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Die goldenen Regeln des Tradings: Der Markt hat Recht

Trading will gelernt sein. Deshalb stelle ich Ihnen in dieser Serie die wichtigsten Regeln des Tradings vor; für mehr Erfolg und weniger Verluste.

Zwingen Sie dem Markt nicht Ihre eigene Meinung auf!

Viele Trader kann man schon nach kurzer Handelszeit einem bestimmten Lager zuordnen: in das der Perma-Bullen oder das der Perma-Bären. Perma-Bullen sind Trader, die praktisch ununterbrochen Kaufgelegenheiten sehen. Der Markt kann in einem noch so klaren Abwärtstrend Richtung Süden laufen – die Perma-Bullen finden sofort drei Gründe, gerade jetzt zu kaufen.

Das Gegenstück sind die Perma-Bären. Für sie ist die Lage grundsätzlich schlecht. Sie finden garantiert immer einen Grund, weshalb der Markt überkauft und überoptimistisch ist und in den kommenden Tagen fallen wird.

Vermeiden Sie den Tunnelblick

Der Grund für diesen Tunnelblick ist ebenso schnell gefunden. Oft ist es ein großer Verlust, den der Trader erlitten hat – ein Verlust in der Positionsrichtung, die er seitdem praktisch ununterbrochen handelt. Dieser Verlust soll nicht umsonst gewesen sein.

Nichts ist ärgerlicher, als mit einer Long-Position am Tief ausgestoppt zu werden und dann zuzusehen, wie der Kurs sich verdoppelt. Also wird sofort nach dem Stop-Loss wieder gekauft – und der Markt fällt weiter.

Der Verlust ist nun noch größer und der Ärger wäre noch unerträglicher, wenn der Markt nun nach oben drehen würde. Also wird wieder gekauft – solange, bis das Handelskapital aufgebraucht ist.

Wenn Sie aus diesem Kreislauf nicht in einem frühen Stadium ausbrechen, wird das Ihr Ruin sein. Ich garantiere Ihnen, Sie werden in so einen Kreislauf geraten – jeder Trader geriet mindestens einmal in solch eine Abwärtsspirale. Wem es gelingt, daraus auszubrechen und für die Zukunft zu lernen, wird langfristig zur kleinen Gruppe der erfolgreichen Trader zählen.

Die Performance ist wichtiger als Ihr Ego!

Ich kenne nicht wenige Trader, die vor allem um des Rechthabens willen handeln. Ihnen scheint es weniger darum zu gehen, eine risikogewichtet optimale Rendite zu erzielen, als vielmehr darum, schlauer zu sein als der Markt.

Gehandelt wird dann weniger nach den Vorgaben des Marktes, als vielmehr nach der eigenen Meinung. So ein Verhalten endet in der Regel mit einem Totalverlust des Handelskapitals.

Darum sollten Sie beim Trading nichts auf Ihre eigene Meinung geben. Wenn der Markt steigt, obwohl sämtliche Konjunkturdaten auf eine baldige Rezession schließen lassen, dann kaufen Sie. Wenn der Markt fällt, obwohl die Wirtschaft boomt, dann verkaufen Sie. Handeln Sie mit dem Markt.

Handeln Sie mit dem Markt, nicht gegen ihn

Es ist unendlich viel schwerer und vor allem auch kostspieliger, sich gegen den Markt zu stemmen, als einfach mit dem Trend zu handeln. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob Ihre Analysen der aktuellen Konjunktursituation korrekt sind, wenn Sie mit den daran ausgerichteten Trades nur Verluste erzielen.

Es spielt ebenfalls überhaupt keine Rolle, ob der Markt nach einem 20%-Anstieg extrem überkauft ist. Eine Aktie, die um 20% steigt, kann danach auch noch einmal ohne Korrektur um 20% oder auch 100% steigen. Dafür finden Sie in fünf Minuten zehn Beispiele. Wer in einem steigenden Markt permanent in Erwartung einer Korrektur short geht, ist noch vor Jahresfrist pleite.

Achten Sie auf die Signale des Marktes und handeln Sie danach – unabhängig von Ihrer eigenen Meinung. Das mag vielleicht schlecht für Ihr Ego sein, aber gut für Ihre Brieftasche. Und nur darauf kommt es letztendlich an.

Vermeiden Sie Kompensationshandlungen!

Der Spruch „doppelt oder nichts” ist Ihnen sicher geläufig. Beim Trading sollten Sie diesen Spruch nicht einmal denken – es ist einer der verlustträchtigsten Fehler emotionaler Trader. Nach einem schmerzlichen Verlust versuchen diese Trader, durch erhöhtes Risiko eine Verlustkompensation zu erzielen.

An sich eine gute Idee – wenn man sicher sein könnte, dass der risikoreichere Trade gelingen wird. Denn gelingt er nicht, sind die Verluste noch viel höher als nach dem ersten Trade. Sie setzen damit eine Abwärtsspirale in Gang, die schon nach wenigen Umdrehungen Ihren Ruin bedeuten kann.

Statt nach einem großen oder auch nur ärgerlichen Verlust das Risiko zu erhöhen, sollten Sie den Handel lieber für den Rest des Tages beenden. Denn Sie sind nach einem schmerzlichen Verlust emotional unausgeglichen und können höchstwahrscheinlich nicht mehr rational entscheiden. In einer solchen Stimmung sind weitere Verluste vorprogrammiert.

Nehmen Sie sich lieber den Rest des Tages frei, versuchen Sie, die negativen Emotionen zu beseitigen und beginnen Sie den nächsten Handelstag möglichst emotionslos.

Sie müssen nicht immer handeln!

Es gibt Marktphasen, in denen lässt sich mit dem Trading einfach kein Geld verdienen. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist zum Beispiel der Aktienmarkt oft so gut wie ausgestorben.

Und in Europa ist am Aktienmarkt in der Regel wenig los, wenn die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen bleiben. Erfolgreiche Trader wissen das und handeln entweder Märkte mit ausreichendem Handelsvolumen oder aber genießen einen freien Tag.

Hyperaktive Trader oder auch Trader, die nach großen Verlusten unter Erfolgsdruck stehen, versuchen hingegen, auch an diesen Tagen zu handeln. Das geht selten gut. In diesen engen Seitwärtsphasen ist der mögliche Ertrag klein, die Gefahr ausgestoppt zu werden hingegen groß.

Sie müssen nicht immer handeln. Es gibt Marktphasen, in denen es klüger und vor allem günstiger ist, einfach nichts zu tun. Schalten Sie dann einfach den Computer aus und vergessen Sie das Trading für diesen Tag.

Ja, vielleicht verpassen Sie dann die eine große Chance, die sich doch noch ergeben hätte. Wahrscheinlicher ist aber, dass Sie zwei oder drei kleine Verluste weniger erleiden, über die Sie sich ärgern würden.

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Über den Autor
Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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