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Die goldenen Regeln des Tradings: Verluste akzeptieren

Gleich zum Anfang dieser Serie möchte ich eines ganz klar stellen: Trading ohne Verluste gibt es nicht. Selbst Börsen-Stars wie Warren Buffett haben in ihrer Karriere schon zahlreiche Verluste einstecken müssen.

Im Oktober 2014 beispielsweise verlor Buffett in nur 48 Stunden zwei Milliarden US-Dollar. Grund dafür war nicht etwa die Tatsache, dass Buffett ein schlechter Investor ist.

Wäre das der Fall, wäre er nicht einer der reichsten Menschen der Welt. Nein. Grund dafür waren schlicht und ergreifend schwache Geschäftszahlen von zwei Unternehmen, in die Buffett im großen Umfang investiert hat: Coca-Cola und IBM.

2 Milliarden US-Dollar Verlust in nur 48 Stunden – und trotzdem erfolgreich

Beide Unternehmen veröffentlichten im Oktober 2014 ihre Geschäftsergebnisse des abgelaufenen Quartals. In beiden Fällen fielen diese Zahlen schwächer aus als erwartet, und in beiden Fällen setzten die Aktien in Folge der Veröffentlichung zum Sturzflug an.

Die IBM-Aktie fiel um 7% und baute ihre Verluste aufs Jahr gesehen damit auf -13% aus. Zu dem Zeitpunkt besaß Buffetts Holding Berkshire Hathaway insgesamt 70 Millionen Aktien von IBM.

Die Coca-Cola-Aktie fiel nach Veröffentlichung der mauen Geschäftsergebnisse ebenfalls deutlich um 6%. Für Buffetts Berkshire Hathaway, die zu diesem Zeitpunkt 400 Millionen Coca-Cola-Aktien hielt, bedeutete das einen weiteren Verlust von einer Milliarde Dollar.

Auch Sie werden Verluste machen; planen Sie diese also ein

An nur zwei Tagen verlor Warren Buffett also insgesamt zwei Milliarden US-Dollar. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass Verluste nun einmal zum Börsenalltag dazu gehören.

Warum ist diese Einsicht wichtig? Weil auch Sie Verluste machen werden. Vor allem dann, wenn Sie noch am Anfang Ihrer Trading-Karriere stehen.

Und die Einsicht, dass Verluste zum alltäglichen Geschäft eines Traders dazu gehören, hilft dabei, Ihr Risiko-Verlust-Management zu verbessern und mit Verlusten zu planen, statt von ihnen überrumpelt zu werden. Und genau dadurch werden Sie zu einem besseren Trader.

Verluste gehören zum Trading dazu

Verluste gehören zum Trading ganz selbstverständlich dazu. Sie sind kein Ärgernis, sie sind kein Zeichen für mangelndes Können, sie sind kein Fehler, sondern völlig normal.

Sehen Sie Handelsverluste als Betriebskosten an so wie das Benzin für Ihr Auto. Ich kenne niemanden, der ein Auto kauft, sich dann bei jedem Tanken grün und blau ärgert, und sich insgeheim dafür schämt, tanken zu müssen.

Beim Trading denken aber nicht wenige, sie wären schlechte Trader, wenn sie Verluste erleiden. Ein guter Trader würde eine Trefferquote nahe 100% haben und Verluste nur aus Versehen erleiden.

Der Schlüssel zum Erfolg: Risikomanagement

Lösen Sie sich von diesem Gedanken, denn er ist völlig falsch. Gute Trader akzeptieren Risiken und die sich daraus ergebenden potentiellen Verluste. Gute Trader nutzen konsequentes Risikomanagement und sorgen dafür, dass die Summe der Handelsgewinne langfristig größer ist als die Summe der Handelsverluste.

Handeln Sie niemals ohne Risikomanagement – langfristig würde das Ihren Ruin bedeuten. Akzeptieren Sie Verluste und berechnen Sie sie bereits vor Positionseröffnung.

Als Faustformel sollten Sie sich merken, dass eine Position zu groß war, wenn Sie der erlittene Verlust emotional belastet. Beim nächsten Trade sollten Sie das Risiko reduzieren.

Ein optimales Risikomaß haben Sie gefunden, wenn Sie Verluste emotionslos als unvermeidlich ertragen können.

Mit Verlusten erfolgreich umgehen

Auch als Profi-Trader werden Sie noch Verluste machen. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass es nicht das Vermeiden von Verlusten ist, das Sie zum Profi-Trader macht, sondern die Fähigkeit, mit diesen Verlusten umzugehen und sie einzuplanen.

Denn nur, wenn Sie davon ausgehen, dass Sie hin und wieder Verluste machen werden, sind Sie in der Lage, vernünftige Trading-Strategien zu entwerfen, die Ihnen am Ende des Trading-Tages Gewinne bringen – und das trotz zwischenzeitlicher Verluste.

Um das zu erreichen, müssen Sie dazu bereit sein, Verluste zu realisieren. Das hört sich in der Theorie einfach an, ist aber in der Praxis meist umso schwieriger. Es hilft aber alles nichts.

Wenn ein Trade gegen Sie läuft, dann macht es mehr Sinn, mit einem geringen Verlust auszusteigen, anstatt dabei zusehen zu müssen, wie sich der Verlust mit der Zeit immer noch vermehrt.

Das Motto zum Erfolg: Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen

Klar kann es passieren, dass der Kurs irgendwann wieder kehrt macht und in die für Sie richtige Richtung läuft. Dann stellt sich schnell das Gefühl ein, zu früh ausgestiegen zu sein und etwas verpasst zu haben.

Doch auf dieses Szenario ist kein Verlass, und es kann genauso gut sein, dass genau das Gegenteil passiert, der Kurs also immer weiter in die falsche Richtung läuft, und Sie damit noch weiter in die Verlustzone geraten.

Außerdem hindert Sie ja niemand daran, wieder einzusteigen, wenn sich der Wind beziehungsweise der Kurs wieder dreht.

Dann haben Sie erneut Gewinnaussichten und müssen zudem nicht erst noch unnötige Verluste aufholen. Es gilt also der Leitspruch: Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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