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Warum die Aktien wirklich fallen

Der Dow schoss am Dienstag im Vormittagshandel nach oben und fiel am Nachmittag. Kein gutes Zeichen.

Wir müssen heut vorsichtig sein, damit wir nicht zu kontrovers schreiben. Sonst werden wir nicht in der Lage sein, mit der Vielzahl an Leserbriefen zurecht zu kommen.

Es zählt, was andere Menschen denken. Menschen regen sich – auch mörderisch – über Ideen und Mythen auf, nicht über die Realität.

Katholiken, Protestanten, Schiiten, Sunniten, Demokraten, Republikaner, Landrechte im Westen … gefangene US-Soldaten … rassistische Beleidigungen … die Herrenrasse … Terrorismus … globale Erwärmung – es gibt keine noch so falsche Idee, als das sie nicht die Ursache eines Regierungsprogramms oder eines Massakers sein kann.

Gedanken – wie Viren – dringen in die Gehirne von Menschen ein und übernehmen die Kontrolle über sie.

Dann versuchen die Menschen die Welt um sie herum zu verbessern. Sie agieren dabei, als ob sie wissten, was sie tun. Sie besteuern, sie töten, sie streiten, foltern, demonstrieren, beschlagnahmen öffentliche Flächen, schreiben Briefe an die Redaktion und rufen bei Rush Limbaugh an.

Wohltätige Zwecke

Der Anlass dafür ist immer „ehrenwert“, natürlich. Und es gibt dann immer Leute, die „schuldig“ sind… das sind Leute, die einer besseren Welt im Weg stehen.

Sie müssen gezwungen werden, Sicherheitsgurte anzulegen und eine Krankenversicherung abzuschließen – natürlich alles nur  zur Ihrem Besten.

Die Johnny Rebs dieser Welt müssen in der Union gehalten werden. Die Einkommen sollten gleicher und gerechter sein. Der Handel sollte fair sein. Hey, was ist mit der Unabhängigkeitserklärung? Und vergessen Sie nicht, das Heilige Land zu befreien!

Sie bekommen genau das, was sie denken – egal wie absurd es auch immer sein mag. Und dann kommt es zum Realitätscheck, und Sie bekommen etwas ganz anderes, oft das genaue Gegenteil dessen, was Sie wollten.

Der Realität ist es egal, was Sie denken. Gedanken spielen da kaum eine Rolle. Realität geschieht, ob Sie es wollen oder nicht. Niemand beschimpft den Metereologen, wenn die Temperatur fällt; jeder weiß, es ist nicht seine Schuld.

Die Sonne scheint. Wir werden alt und sterben. Drei Asse schlagen zwei Paare.

Also, was sind die Märkte? Mythos? Oder Realität?

Antwort: Sie sind beides.

Auf kurze Sicht sind sie Mythen-Gläubige. Wenn jeder glaubt, die Wirtschaft sei gesund und die Preise werden steigen, dann werden sie wahrscheinlich zumindest für eine Weile steigen …

Aber auf lange Sicht stellt sich immer die Realität ein. Egal, wie viele Leute was erwarten. Und es ist auch unbeachtlich, wie viele Leute wollen, dass die Preise in die Höhe gehen. Ab einem gewissen Punkt werden sie nach unten gehen.

Alles Wunschdenken der Welt vermag es nicht, Schulden aus der Welt zu schaffen, Gewinne zu generieren , oder die Märkte davon abhalten, nach oben oder unten zu gehen. Die Wahrheit setzt sich letztlich immer über Wahnvorstellungen, Mythen und Gruppendenken hinweg.

Armut, Elend und Quasi-Sklaverei

Denken Sie zurück an alle Versuche des 20. Jahrhunderts mit dem Sozialismus und zentraler Planung; Russland, China und Venezuela kommen einem da gleich in den Sinn.

Entstanden damals Arbeiterparadiese so, wie es den Proleten versprochen wurde? Wurden da die erwarteten rationalen, produktiven und fairen Volkswirtschaften geschaffen?

Nein! Sie führten zu Armut, Elend und Quasi-Sklaverei für Millionen von Menschen.

Der Mythos des „Terrorismus“ ist aktuell sowohl überraschend wie auch beunruhigend.

Es geht dabei nicht darum, zu verneinen, dass es Terroristen aus Fleisch und Blut überhaupt gibt. Aber sie sind kaum eine ernsthafte Bedrohung für die USA oder das amerikanische Vok.

Und die „Jagd nach Terroristen“ macht die Welt nicht sicherer … wie die Invasion im Irak ja im höchsten Maße bewiesen hat.

Aber die Macht des Mythos ist so stark, dass jeder Präsidentschaftskandidat der Republikaner glaubt, dadurch ins Weiße Haus zu kommen.

Die Politiker reiten den Mythos; dann reitet der Mythos wiederum sie.

Das Investment in einen Mythos kann die gleichen perversen Ergebnisse bringen. Investoren gingen nach dem Jahr 2009 wie wild in den Aktienmarkt, weil sie einem starken Mythos erlagen: Die Fed hatte „den Tag gerettet.“ Bernanke war ein Held. Wir waren auf dem Weg der Besserung.

Je weiter sich dieser Glaube verbreitete, desto mehr stiegen die Aktien … was den Mythos ja zunächst wahr werden liess.

Aber je höher der Aktienmarkt stieg … und je mehr sich die Schulden erhöhten … desto stärker wackelte und taumelte der ganze Kram.

Und nun bekommen die Investoren genau das, was sie am wenigsten haben wollen:

einen tiefen und langen Bärenmarkt.

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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