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Donald Trump: Eine Gefahr für Ihre Aktien?

Als US-Präsident wäre Donald Trump eine echte Black Box. Niemand kann vorhersagen, welche Pläne er tatsächlich umsetzen würde.

Und ein Einzug des Immobilien-Moguls ins Oval Office ist alles andere als ausgeschlossen. Ich möchte Sie sofort beruhigen: Langfristig hätte ein Wahlsieg von Donald Trump so gut wie keine Auswirkungen für Ihr Dividenden-Portfolio.

Aber kurzfristig könnten die Folgen für die Märkte durchaus verheerend sein. Denn Aktienmärkte mögen keine Unsicherheitsfaktoren. Donald Trump wäre wohl der mit Abstand unberechenbarste US-Präsident der Geschichte.

Trump müsste die Wall Street überzeugen

Als erfolgreicher Geschäftsmann würde er die US-Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Diese Botschaft übermittelt Donald Trump bei jeder sich bietenden Gelegenheit an die Wähler. Vielleicht könnte er dieses Versprechen tatsächlich halten. Aber bevor die Aktienmärkte ihm Glauben schenken, müsste er sie erst einmal von seinen Fähigkeiten überzeugen.

Vergleichen Sie Donald Trump einmal mit Hillary Clinton. Was auch immer Sie von ihrem politischen Programm halten mögen: Hillary Clinton ist viel berechenbarer als Donald Trump. Die Aktienmärkte können mit schlechten Nachrichten umgehen. Aber Unsicherheit ist Gift für die Märkte.

Ein rasanter Ausverkauf wäre höchstwahrscheinlich

Sollte Donald Trump in das Weiße Haus einziehen, können Sie mit einem Ausverkauf an den Aktienmärkten rechnen. Und ich rede von einer wirklich gewaltigen Verkaufswelle. Innerhalb von Monaten könnten die Kurse um 30 bis 50 Prozent nachgeben.

Denn viele Investoren würden Risikopositionen erst einmal verringern, um sich ein Bild von der neuen politischen Lage zu machen. Ich habe vor diesem Szenario keine Angst. Es gibt Bullenmärkte, Bärenmärkte und Seitwärtsphasen – das ist ganz normal. Langfristig werden die Aktienmärkte steigen.

Sie können ruhig bleiben

Seit 1928 hat der Markt inklusive der Dividendenzahlungen im Schnitt jährlich um 7,35 Prozent zugelegt. In den vergangenen 50 Jahren waren es durchschnittlich 7,65 Prozent pro Jahr.

Diese Zahlen umfassen den zweiten Weltkrieg, Attentate auf US-Präsidenten, den Vietnam-Krieg, Watergate, die Öl-Krise, den 11. September, den Irak-Krieg und viele andere Ereignisse, die nach Meinung der Pessimisten die Spielregeln für die Wirtschaft und die Märkte hätten verändern sollen. Aber die Aktienmärkte haben sich ein ums andere Mal wiederholt, auch wenn es natürlich Rückschläge gab.

Ich betone noch einmal, dass meine Prognose nicht die Fähigkeiten von Donald Trump als US-Präsident beurteilen soll. Es wird einen Ausverkauf geben, da Donald Trump für die Märkte wie ein unbeschriebenes Blatt wäre. Unsicherheitsfaktoren sind immer schlecht für Aktien.

Schwierige Phasen sind nichts Ungewöhnliches

Denken Sie daran, dass es für Aktien auf lange Sicht unerheblich ist, wer am Ende die Wahl zum US-Präsidenten gewinnt. Gewöhnlich fahren Sie mit Aktien durchschnittlich eine Rendite von 7,5 Prozent pro Jahr ein.

Werfen Sie einen Blick in die Vergangenheit: Am 18. Juni 1972 hat die Washington Post das erste Mal über den Watergate-Skandal berichtet. Dies war der schlimmste politische Skandal in der Geschichte der USA. Ein ansonsten erfolgreicher US-Präsident wurde durch ihn zu Fall gebracht.

An diesem Tag schloss der S&P 500 bei 108,36 Punkten. Ein Jahr später hatte der Markt einige Prozentpunkte verloren. Zwei Jahre später hatte er 17 Prozent abgegeben. Auch nach fünf Jahren waren die Verluste noch nicht wieder aufgeholt. Die USA kämpften mit einer Inflationsrate von 7 Prozent, die auch noch weiter anstieg.

Zehn Jahre nach der ersten Berichterstattung über Watergate hatte der Markt wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Das ist doch bemerkenswert: Wir erleben den schlimmsten Skandal aller Zeiten, zwei recht ineffektive US-Präsidenten, die Ölkrise und zusätzlich zweistellige Inflationsraten. Aber unterm Strich waren die Auswirkungen auf die Aktienkurse in dieser Zeit gleich null.

Nach weiteren fünf Jahren hatten sich die Kurse verdreifacht. Investoren, die ihr Geld zu Beginn des Watergate-Skandals in Aktien investiert hätten, hätten nach 15 Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,16 Prozent erreicht.

Das ist nur ein extremes Beispiel, das Ihnen zeigt, dass die Märke sich langfristig positiv entwickeln, selbst wenn wir schlechte Zeiten erleben.

Sichern Sie Geld, das Sie in absehbarer Zeit benötigen

Sollte Donald Trump im November tatsächlich gewählt werden, nehmen Sie Ihr kurzfristig angelegtes Geld am besten aus dem Markt. Aber Ihre langfristigen Investments sollten Sie nicht anrühren.

Machen Sie Ihre Entscheidungen nicht davon abhängig, wer im Weißen Haus das Ruder in der Hand hält. Die Erfahrung zeigt uns, dass Sie dies bereuen würden.

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