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Ein Blick auf die Qualität des Managements einer Firma (Teil 1/2)

Heute und morgen möchte ich einen kurzen Blick mit Ihnen darauf werfen, wie Sie die Qualität eines Managements relativ schnell auswerten können. Eine nützliche Kennzahl in diesem Zusammenhang ist die Eigenkapitalrendite (Englisch: Return on Equity, kurz ROE).

Nachfolgend erläutere ich Ihnen kurz, was es mit dieser auf sich hat bzw. wie Sie diese berechnen können.

Eigenkapitalrentabilität: Ein hilfreicher Qualitätsindikator

Oft befinden sich Anleger in der Situation, dass Sie sich fragen müssen: Wie effektiv geht ein Management eines Unternehmens mit dem ihm zur Verfügung stehenden Kapital um? Wäre es nicht erfreulich einen Indikator zur Hand zu haben, den Sie näher verfolgen können?

Hier kommt die Eigenkapitalrentabilität ins Spiel. Auf englisch heißt diese Kennziffer Return On Equity (kurz: ROE). Sehen wir uns die Definition an. Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) errechnet sich wie folgt:

Beide dieser Daten erhalten Sie, wie bei den meisten Kennziffern, aus den durch die Unternehmen veröffentlichten Zahlen.

Jetzt gibt es ein Problem, denn der Gewinn kann verzerrt sein durch einmalige Effekte, Steuervorteile, etc. Da wir bei dieser Größe als Anleger an möglichst aussagekräftigen Daten interessiert sind, macht es Sinn, den Gewinn im obigen Verhältnis durch das EBIT zu ersetzen. Auf diese Weise ergibt sich ein realistischeres Bild.

Wie lässt sich diese Kennzahl in der Praxis anwenden?

Für Sie als Anleger ist entscheidend, wie Sie den ROE in der Praxis anwenden können. Zunächst können Sie anhand des ROE erkennen, ob Ihre Investition in ein Unternehmen mehr oder weniger rentabel ist als eine alternative Kapitalanlage. Der ROE verrät aber noch mehr.

Als potentiellem Anleger kann Ihnen der ROE in Verbindung mit weiteren Unternehmenskennzahlen Hinweise auf die zukünftige Unternehmensentwicklung geben. Wenn Sie z.B. ein Unternehmen finden, dessen ROE niedrig ist, kann dies ein Hinweis sein, dass die Aktiva der betreffenden Firma überbewertet sind. In diesem Fall droht die Möglichkeit, dass zukünftige Wertberichtigungen noch ausstehen.

Gleichzeitig kann ein niedriger ROE auf ein ineffektives Management hinweisen, was Kapital unrentabel gebunden hat (etwa in hohen Vorratsbeständen oder ineffektivem betrieblichem Anlagevermögen).

Ein übertrieben hoher ROE kann durch außergewöhnliche, einmalige Effekte entstehen bzw. an konjunkturzyklischen Hochpunkten auftreten, sofern das Unternehmen keine berechtigte Alleinstellung im Markt hat.

Der ROE ist eine der besten Möglichkeiten, die Profitabilität eines Unternehmens zu beurteilen. Er zeigt Ihnen, wie viel Profit die entsprechende Firma mit dem Geld, welches die Anleger in sie investierten, erwirtschaftet.

ROE: Ein Beispiel

Zwischen 1998 und 2003 setzte Dell Computer eine effiziente Direktverkaufsstrategie ein, welche hohe Profitmargen mit sich brachte. Dies führte zu starken Zuwächsen im Einnahmenbereich und einem zweistellen ROE von 46%. Während der gleichen Zeit stiegen die Aktien von Dell um 91.95%.

Am ROE können Sie gut erkennen, wie das Management gerade läuft. Fällt der ROE plötzlich stark, sollten Sie genau überprüfen, was die Ursache hierfür ist. Idealerweise möchten Sie als Investor einen beständig steigenden ROE sehen. Dafür kann es nützlich sein, den ROE regelmäßig zu überwachen.

Morgen werden wir uns noch eine Reihe weiterer Kriterien ansehen, die für ein gutes bzw. ein schlechtes Management sprechen. Ich stelle Ihnen dabei 10 Punkte vor, die mir in diesem Zusammenhang besonders wichtig erscheinen. Mit dieser kleinen „Checkliste“ können Sie einige Risiken beim Aktienkauf, die durch ein schlechtes Management entstehen können, ein ganzes Stück reduzieren.

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Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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