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Regulierter Markt: Kriterien und Pflichten

Der Regulierte Markt, der auch als EU-regulierter Markt bezeichnet wird, ist das am stärksten reglementierte Marktsegment der Frankfurter Wertpapierbörse. Im Gegensatz zum börsenregulierten Freiverkehr sind dessen Zugangsvoraussetzungen und Folgepflichten in der Börsenzulassungsverordnung, in der Börsenordnung, im Börsengesetz und im Wertpapierprospektgesetz geregelt.

Hierbei handelt es sich um ein öffentlich-rechtliches Zulassungsverfahren. Die Aktien im Regulierten Markt werden sowohl im Präsenzhandel (Parkett) als auch auf der elektronischen Handelsplattform Xetra der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

Regulierter Markt: Das sind die einzelnen Kriterien

Vor Aufnahme des Handels muss ein emittierendes Unternehmen ein öffentlich-rechtliches Zulassungsverfahren durchlaufen. Die Gesellschaft muss

  • seit mindestens 3 Jahren bestehen.
  • mindestens 10.000 Aktien emittieren.
  • 25% der Aktien müssen sich im Streubesitz befinden.
  • ein Eigenkapital bzw. einen voraussichtlichen Kurswert von wenigstens 1,25 Mio. € aufweisen.
  • ein Zulassungsprospekt vorlegen, in dem Bilanzen, die Kapitalflussrechnung und die Gewinn- und Verlustrechnung der zurückliegenden 3 Jahre ausgewiesen sind.

Die Publikationssprache des Regulierten Marktes ist Deutsch, für internationale Emittenten auch Englisch.

Die Folgepflichten eines im Regulierten Markt gelisteten Unternehmens sind folgende:

  • Publikation eines Zwischenberichts über die ersten 6 Monate eines Geschäftsjahres
  • Publikation eines Jahresabschlusses
  • das Unternehmen unterliegt einer generellen Mitteilungspflicht
  • das Unternehmen unterliegt der Verpflichtung Ad-hoc-Mitteilungen zu publizieren

Die Börsensegmente Prime Standard und General Standard

Der Prime Standard und der General Standard sind 2 auf dem Regulierten Markt basierende Marktsegmente der Deutsche Börse AG. Der General Standard erfüllt den Mindest-Transparenz-Grad des Regulierten Marktes, dem alle hier gelisteten Gesellschaften unterliegen. Die Unternehmen im General Standard müssen mindestens einen Zwischenbericht und bei Bedarf Ad-hoc-Mitteilungen veröffentlichen sowie nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS/IAS oder USGAAP) bilanzieren.

Für börsennotierte Gesellschaften hat der Prime Standard den höchsten Transparenz-Grad, der noch über die gesetzlichen Mindestanforderungen des Regulierten Marktes hinausgeht. Der Prime Standard richtet sich an Gesellschaften, die neben nationalen auch internationale Anleger ansprechen möchten. Die Unternehmen müssen über die Kriterien des General Standard hinaus höhere Anforderungen an die Transparenz erfüllen.

Diese Gesellschaften müssen beispielsweise jedes Quartal über ihre Geschäftstätigkeit berichten, mindestens eine Analystenkonferenz pro Jahr veranstalten und ihre Ad-hoc-Mitteilungen auch in Englisch publizieren.

Gleichzeitig stellt der Prime Standard ein Aufnahmekriterium für die Auswahlindizes der Deutschen Börse dar. Lediglich Unternehmen, die dem Prime Standard angehören, können im DAX, MDAX, TecDAX oder SDAX gelistet sein.

Privatanleger und insbesondere Börsenneulinge sollten ausschließlich Aktien aus dem Börsensegment Prime Standard handeln. Papiere aus den Bereichen General Standard oder gar Entry Standard weisen zwar teils höhere Renditechancen auf, allerdings oft auch wesentlich größere Risiken. Selbst erfahrene Marktteilnehmer sollten bei den niedrigen Transparenz-Graden Vorsicht walten lassen.

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