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Wie sollte ein Trading-Tagebuch aussehen?

Ich möchte mich heute nicht über den neuen „Bailout“ der EU auslassen. Wohin das führen wird, habe ich hier schon oft genug und deutlich genug geschildert. Wer jedoch ein wenig zum Thema Banken & Bailout lesen will, kann sich ja den folgenden Link ansehen.

Viel lieber möchte ich an dieser Stelle heute auf eine Leserfrage eingehen, welche ich letzte Woche erhielt.

Wie sollte ein Trading-Tagebuch aussehen?

 

Ich denke, für ein Trading-Tagebuch gibt es kein „Patentrezept“. Die Frage, wie Ihr Trading-Tagebuch aussehen sollte, können Sie sich am besten selbst beantworten (oder ein wenig experimentieren, um die für Sie sinnvollste Form zu finden). Hierbei sollten Sie natürlich die erklärten Ziele solch eines Tagebuchs betrachten:

Ein Trading-Tagebuch soll Ihnen helfen, Ihren Anlage- und Tradingprozess für Sie sichtbar zu machen und zeitlich zu sichern, so dass Sie auch ein paar Tage später noch genau wissen, was an einem Tag war. Erst unter dieser Voraussetzungen können Sie nachhaltig Ihre Entscheidungen und Auswahlkriterien hinterfragen, überprüfen und letztlich Stück für Stück verbessern.

In einem Trading-Tagebuch sollte daher auf jeden Fall enthalten sein, was an einem Tag Ihrer Meinung nach gut lief und was schlecht. Dazu gehören z.B. Fragen wie:

  • Wo habe ich richtig reagiert? Wo habe ich falsch reagiert? Was habe ich falsch gemacht?
  • Wurden Fehler dadurch verursacht, dass mir Dinge aus dem Alltag nicht aus dem Kopf gingen? Hätte ich vielleicht unter den Umständen gar nicht traden sollen?
  • Bin ich meinen Regeln treu geblieben?
  • Wenn nein, was hat mich dazu geführt, von ihnen abzuweichen?
  • Was hat mir der heutige Tag hinsichtlich Trading gebracht? Was habe ich gelernt?
  • Welche Techniken haben heute gut funktioniert, welche nicht?
  • Hat der heutige Tag gezeigt, dass meine bisherige Trading-Technik noch Lücken hat?
  • Gab es heute Überraschungen, die mich völlig unvorbereitet „kalt erwischten“?
  • Wenn ja, wie kam es dazu? Hätte ich das vermeiden können durch genauere Analyse oder durch die Nutzung weiterer Instrumente? Muss ich meine Methode noch verfeinern?
  • Habe ich in meiner Analyse bzw. Trade-Auswahl Fehler gemacht?
  • Habe ich mein Money-Management fehlerfrei umgesetzt?
  • Was kann ich morgen besser machen?

Dies sind natürlich nur einige Beispiele. Ich selbst führe ein solches Tagebuch wahrscheinlich anders, als manch ein tradender Bekannter von mir (und dieser wohl wieder anders als seine Bekannten).

Letztlich wichtig ist in meinen Augen nur, dass Sie eine für Sie nützliche Form finden, welche Ihnen eine effektive Arbeitsweise und ein gutes Erreichen der Ziele, die ein solches Tagebuch haben sollte, ermöglicht.

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Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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Alte Kommentare
  • Ellen N schrieb am 30.11.2010, 00:30 Uhr

    Betrifft: Tradingtagebuch Immer wieder wird auf das Tradingtagebuch hingewiesen. Ich weiß nicht, wie ich das nutzen soll. Es gibt Trades da habe ich eine Idee + die laufen gut. Es gibt Trades, da habe ich die gleiche Idee die laufen schlecht. Aber wie soll ich jetzt wissen, warum der eine gut und der andere schlecht gelaufen ist. Ich kann es nicht herausfinden. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn sie mir da weiterhelfen könnten.