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Warum wir eine Depression begrüssen

Der Dow Jones gab in jüngster Vergangenheit stark nach. Chevron, Apple und Goldman Sachs führten die Verliererliste an…

Die Presse macht China, Nordkorea, den Ölpreisverfall und „geopolitische Sorgen“ dafür verantwortlich.

In der ersten Handelswoche verlor der Dow Jones mehr als sechs Prozen an Wert. Mal sehen, wie es weitergehen wird.

Wir glauben, dass ein 50 Prozent Verlust vor der Tür steht. Also, wenn es in dem Tempo weiter nach unten geht, könnten wir bereits im Mai oder Juni bei den besagten 50 Prozent Minus angekommen sein. Oder noch früher.

Sich ein genaues Bild von der Sache machen

Manche Leser werfen uns häufig vor, alles zu „negativ“ oder „deprimierend“ zu sehen.

Gestern hat man uns sogar beschuldigt, ein Feuer der Angst und des Schreckens zu schüren, um Börsendienste zu verkaufen. Das bestreiten wir. Mit Angst verkauft man keine Finanzdienstleistungen.

Fragen Sie einfach Goldman. Die Wall Street verkauft Gier, keine Angst. Die Wall Street verspricht Gewinne, keine Verluste. Die Wall Street bietet Träume voller Reichtum, nicht Albträume voller Armut.

Außerdem ist es ja nun mal so, dass man angesichts eines Kurssturzes vorher Liquidität aufbaut. Dazu braucht man wirklich keinen teuren Börsendienst.

Wir hier im Newsletter-Tagebuch handeln weder mit Angst, noch mit Gier. Unsere einzige Aufgabe ist es, schwach, demütig und unsicher uns ein Bild vom großen Ganzen zu machen.

Selbstverständlich geht es um viele Punkte, die eine Rolle spielen … und sie sind überall. Wie im Rorschach-Test riskieren auch wir, nur das zu sehen, was wir sehen wollen.

Aber Sie sehen nichts, wenn Sie nicht die Mühe machen, überhaupt Ausschau zu halten. Also, schielen wir … wir belasten unsere Augen. Und was sehen wir?

Ein Hoch, ein Top!

Und was sehen wir dann?

Einen übergeordneten, säkularen Abschwung, wenn Aktien fallen oder sich nicht von der Stelle bewegen werden in den nächsten 10 Jahren. Wenn wir Recht haben, werden viele Vermögen, Jobs, Reputationen und Glücksbringer verschwinden. Bankrotte, Depressionen, Turbulenzen, eine Deflation – das werden wir wahrscheinlich sehen, vielleicht, vielleicht auch nur ein wenig von all dem.

Viele liebe Leser finden dies nicht wirklich attraktiv; und sie misstrauen unseren Motiven. Sie scheinen zu glauben, dass wir aufgrund der Wolken am Horizont am liebsten möchten, dass es sofort zu regnen anfängt.

Aber warten Sie … Sie haben Recht. Das ist das Muster, nach dem wir schon immer gesucht haben!

Diese ausgetrocknete Erde braucht etwas Nasses zum einweichen … und eine gesunde Wäsche eben. Aber wenn die Leser denken, dies ist „negativ“, sind sie insofern selbst dafür verantwortlich, nicht wir.

Sie werden auf das berühmte halbleere Glas sehen; wir sehen wir nur den Teil, der voll mit einen St. Emilion Grand Cru 2006 ist.

Schulden und Effekthascherei

Sehen wir es mal positiv… Wenn wir Recht haben, werden Sie in zehn Jahren viel mehr für Ihr Geld am Aktienmarkt erhalten. Nicht nur das, sondern auch ein großer Teil der Schulden und Effekthascherei, die jetzt das System würgen, sind dann weggespült.

Greenspan, Bernanke und Yellen werden schließlich als die Gauner und Amateur-Künstler erachtet werden, die sie ja auch wirklich sind.

Unternehmen, die schon im Jahr 2008 hätten bankrott gehen sollen, werden nun endlich an der Wand sein. Und die Spekulanten, Bankiers und Schwindler, die in der letzten Krise eigentlich schon in die Knie gehen sollten, werden dann auch verschwunden sein.

Ja, einige Investoren werden den Schmerz fühlen. Die Wirtschaft wird leiden. Sie wird von bitteren Schicksalsschlägen und unerhörtem Unglück getroffen werden…

… aber am Ende in einem viel besseren Zustand sein

Man sollte sich vor einer Korrektur am Aktienmarkt nicht fürchten. Es ist etwas, worauf man sich freuen sollte…wie auf den Klempner, der gekommen ist, um Ihre Badkanalisation in Ordnung zu bringen.

Es kann zwar zunächst etwas schmutzig werden; aber die Erleichterung ist groß, wenn Sie am Ende die Toilette wieder benutzen können.

Neulich sahen wir eine Schlagzeile von unseren Kollegen von CaseyResearch. Darin wurde empfohlen, Short in US-Aktien zu gehen. Das heisst, auf fallende Kurse zu setzen.

Wahrscheinlich wird sich das als guter Rat erweisen. Aber dazu bedarf es eines hohen Maßes an Vertrauen, das wir nicht haben. Es genügt uns, einfach dem Markt fernzubleiben.

Cash Is (Still) King

Wohin also mit dem Geld? Cash, liebe Leser … Cash. Es braucht keine andere Finanzdienstleistung. Cash is king. Und das wird so lange der Fall sein, bis wir zum nächsten Wendepunkt kommen.

Denken Sie über folgende Punkte nach.

Die Fed hat leicht zugängliches billiges Kreditgeld zumindest in den letzten 20 Jahren begünstigt – sie hat die Zinsen angesichts kleinster Anzeichen von Not schnell gesenkt und sie tat selbst dann nichts, als es Zeit war, die Zinsen wieder zu erhöhen.

Jedes Mal, wenn eine Kreditkontraktion beginnt, reagiert die Fed mit noch geringeren kurzfristigen Zinsen. Und jedes Mal, wenn der Preis für Kredite fällt … schafft sie damit eine andere Blase.

Der Nasdaq-Blase in den späten 1990er Jahren … die Immobilienblase, das Enstehen der Studentenkreditblase, Blasen bei Unternehmensanleihen, Staatsanleihen … und bei einer kleinen Gruppe von auserwählten Technologie-Aktien, die die US-Börsenindizes auf selten gefährliche Höhen hochgezogen haben.

Und nun stellt sich die Fed vor, dass es möglich ist, wieder in die Normalität zurückzukehren?! Was sehen wir jetzt?

Wie wir bereits jüngst berichteten, schauen wir sehr genau auf das vom Nobelpreisträger entwickelte Shiller-KGV, Cape-Ratio.

Und mit Blick auf dieses Verhältnis war der Markt, genauer gesagt  der S&P500, nur drei Mal in den letzten 135 Jahren teurer: im Jahre 1929, 2000 und 2007.

In allen drei Fällen kam es zu dramatischen Kursstürzen. Für Aufregung ist also gesorgt …

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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