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Basiswissen Charttechnik: Der Abwärtstrend

Wie bereits am Freitag festgestellt, besteht ein Aufwärtstrend aus einer Reihe höherer Tiefs und (möglichst) höherer Hochs.

Analog bildet sich ein Abwärtstrend aus einer Folge tieferer Hochs und (möglichst) tieferer Tiefs. Betrachten wir dies im Chartbild am Beispiel des deutschen Leitbarometers, des deutschen Aktienindex DAX.

Tages-Chart Dax

 201608_abwärts_Dax_Teil6a

Sie sehen hier einen Chartausschnitt von Anfang 2000 bis Ende Oktober 2001. Wie Sie sehen, ist diese Abwärtsphase mustergültig geprägt von fallen den Hochpunkten (niedrigeren Hochs, schwarze Linien) und ebenso fallenden Tiefpunkten (niedrigere Tiefs Hochs, rote Linien).

Wie Sie aber ebenso erkennen, dürfte es schwer fallen, die jeweiligen Hoch- und Tiefpunkte durch eine Linie miteinander zu verbinden.

Daher gilt hier derselbe Tipp wie bei der Konstruktion eines Aufwärtstrends: Denken Sie unscharf. Gerade bei einer längerfristigen Betrachtung – wie in diesem Fall – ist die Umstellung auf den Wochen-Chart sehr sinnvoll.

Wochen-Chart Dax

201608_abwärts_Dax_Teil6b

In einem Wochenchart sieht die Kurs-Entwicklung schon etwas deutlicher aus. Verbinden Sie einfach die relevanten Hochpunkte, so dass möglichst viele Punkte auf der Abwärtstrendlinie liegen.

In diesem Chart wurden gleich mehrere Abwärtstrends mit verschiedenen Zeitlängen eingezeichnet.

Sie erkennen durch die jeweils stärkere Neigung der Linien, dass sich der Abwärtsdruck im Dax in dieser Phase verstärkt hat.

Noch einmal: Charttechnik ist kein Strickmuster.

Die Chartanalyse ist keine exakte Wissenschaft. Nicht umsonst heißt es: 10 Charttechniker, 10 Meinungen. Eine der wichtigsten Grundregeln in der Chartanalyse ist sicherlich, den Chart nicht zu „überfrachten“. Manche Chart-Analysen sehen in der Tat aus wie komplizierte Strickmuster.

Vermeiden Sie also das gleichzeitige Platzieren von vielen Chartlinien, deren Startpunkt im Chart nicht ersichtlich ist.

Durch das Einzeichnen eines Abwärtstrends mit Daten aus der Vergangenheit möchten Sie die folgenden Fragen beantworten:

  1. Bewegen wir uns in einem Abwärtstrend?
  2. Besteht die Chance einer Trendumkehr?
  3. „Ab wann“ würde ein neuer Trend gelten?

Wichtige Hilfsmittel zur weiteren Interpretation des Kursverlaufs sind zum Beispiel bestimmte Chart- Formationen und die Technische Analyse.

Hier wieder eine kleine Aufgabe: Zeichnen Sie Abwärtstrends in den Chart der Nokia-Aktie

Sie sehen hier den Verlauf der Nokia-Aktie von Anfang 2009 bis zum Frühjahr 2012 als Wochenchart.

Drucken Sie folgenden Chart einfach aus und zeichnen Sie eine oder mehrere Abwärtstrendlinien ein … was Ihnen angesichts des katastrophalen Kursverlaufs der Aktie nicht schwer fallen dürfte.

201608_abwärts_Nokia_Teil6c

Die „Auflösung“ finden Sie morgen im Beitrag Seitwärtstrends.

Auflösung zur Aufgabe „Zeichnen Sie einen Aufwärtstrend“

 aus der letzten Ausgabe „Aufwärtstrends“.

Im folgenden Chart sehen Sie grün eingezeichnet den primären Aufwärtstrend im S&P 500. Zusätzlich erkennen Sie schwarz gestrichelt einen Aufwärtstrendkanal.

201608_aufwärts_sp500_Teil6d

Im Chart sehen Sie grün eingezeichnet den primären Aufwärtstrend im S&P 500. Zusätzlich erkennen Sie schwarz gestrichelt einen Aufwärtstrendkanal.

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Über den Autor Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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