird auf 45,2 Mrd. Dollar geschätzt.

Das Schöne: Je mehr Geld in die Kassen von Zuckerberg und Bezos wandert, desto erfolgreicher dürften im Umkehrschluss wohl auch die Unternehmen der beiden Milliardäre werden. Und das wiederum dürfte all jene freuen, die sich einige Anteilsscheine der Konzerne ins Depot gelegt haben. Aktien gehören in Zeiten von Minizinsen einfach in jedes Depot!

Buffett schließt 50. Dienstjubiläum mit Rekordgewinn ab

Und keiner weiß besser wie Aktienanlage funktioniert, als Börsen-Aushängeschild Warren Buffett. Gerade hat Buffett seine Investoren in seinem jährlichen Aktionärsbrief darüber unterrichtet, dass 2015 ein Superjahr für seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway war.

Dieser Aktionärsbrief erfreut sich nicht nur bei Berkshire Hathaway-Aktionären großer Beliebtheit. Schließlich wollen auch wir wissen, wo der drittreichste Mann der Welt sein Vermögen investiert und vor allen Dingen, was er seinen Anlegern für 2016 für Ratschläge mit auf den Weg gibt.

Noch wichtiger ist aber folgender Satz in seinem Aktionärsbrief: „Viele Amerikaner glauben jetzt, dass es ihren Kindern nicht so gut gehen wird, wie ihnen selbst. Diese Ansicht ist komplett falsch: Die Babys, die jetzt in Amerika geboren werden, sind die glücklichsten in der ganzen Geschichte“.

Schließlich ist Wahlkampf in den USA und Buffett schießt als Unterstützer von Hillary Clinton mit diesem Satz klar gegen deren Herausforderer Donald Trump, der ein düsteres Bild von den USA malt, dass nur ein „starker Mann“ wie er wieder groß machen könne.

Buffetts wichtigste Investmentregeln

Doch zurück zu Berkshire Hathaway. Die Beteiligungsgesellschaft hat 2015, im 50. Jubiläumsjahr, einen Rekordgewinn erzielt, obwohl es für das Unternehmen an der Börse eher schlechter lief. Der Überschuss stieg verglichen mit dem Vorjahr von 19,9 Mrd. auf 24,1 Mrd. Dollar.

Besonders die von Buffett forcierte Fusion der Lebensmittelgiganten Kraft und Heinz sorgte für sprudelnde Sondergewinne. Im vierten Quartal hatte Berkshire den Gewinn sogar um 32% auf 5,5 Mrd. Dollar erhöht.

Berkshire Hathaway hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem echten Finanz-Schwergewicht entwickelt. Die Gesellschaft ist breit aufgestellt. Neben dem Eisenbahnunternehmen BNSF ist Buffett auch an vielen Unternehmen im Finanzsektor beteiligt.

Zu den wichtigsten Beteiligungen zählen hier sicherlich der Versicherungskonzern Geico oder die Bank Wells Fargo. Ferner ist Berkshire Hathaway in der Nahrungsmittel-, Bekleidungs- oder Immobilienbranche aktiv.

Wer Buffett kennt, weiß, dass die jetzigen Marktturbulenzen ihm wenig Angst einjagen. Schließlich sind viele Aktien jetzt wieder günstig zu haben. Seine goldene Investmentregel lautet dann schlicht und einfach: „Kaufen“.

Die 5 wichtigsten Investmentregeln von Warren Buffett

1) Verfallen Sie bei Marktturbulenzen nicht in Panik: 2014 schrieb Buffett in seinem Aktionärsbrief: „Spiele werden von denen gewonnen, die sich auf das Spielfeld konzentrieren, nicht von jenen, die ihren Blick nur auf die Anzeigetafel richten. Wenn Sie Samstage und Sonntage genießen können, ohne einen Blick auf die Aktienkurse zu richten, sollten Sie dies auch unter der Woche versuchen.“

2) Seien Sie demütig gegenüber den Märkten: In steigenden Märkten kann laut Buffett jeder mit Aktien gewinnen. Erst in schwierigen Marktphasen trennt sich die Spreu vom Weizen.

3) Legen Sie nicht alle Eier in einen Korb, sondern diversifizieren Sie! So schrieb er 2008 an seine Anleger: „Es gibt keine Regel, das Geld nur dort zu investieren, wo man es verdient hat. Im Gegenteil, es ist oft ein Fehler, genau das zu tun.“

4) Hinterfragen Sie Formeln und Investmentmodelle: „Investoren sollten gegenüber historischen Modellen skeptisch sein. Diese von einer streberhaft tönenden Sekte entworfenen Modelle, die mit esoterischen Vokabeln wie Beta, Gamma oder Sigma benannt werden, tönen beeindruckend. Zu oft vergessen die Investoren, zu hinterfragen, welche Annahmen eigentlich dahinter liegen.“ (2009)

5) Und last but not least: Seien Sie flüssig, wenn die Zeit reif ist, um günstig zu kaufen!

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Über den Autor Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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