MenüMenü

Delta, Omega und Co. – Kennzahlen für Optionsscheine

Optionsscheine oder Warrents sind relativ risikobehaftete Handelsinstrumente im Wertpapiergeschäft. Abhängig von der Ausstattung berechtigen Optionsscheine innerhalb eines festgelegten Zeitraums z.B. zum Bezug von Devisen, Anleihen, Aktien oder Edelmetallen in einem fixen Bezugsverhältnis zu einem vorab festgelegten Preis.

Bei der Bewertung von Optionsscheinen gilt es zunächst, die Ausstattungsmerkmale des Wertpapiers zu prüfen. Hierbei geht es um folgende Kriterien:

  • Typ des Optionsscheins
  • Verfallstag
  • Bezugskurs
  • Bezugsverhältnis

Unter diesen Aspekten müssen Anleger sich zunächst für einen so genannten Call oder Put entscheiden. Danach erfolgt die Wahl des bevorzugten Verfallstags, Bezugskurses und des Bezugsverhältnisses.

Kennzahlen Optionsscheine: wichtig für die Bewertung

Anleger, die die technischen Kennzahlen zur Bewertung eines Optionsscheins kennenlernen möchten, müssen sich mit den „Griechen“ (nach Buchstaben des griechischen Alphabets) beschäftigen. 3 der wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

Delta

Als wichtigste Kennzahl des Optionsscheins gilt das Delta. Das Delta drückt die Wertveränderung des Optionsscheins in Abhängigkeit von dem Wandel des Kurses des Basiswerts aus und ändert sich wie alle anderen Kennzahlen ständig. Sie gibt also auch Hinweise auf die Empfindlichkeit eines Optionsscheins im Hinblick auf den Kurs des Basiswerts. Anders ausgedrückt: Das Delta signalisiert, um welchen Betrag in € oder US-$ sich theoretisch der Preis des Optionsscheins ändert, wenn der Kurs des Basiswerts um 1 € oder US-$ steigt oder fällt.

Beispiel: Ein Call-Optionsschein auf eine Daimler-Aktie, die ein Delta von +0,4 aufweist, wird bei einem Anstieg des Basiswerts um 1 € theoretisch um 0,4 € pro zu beziehender Daimler-Aktie an Wert gewinnen. Bei einem Rückgang des Kurses der Daimler-Aktie wird der Optionsschein um den gleichen Wert sinken.

Omega

Die Kennzahl Omega wird auch als effektiver Hebel bezeichnet. Nicht wie der Hebel allein, der eine gleich starke absolute Kursveränderung von Optionsschein und Basiswert voraussetzt, misst das Omega wegen der Berücksichtigung des Delta die wirkliche Hebelleistung des Optionsscheins. Das Omega gibt an, um welchen Prozentsatz sich der Kurs des Optionsscheins bei einer Veränderung des Kurses des Basiswerts um 1% verändert. Rein rechnerisch ist die Kennzahl Omega das Produkt aus dem Delta und dem Hebel.

Beispiel: Ein Omega von 5 besagt, dass eine Kaufoption (Call) um 5% im Wert steigt, wenn der zugrunde liegende Basiswert um 1% steigt.

Vega

Die Kennzahl Vega macht Aussagen über die Volatilität eines Optionsscheins. Vega zeigt die Kursveränderung des Wertpapiers in Abhängigkeit von der Schwankung des Basiswerts. Wenn die Volatilität des Basiswerts um eine Einheit steigt, gibt die Kennzahl an, um welchen Betrag sich theoretisch der Preis des Optionsscheins bei unveränderten Bewertungsparametern verändert.

Beispiel: Bei einem Vega mit einem Wert von 0,35 würde sich der Kurs eines Siemens-Optionsscheins um 0,35 Euro verändern, wenn sich die Volatilität um 1% ändert.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten