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Die goldenen Regeln des Tradings: Gewinne laufen lassen

Trading will gelernt sein. Deshalb stelle ich Ihnen in dieser Serie die wichtigsten Regeln des Tradings vor; für mehr Erfolg und weniger Verluste.

Im ersten Teil dieser Serie ging es um das Thema Verluste. Das mag zu Beginn einer Serie über Tradingerfolge auf den ersten Blick komisch wirken, macht aber auf den zweiten und jeden weiteren Blick extrem viel Sinn.

Denn den Trader, der den lieben langen Tag nur Gewinntrades macht und eine hundertprozentige Trefferquote hat, gibt es schlicht und ergreifend nicht.

Es gehört also zum Handwerkszeug eines jeden Traders, mit Verlusten umzugehen. Nur Trader, die mit Verlusten planen und sich folglich auch gegen Verluste absichern, vermeiden, ihr komplettes Kapital zu riskieren.

Realisieren Sie Ihre Verluste früh und Ihre Gewinne spät

Doch es ist genauso wichtig zu lernen, mit Gewinnen umzugehen. Dabei gilt folgende Faustregel: Realisieren Sie Ihre Verluste früh und Ihre Gewinne spät.

In der Praxis heißt das auf der einen Seite: Steigen Sie rechtzeitig aus Trades aus, die gegen Sie laufen, auch wenn Sie damit einen Verlust realisieren müssen.

Einen geplanten Verlust zu realisieren ist immer noch besser, als einen deutlich höheren und ungeplanten Verlust hinnehmen zu müssen, nur, weil Sie auf eine Kursumkehr hofften, die dann doch nicht kam.

Auf der anderen Seite bedeutet die Faustregel aber eben auch, nicht zu früh aus Positionen auszusteigen, die im Gewinn sind, sondern diese Gewinne laufen zu lassen.

In einer solchen Situation müssen Sie als Trader schwindelfrei sein und die Nerven behalten, um sich im Nachhinein nicht ärgern zu müssen, dass Sie zu früh ausgestiegen sind und damit den Großteil der Rally verpasst haben.

Steigen Sie nicht ohne Grund zu früh aus

Das liest sich einfach, ist aber in der Tradingpraxis oft schwer umzusetzen. Denn unsere Psyche suggeriert sowohl im Verlust- als auch im Gewinnfall oft das genaue Gegenteil.

So redet uns unser Unterbewusstsein bei Kursverlusten Hoffnung ein, dass sich das Blatt doch noch wendet und der Kurs schon noch dreht und wir nur lange genug warten müssen, um die gemachten Verluste wieder reinzuholen.

Und das kann durchaus auch mal passieren. Aber im Großteil der Fälle passiert es eben nicht, und die Verluste werden immer größer.

Und auch im Gewinnfall stehen wir uns oft selbst im Weg. Vor allem dann, wenn Kurse auf Rekordhochs notieren, steigen viele Trader lieber aus, anstatt ihre Positionen zu halten. So vergeben sie oft die Chance auf noch höhere Hochs und damit noch höhere Gewinne.

Das liegt ganz einfach daran, dass es uns schwer fällt, zu glauben, dass ein Kurs über ein Allzeithoch hinaussteigen kann. Das Phänomen hat sogar einen eigenen Namen und nennt sich „all-time-high bias“, also eine Voreingenommenheit gegenüber Allzeithochs.

Die Angst vor Allzeithochs ist unbegründet

Der erste Schritt, diese Voreingenommenheit zu überwinden, ist es, sich ihrer bewusst zu sein. Denn dann kann sie Ihnen zumindest unterbewusst nicht mehr im Weg stehen.

Die Angst vor dem Allzeithoch ist im Großteil der Fälle unbegründet. Charttechnisch ist das Erreichen eines Allzeithochs sogar eines der besten Kaufsignale überhaupt.

Die Begründung hierfür liegt in der Tatsache, dass es jenseits des Allzeithochs keine Widerstände gibt, die den Kurs bremsen könnten. Der Weg ist praktisch frei.

Korrekturen sind nicht gleich Trendwechsel

Zu Korrekturen wird es natürlich immer kommen, das liegt an der Natur der Sache. Aber solange eine Korrektur nicht zum Trendwechsel wird, ändert sie nichts an der übergeordneten Trendrichtung.

Und die ist und bleibt auch im Bereich von Allzeithochs nun einmal solange aufwärts, wie nicht ein neues Tief markiert wird.

Dabei sollten Sie als Trader selbstverständlich nicht in Höhenrausch verfallen. Sichern Sie Ihre Positionen immer über Stopp-Loss-Orders ab, um größere und vor allem ungeplante Verluste zu vermeiden. Eine gute Position für eine Stop-Loss-Order ist knapp unterhalb des letzten Zwischentiefs.

Setzen Sie eine Stopp-Loss-Order knapp unter das letzte Zwischentief

In einem Aufwärtstrend gilt das letzte Zwischentief als horizontale Unterstützung für den Kurs. Schafft es der Kurs es bei einer Korrektur, sich an dieser Unterstützung wieder nach oben abzustoßen, ist das generell ein Zeichen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Fällt der Kurs allerdings unter diese Unterstützung, dann ist der Aufwärtstrend zumindest erst einmal gebrochen und weitere Kursverluste sind wahrscheinlich.

Es gehört also zur hohen Kunst des Tradens, Gewinne laufen zu lassen, vor allem im Bereich von Rekordhochs. Das ist sehr viel leichter geschrieben, als getan, vor allem dann, wenn es in schwindelerregende Kurshöhen geht.

Aber solange kein fundamentaler oder charttechnischer Grund vorliegt, der gegen eine Fortsetzung der Rally spricht, müssen Sie Ihre Positionen nicht aus Gründen der Übervorsicht schließen.

Im Gegenteil: Lassen Sie Ihre Gewinne laufen. Mit einem passenden Stopp-Loss kann Ihnen nichts Unvorhergesehenes passieren.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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