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Was machen eigentlich Market Maker?

Der Derivatehandel umfasst mittlerweile mehrere Hunderttausend Produkte. Meist erfolgtdie Auswahl des passenden Produkts anhand der Renditeerwartung im Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Ist die Wahl erst einmal gefallen, begibt sich der interessierte Kapitalanleger auf die Suche nach Möglichkeiten das Zertifikat zu erwerben. Genau an diesem Punkt möchte ich Ihnen einen Rat mit auf den Weg geben. Denn Gewinne werden erst dann erzielt, wenn sie auch in der Lage sind, das Zertifikat wieder zu verkaufen. Es sollten also ähnliche Überlegungen angestrengt werden, wie bei einem Autokauf.

Market Maker garantieren die Handelbarkeit

Da gibt es Hersteller und Modelle sowie Farben und Ausstattungen, die auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine höhere Akzeptanz finden und schlussendlich allein durch die höhere Nachfrage einen besseren Preis erzielen. Für Zertifikate gilt, dass die Auswahl des Emittenten beim späteren Verkauf eine entscheidende Rolle spielen kann. Denn die meisten Emittenten verfügen über ein gutes oder weniger gutes Market Making (Marktpflege), das für ausreichend Liquidität im Handel sorgt. Insbesondere in problematischen Marktphasen sorgt der Emittent als Market Maker für den Fortbestand des Handels. Dazu kauft und verkauft der Market Maker eigene Zertifikate auf eigene Rechnung.

Auch das Risiko liegt beim Market Maker. Die Marge zwischen Geldkurs und Briefkurs bzw. zwischen Kauf und Verkauf, den Spread, streicht der Market Maker als Gewinn ein. Neben der permanenten Liquidität im Markt und der Handelbarkeit verfügt dieses System auch über den Vorteil, dass ein marktgerechter Preis für die Transaktion zustande kommt.

Große Investmenthäuser fungieren als Market Maker

Zu den bedeutendsten Market Makern bei Aktien zählen die klassischen Investmenthäuser Goldman Sachs, Merrill Lynch und Morgan Stanley. Insgesamt gibt es ca. zehn bedeutende Market Maker für Aktien weltweit. Bei Zertifikaten treten hingegen in den meisten Fällen die Emittenten selbst als Market Maker auf. Denn der Emittent eines Zertifikats muss für die Zulassung an einer Börse einen Market Maker benennen. Allerdings schafft die Benennung eines Market Makers an sich noch keine weitere Sicherheit, denn es gelten keine verpflichtenden Qualitätsstandards.

Börsen verfügen über mittlerweile über Qualitätsstandards

Die Börsen schließen diese Lücke. Die Frankfurter Börse führte dazu etwa das Qualitätssegment „Scoach“ ein. Sie verpflichtet die Emittenten durch sogenannte „Quotes“ die Handelbarkeit einer Mindestanzahl zu einem Maximalpreis (Spread) zu gewährleisten. Ein ähnlicher Mechanismus ist auch bei der Stuttgarter Börse im Marktsegment „Euwax“ für Emittenten verpflichtend. Konkret bedeutet dies, dass selbst Nischen-Zertifikate mit wenig Handelsumsatz permanent über ein Mindestmaß an Liquidität verfügen.

Ergo: Sie können ihre Zertifikate in diesem Marktsegment durch die Sicherstellung des Market Makers wieder verkaufen und ihre Gewinne einfahren, wann immer Sie möchten. Grundsätzlich haben alle seriösen Emittenten Interesse daran, die Handelbarkeit ihrer Zertifikate sicherzustellen. Alles andere würde zum Schaden der Reputation führen. Ein Gut, das an den Finanzmärkten gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Deutliche Unterschiede gibt es hingegen bei den Handelszeiten und dem Quotierungsintervall, also dem Zeitabstand zwischen der Aktualisierung der Kurse.

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Über den Autor Investor Verlag

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