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Wie Sie Sentiment-Daten auswerten können

Wie gestern angekündigt werde ich mich heute etwas mit dem Thema „Sentiment“ befassen. Klären wir doch aber zunächst einmal, was man an der Börse überhaupt unter „Sentiment“ versteht.

Das ARD-Börsenlexikon z.B. definiert „Sentiment“ wie folgt:

Der Begriff Sentiment (engl./franz. Empfindung, Gefühl, Stimmung) wird an der Börse allgemein für die Marktstimmung verwendet. Sentimentanalysten versuchen diese über Anlegerbefragungen oder Marktstatistiken zu messen. Die daraus gewonnenen Stimmungsindikatoren sollen Aufschluss über den weiteren Kursverlauf von Indizes oder Einzelwerten geben.

Was dieses kurze Statement jedoch nicht erklärt ist, wie dies im Detail funktioniert.

 

Der Hintergedanke zu Sentiment-Analysen

Im Prinzip ist die Logik, welche hinter Sentiment-Gedanken an der Börse steckt, relativ einfach. Hinter so gut wie allen Ansätzen steckt in der Regel die Idee, dass die Masse der Teilnehmer falsch liegt. Betrachten wir ein Beispiel:

Wir alle wissen, dass Preise sich bedingt durch Angebot und Nachfrage bewegen. Angenommen, wir haben eine Aktie XY und versuchen zu dieser Aktie das Sentiment zu bestimmen, so stellt sich neben der Frage, wie dies am besten geschieht, auch die Frage, wie diese Ergebnisse interpretiert werden sollten.

Sagen wir, das Ergebnis sehe wie folgt aus:

80% der befragten Anleger sind bullisch; 20% der befragten Anleger sind bearisch

Würden Sie diese Aktie kaufen? Ich wahrscheinlich nicht. Wenn wir annehmen, dass die Sentiment-Ermittlungsmethode einigermaßen vernünftig bzw. repräsentativ ist, dann sind 80% der Anleger bullisch und haben höchstwahrscheinlich diese Aktie bereits im Portfolio. Die Chance, dass das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sich Richtung fallender Preise neigt, ist also sehr hoch.

Natürlich können Sentiment-Daten nur ein Baustein eines Handelsansatzes sein, welcher zur zusätzlichen Bestätigung von Trading- bzw. Investmententscheidungen genutzt werden sollte. Alleine nach Sentiment zu handeln, halte ich für sehr risikoreich, da nicht alle Sentiment-Analysen wirklich vernünftig sind bzw. nicht immer viel Aussagekraft haben.

Bevor ich Ihnen ein paar Methoden und Tricks vorstelle, welche ich für sehr sinnvoll bei Sentiment-Auswertungen halte, würde ich aber gerne von Ihnen wissen, wie Sie es mit dieser Thematik halten?

Das Feld der Sentiment-Analyse ist sehr weit und sicherlich dürften bei einer größeren Leserschaft wie hier bei Investoren Wissen eine Reihe von interessanten zusätzlichen Ideen und Ansätzen herauskommen.

 

 

 

 

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Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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