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Fundamental-Analyse: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist eine Kennzahlen, die Ihnen bei der Fundamental-Analyse von Aktien mit recht hoher Wahrscheinlichkeit über den Weg laufen wird.

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) – eine Definition

Das KUV vergleicht ganz einfach den Marktwert (= Preis einer Aktie multipliziert mit der Zahl der Aktien) mit dem Jahresumsatz des jeweiligen Unternehmens. Und da die meisten Analysten und Investoren auf das schauen, was bei einem Unternehmen raus kommt – also auf den Gewinn -,  versuchen einige Unternehmen, diesen attraktiver erscheinen zu lassen.

Das ist der Grund, warum wir uns auch die Umsätze ansehen, denn es besteht die Chance, dass das eine aussagekräftigere (weniger manipulierte) Zahl ist.

Beispielsweise liegt der Marktwert des fiktiven Unternehmens „XYZ“ bei 100 Milliarden US-$, während die Umsätze von diesem Unternehmen bei 80 Milliarden US-$ liegen. Also hat die Firma XYZ ein KUV von 1,25.

KUV von 1,25: Was bedeutet das?

Nun, historisch gesehen sind Aktien durchschnittlich mit einem KUV von knapp unter 1 gehandelt worden (0,9). Als Faustregel gilt: Ein KUV von 1,0 ist ein fairer Wert. Daher ist die Beispiel-Aktie im historischen Vergleich teuer. Zwar nicht besonders viel, aber immerhin liegt das KUV über dem fairen Wert.

Wie man die Zahlen auch hin- und herwendet: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist ein wertvoller Indikator. Eigentlich ist das überhaupt nicht überraschend. Wenn Sie Aktien zu einem billigen Preis erstehen, machen Sie nach dieser Formel einen besseren Deal, als wenn Sie Aktien zu einem teuren Preis kaufen.

Besonders wenn Sie den S&P 500 Index kaufen und das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei unter 0,9 liegt, gibt uns die Geschichte (= Daten der letzten 50 Jahre) einen Hinweis darauf, dass Sie in fünf Jahren einen Gewinn von 81 % eingefahren haben. Das ergibt einen Gewinn von 12,6% pro Jahr. Wie auch immer, wenn Sie kaufen, wenn das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei über 0,9 liegt, läge Ihr durchschnittlicher Jahresgewinn nach fünf Jahren bei 4,7 %.

Wenn man es aus einer anderen Perspektive betrachtet, wären Ihre Gewinne fast 50 % besser, wenn Sie billig eingestiegen wären, anstatt der „buy and hold“-Strategie zu folgen. Und Ihre Gewinne wären fast 50 % schlechter, wenn Sie teuer eingestiegen wären.

Eine einfache Faustregel

Ein fairer Wert für ein Unternehmen ist ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1. Das ist ein weiterer grober Maßstab dafür, ob Sie zuviel oder zuwenig zahlen. Dieses Verhältnis finden Sie ganz einfach: Es ist bei Finanzportalen oft  für jede einzelne Aktie aufgelistet.

Ich sage nicht, dass Sie alle Aktien, die zu einem Kurs-Umsatz-Verhältnis über 1 gehandelt werden, meiden sollten. Was ich sagen möchte: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist leicht zu verstehen. Es ist leicht zu finden. Und es ist ein einfacher Messwert – für den Sie kein Bilanzexperte sein müssen -, um herauszufinden, ob ein bestimmtes Unternehmen dramatisch überbewertet ist.

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Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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