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Sektoranalyse: Diese Methoden sind sinnvoll

Sie sind eher langfristiger Anleger oder Trader? Diese Frage ist gerade bei der Sektoranalyse wichtig, denn langfristige Anleger sollten hier auf jeden Fall anders vorgehen als kurzfristige Trader.

Fundamental gesehen bewegen sich die meisten Sektoren in mehrjährigen Zyklen. Es finden etwa Konsolidierungsphasen statt oder es wird investiert und irgendwann werden eben auch die Profite eingefahren. Was letztlich die Aktienkurse nach oben treibt sind steigende Unternehmensgewinne (engl. „earnings growth“).

Als längerfristiger Anleger sollten Sie also ungefähr den Moment abpassen, bei dem eine Zeitphase steigenden Gewinns in der entsprechenden Branche/Sektor beginnt. Massenmedien sind hierfür meist nicht geeignet. Die meisten gängigen Finanzzeitschriften informieren erst, wenn die Branche entsprechende Profite einfährt. Solche Informationen sind also unbrauchbar und nicht selten sogar für Anfänger äußerst gefährlich.

Sektorentwicklungen früh genug erkennen

Natürlich gibt es mittels der technischen Analyse Möglichkeiten zu erkennen, wann sich in einem Sektor „etwas tut“. Um aber nicht nur blind der Masse zu folgen, sondern auch wirklich zu wissen, ob es sich im jeweiligen Fall um eine längerfristige Chance bzw. Entwicklung in einem Sektor oder einer Branche handelt, führt aus meiner Sicht kein Weg an umfangreicher fundamentaler Analyse vorbei.

Stellen Sie sich vor, Sie investieren falsch, verlieren eine ganze Menge Geld und verlieren dabei auch noch mehrere Jahre an Zeit bis der Fehler klar wird? In solch einem Fall lohnt es sich ohne Zweifel, die fundamentale Lage genau zu prüfen. Die wenigsten Menschen haben hierfür verständlicherweise die nötige Zeit und Branchenkenntnisse. Nicht umsonst beschäftigen Banken ganze Heere von Fundamentalanalysten. Natürlich empfehle ich niemandem, sich auf Banken zu verlassen. Wie aber können Sie sonst vorgehen?

Ich würde mir das nötige Spezialwissen zukaufen. Hier rate ich aber ausdrücklich nicht zu irgendeinem Börsendienst, sondern zu einer Publikation, welche genau Ihre jeweilige Lücke schließt, lange genug am Markt ist und sich bewährt hat.

Fundamentalanalyse: Warum die ganze Arbeit?

Das Mitnehmen von Branchenzyklen, von mir auch gerne als „Sektorritt“ bezeichnet, ist, wenn man einmal an dem Punkt angekommen ist, dass eine fundierte Entscheidung gereift ist, ein sehr angenehmes Unterfangen.

Sie können sich, wenn Sie es besonders einfach haben möchten, einfach einen ETF, welcher einen Sektor/Branche gut abbildet (also keine übermäßigen Klumpungen, wie dies leider sehr oft vorkommt. Ein Blick auf die Top Holdings verschafft hier oftmals Aufschluss) heraussuchen und für ein paar Jahre Ihre Investition laufen lassen und immer wieder in Schwächezeiten zukaufen.

Das Einzige, worauf Sie ein Auge haben müssen, ist die fundamentale Lage. So lange diese sich nach Plan entwickelt und Sie früh genug in einen Sektor investieren, haben Sie meist eine sichere Deckung durch zahlreiche institutionelle Anleger, welche ebenfalls im entsprechenden Sektor ausgiebig und längerfristig einkaufen gehen.

Und wenn dann der Sektor in den Finanzmagazinen erscheint, dann wissen Sie, dass es Zeit ist, über erste Gewinnmitnahmen nachzudenken, denn jetzt kommt die letzte Ladung Lemminge und das Ende der Party ist meist in näherer Zukunft recht klar absehbar.

Legen wir noch einen drauf: Globale Makrotrends

Noch interessanter und längerfristiger als Branchenzyklen sind weltweite Makrotrends. Ein Beispiel hierfür ist etwa der mehrjährige Rohstoff-Bullenmarkt. Wie auch bei Branchenzyklen haben viele Privat- und Kleinanleger bei globalen Makrotrends ein gravierendes Problem, dessen die meisten Anleger sich nicht einmal wirklich bewusst sind: Ich spreche vom Zusammenwerfen der Zeithorizonte.

Was meine ich hiermit? Gerade bei globalen Makrotrends ist es besonders wichtig zu verstehen, was einen wirtschaftlichen Fundamentaltrend antreibt. Nehmen wir ein fiktives Beispiel: Rohstoffe steigen und steigen über mehrere Jahre, doch nun gibt es eine mehrmonatige Korrektur. Erfahrungsgemäß fallen diese bei Rohstofffen meist recht stark aus, also geht der Unmut los: „Jetzt geht’s rückwärts, das war es mit den Rohstoffen“, wird in solch einem Fall die Botschaft der Massen sein.

Wichtig ist bei solchen Dingen aber nicht, ob Kurse zwischendurch vielleicht auch einmal etwas heftiger fallen (was völlig normal ist), sondern ob die fundamentalen Kräfte des Trends noch intakt sind (denn dann werden diese sich früher oder später immer zurückmelden). Langfristige Anleger können diese Momente prima für Nachkäufe nutzen.

Es ist also unerlässlich, dass Sie sich als Anleger in solch einer Situation klarmachen, dass das jetzige Geschehen nicht der fundamentalen Lage entspricht. Vielleicht klingt das für den ein oder anderen von Ihnen jetzt trivial, aber zu oft macht die Psychologie den meisten Anlegern hier einen Strich durch die Rechnung.

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Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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