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Die goldenen Regeln des Tradings: Risikomanagement

Trading will gelernt sein. Deshalb stelle ich Ihnen in dieser Serie die wichtigsten Regeln des Tradings vor; für mehr Erfolg und weniger Verluste.

Im letzten Teil dieser Serie ging es darum, wie wichtig es ist, als Trader eine eigene Strategie zu haben. Darauf möchte ich in dieser Ausgabe im Detail eingehen. Außerdem soll es um das Thema Risikomanagement gehen. Sie werden sehen: Beides ist eng miteinander verknüpft.

Halten Sie sich an Ihre eigenen Regeln, bleiben Sie diszipliniert!

Bevor Sie eine Transaktion durchführen, haben Sie idealerweise den Markt analysiert und ein Szenario für diese Transaktion erstellt. Dieses Szenario enthält den Einstiegskurs, die Positionsgröße und zwei Ausstiegskurse – ein Profit Limit und einen Stopp loss.

Nachdem Sie dieses Szenario erstellt haben, sollten Sie sich auch daran halten. Nicht wenige Trader tun das nicht. Sie verkaufen eine Gewinnposition entgegen des vorher aufgestellten Szenarios zu früh.

Die Angst, die Gewinne zu verlieren, ist größer als die Disziplin. Verlustpositionen werden dafür länger durchgehalten als geplant – oft deshalb, um nicht ungünstig ausgestoppt zu werden.

Disziplinlosigkeit ist der sichere Weg in den Ruin. Denn wenn Sie erst einmal eine Position eröffnet haben, sind Sie nicht mehr objektiv. Ihr Verstand wird dann besiegt von Angst und Gier.

Wenn Sie in einem derart vernebelten Zustand von Ihrem ursprünglichen Plan abweichen, wird das in der Mehrzahl der Fälle zu einem schlechteren Ergebnis führen als Ihr ursprünglicher Plan.

Lernen Sie aus Ihren eigenen Trades!

Führen Sie Statistiken über Ihre Transaktionen! Schon nach kurzer Zeit werden Sie einen großen Datenbestand aufgezeichnet haben, aus dem Sie lernen und damit auch Ihre Gewinne verbessern können.

Ich erinnere mich an einen Trader, der 3 von 4 Trades auf der Shortseite handelte. Keine schlechte Idee – auf der Shortseite kann man schneller Gewinne machen als auf der Longseite.

Bei tiefergehenden Analysen stellte ich aber fest, dass dieser Trader im Durchschnitt mit jedem Shorttrade einen Verlust von knapp 30 EUR erzielte, mit jedem Longtrade aber 45 EUR verdiente.

Wer seine eigenen Trades permanent statistisch auswertet, kann solche Anomalien entdecken und entsprechend handeln. In diesem Beispiel hätte man also die Quote der Shorttrades drastisch, eventuell sogar auf 0, reduziert. Allein mit dieser einen Maßnahme wäre die Rendite stark gestiegen.

Lernen Sie aus Ihren eigenen Handlungen – es ist die einfachste, schnellste und kostengünstigste Möglichkeit, die eigenen Gewinne zu erhöhen.

Sichern Sie Ihre Positionen immer ab

Damit Sie Ihrer eigenen Strategie treu bleiben, setzen Sie bei jeder Position sowohl ein Profit Limit als auch einen Stopp Loss. Es gibt keine feste Regel, wo genau Profit Limit und Stopp Loss gesetzt werden sollen.

Das hängt sowohl vom jeweiligen Trade als auch von Ihrem individuellen Risikomanagement ab. Als Anhaltspunkt würde ich Ihnen empfehlen, nie mehr als 2% Ihres vorhandenen Guthabens zu riskieren.

Auch die Charttechnik gibt Anhaltspunkte für geeignete Stop-Loss-Positionen. Bei Trades auf der Long-Seite bietet sich beispielsweise das letzte markante Zwischentief an. Wenn Sie den Stop Loss knapp unterhalb dieser Unterstützung setzen, kann sich der Kurs einen Rücksetzer erlauben, ohne dass Sie gleich ausgestoppt werden.

Fällt der Kurs jedoch deutlich unter diese Unterstützung, dann ist der Aufwärtstrend eh erst einmal gebrochen und weitere Kursanstiege sind unwahrscheinlich. In einer solchen Situation ist es als Trader sinnvoller, die Verluste zu begrenzen, den Trade zu schließen, und auf eine bessere Gelegenheit zu warten.

Dank Stop Loss werden also ganz automatisch Trades geschlossen, die gegen Sie laufen.

Mit Profit Limits sichern Sie sich Ihren Gewinn

Denken Sie daran, Ihren Stop Loss im Laufe eines Trades nachzuziehen. So sichern Sie sich einmal gemachte Kursanstiege und verringern gleichzeitig Ihre mögliche Fallhöhe, wenn der Kurs in die Korrektur geht.

Das Gegenstück zum Stop Loss ist das Profit Limit, auch Take Profit genannt. Während Sie mit einem Stop Loss Ihre Verluste begrenzen können, sichern Sie sich über ein Profit Limit Ihre Gewinne.

Überlegen Sie sich vor der Eröffnung eines Trades genau, welche Kursziele Sie für realistisch halten. Auch hier können Sie charttechnische Marken wie vergangene Zwischenhochs als Anhaltspunkte nehmen.

Sie können eine Position außerdem teilen. So können Sie bei Erreichen Ihres Profit Limits einen Teilverkauf vornehmen und sich damit einen Teil des Gewinns sichern, während Sie den Rest der Position laufen lassen.

Kennen Sie Ihre Grenzen

Wenn Sie die vorigen Regeln befolgen, können Sie fast schon automatisch davon ausgehen, dass Sie diese Regel hier ebenfalls befolgen. Es lohnt sich aber trotzdem, nochmal gezielt darauf hinzuweisen.

Denn aktives Risiko-Management bedeutet eben in erster Linie, die eigene Schmerzensgrenze und den eigenen Erwartungshorizont zu kennen und die Trades dann danach auszurichten.

Unterschätzen Sie dabei nicht die psychischen Anforderungen, die Ihnen das Trading abverlangen wird! Wenn es ums Geld geht, hört eben nicht nur bekanntermaßen die Freundschaft auf, sondern es liegen auch schnell die Nerven blank.

Angst und Gier verdrängen Logik und Disziplin, und dann machen Sie plötzlich größere Verluste und kleinere Gewinne. Haben Sie allerdings eine gute Strategie und halten sich auch dran, dann kann Ihnen so schnell nichts passieren.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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