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Die „Goldmark“

Sie erinnern sich bestimmt: im Jahr 2002 bekamen wir den Euro bar in die Hand und mussten dafür unsere heiß geliebte D-Mark aufgeben. Heute berichte ich Ihnen von einer Goldmünze die am 26.Juli 2001 ausgegeben wurde. Und zwar aus einem ganz besonderen Grund….

Nämlich weil uns wohl der Abschied von unserer D-Mark so schwer fiel!

Um uns zu trösten (so nehme ich jedenfalls an) beschloss seiner Zeit, die Deutsche Bundesbank gar Ungewöhnliches: die Ausgabe der ersten und letzten (und damit einzigen) 1-D-Mark-Gedenkmünze aus Gold.

Sie wissen vielleicht, dass in der Regel nicht die Bundesbank unsere Münzen ausgibt, sondern der Bund, also der Staat, der das Münzrecht innehat…deshalb musste zuvor der Bundestag ein entsprechendes Gesetz erlassen, damit die Bundesbank ihre Goldmünzen-Pläne überhaupt umsetzen durfte.

Schon allein das macht die Münze für mich zu etwas Besonderem, denn sie hat sozusagen ihr eigenes Gesetz bekommen.

Nun gut, die Bundesbank gab also im Juli 2001 die einzige 1-D-Mark-Goldmünze in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus (vor der BRD gab’s natürlich noch eine ganze Reihe anderer deutscher Goldmünzen).

Mit ein Grund, weshalb besagte Münze heute umgangssprachlich oft als „die Goldmark“ bezeichnet wird.

Doch tatsächlich ist die Bezeichnung eigentlich nicht ganz richtig (weshalb ich sie in Anführungszeichen gesetzt habe), denn eigentlich bezieht sich die die Bezeichnung eher auf die alte Währung des Deutschen Kaiserreichs.

Aber nun gut, mir gefällt die Bezeichnung eigentlich auch für unsere 2001er -Münze sehr gut.

Doch bevor ich nun weiter erzähle, möchte ich Ihnen zunächst noch ein Bild dieser Münze zeigen:

1-D-Mark-Goldmünze 2001

1RSD28.02.

Und nun sehen wir uns die Daten dieser Münze an:

Metall: Feingold (999/1000)

Gewicht: 12 Gramm

Durchmesser: 23,5 mm

Nennwert: 1 DM

Ausgabe: 2001

Auflage: 1 Million Stück (davon jeweils 200.000 geprägt in den 5 deutschen Münzprägestätten [A,D,F,G,J])

Hübsch, nicht wahr?! Wir haben es hier also mit 12 Gramm Feingold zu tun, welches die Bundesbank damals für 250 DM pro Stück verkauft hat.

Anlagemünze, oder nicht?

Die Frage, ob es sich bei dieser, unserer letzten und einzigen 1-DM-Goldmünze eher um eine Sammler- oder um eine Anlagemünze handelt lässt sich meiner Meinung nach recht einfach beantworten: nämlich über den Preis.

Denn schließlich handelt es sich um 12 Gramm Feingold, der Nennwert, oder der Umstand, dass die Münze natürlich außer Kurs gesetzt ist, spielt dabei keine Rolle.

Denn wer würde schon überhaupt eine Goldmünze gegen den Nennwert eintauschen wollen, wenn auch der Goldwert anderer Münzen in der Regel den Nennwert sowieso schon um das 10-fache übersteigt?!

Nun ist es natürlich so, dass sie bei allen Händlern auch auf Anlagemünzen oder Barren einen gewissen Aufpreis zahlen müssen.

Schließlich sind Herstellungskosten zu bedenken und auch der Händler will ja noch was verdienen. Der Preis von Sammlermünzen dagegen übersteigt den Metallwert in der Regel aber um das Vielfache eines solchen Aufpreises auf Anlagemünzen.

Nun habe ich mich einmal umgesehen und bemerkt, dass die 1-DM-Goldmünze bei seriösen Händlern in der Regel mit einem Aufschlag von durchschnittlich 28% zu bekommen ist.

Damit ist die 1 DM-Goldmünze natürlich etwas teurer als die konventionellen Anlagemünzen. Mit anderen Worten ist die Nachfrage nach den 1 DM-Goldmünzen derzeit durchaus hoch, weshalb sie als Anlagemünze mit Sammelcharakter bezeichnet werden kann.

Worauf Sie achten müssen:

Vielleicht gehören Sie zu den Glücklichen, welche die Münze 2001 zu 250 DM ergattern konnten. Vielleicht überlegen Sie aber auch demnächst in physisches Gold zu investieren und haben nun Gefallen an der DM-Goldmünze gefunden.

Wenn das der Fall sein sollte, müssen Sie aber vor dem Kauf noch einige Dinge bedenken, was vor allem gilt, wenn Sie über ein Internet-Auktionshaus kaufen wollen.

Denn just in diesen Auktionshäusern tauchen immer wieder Münzen auf, die keine Originale sind.

Wichtig ist, dass Sie sich die Rückseite der Münze genau ansehen (schauen Sie doch noch einmal auf das obige Bild). Dort steht ganz explizit: Deutsche Bundesbank!…die, wie wir wissen, diese Münzen ausgegeben hat.

Normale 1-DM-Münzen aus dem Jahr 2001 tragen stattdessen die Umschrift Bundesrepublik Deutschland, denn sie wurden ja vom Staat geprägt.

Wenn Sie also auf eine goldfarbene Münze treffen, die auf der Rückseite die Umschrift Bundesrepublik Deutschland trägt, dann bitte nicht kaufen, denn es handelt sich schlicht um eine vergoldete, stinknormale 1-DM-Münze.

Achten Sie zudem vor allem auch darauf, dass die Gewichtsangabe korrekt ist, damit sie nicht plötzlich eine überteuerte 0,5 Gramm Medaille in den Händen halten. Wenn Sie aber ganz auf Nummer Sicher gehen wollen, dann kaufen Sie ihre Münze lieber beim Händler Ihres Vertrauens.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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