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Vietnam: Viel weniger China-Sorgen als Anleger denken

Kurseinbrüche gibt es in 2016 nicht nur am deutschen Aktienmarkt.

Auch an den asiatischen Börsen kracht es gewaltig aufgrund der Sorgen vor einem Hard Landing in China.

Der japanische Leitindex Nikkei 225 hat im laufenden Jahr über – 15 % an Wert verloren. Der seit 2013 laufende Bullenmarkt in Japan ist damit endgültig vorbei.

In Südostasien befinden sich viele Börsen ebenfalls in Bärenmärkten. Darauf werde ich in den kommenden Ausgaben genauer eingehen.

Aber der vietnamesische Aktienmarkt kann sich in 2016 gut behaupten. Denn wie ich Ihnen in den vergangenen Ausgaben beschrieb, schneidet Vietnam bei der Analyse der 5 Faktoren China, Öl, Rohstoffe, politische Stabilität und Börsenbewertungen sehr gut ab.

Heute will ich näher auf China eingehen. Natürlich wird sich Vietnam einer Krise im Nachbarland nicht völlig entziehen können. Doch dies wird weniger mit der realen Wirtschaftsentwicklung in dem Tigerstaat als mit der falschen Wahrnehmung der schlecht informierten internationalen Anleger zu tun haben.

Der Anteil der China-Exporte am vietnamesischen BIP macht lediglich rund 8% aus. Das ist eine völlig andere Liga wie wir bei Rohstoff-Exporteuren sehen – wie z.B. Australien aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Die leiden gewaltig unter den Wachstumsproblemen der chinesischen Volkswirtschaft.

In Vietnam sieht die Situation anders aus. Dies wurde mir bei meinen persönlichen Gesprächen mit vietnamesischen Investmentbankern im Dezember in Saigon erneut klar. Dort schaut man natürlich nach China, ist aber wesentlich weniger besorgt als die schlecht informierten westlichen Anleger. Denn es gibt andere Faktoren, die sehr positiv sind.

Vietnam – Kein Domino-Stein in der China-Krise

China – die Sorgen über die dortige Wirtschaftsentwicklungen und einem möglichen Hard Landing liegen wie dunkle Sturmwolken über den asiatischen Börsen. Doch wie so oft, scheren die schlecht informierten westlichen Anleger alles über einen Kamm.

So kann Vietnam mögliche China-Probleme wesentlich besser kompensieren als klassische Exportländer wie Japan und Südkorea oder Rohstoffländer wie Australien.

Denn in Vietnam passiert seit Monaten viel Positives auf vielen verschiedenen Ebenen. So steigen die ausländischen Dirketinvestitionen in die vietnamesische Wirtschaft immer weiter an. In 2015 flossen rund 23 Mrd. USD nach Vietnam. Das ist ein satter Anstieg von 12,5 % gegenüber 2014.

Ein positiver Impuls, der sich auch in 2016 und darüber hinaus bemerkbar machen wird: Die vietnamesische Regierung hat die Vergabe von Projekten mit ausländischen Beteiligungen endlich vereinfacht und gelockert.

Das Ergebnis konnte man sofort spüren: Insgesamt 2.013 Projekte mit rund 16 Mrd. USD an ausländischem Kapital wurden genehmigt. Das ist ein Anstieg der Projekte um 26,8% gegenüber 2014!

Für 2016 rechnet das vietnamesische Statistik-Büro mit weiter steigenden Auslands-Investitionen. Denn nun startet das gigantische Wirtschaftsbündnis Trans Pacific Partnership und das Freihandelsabkommen mit der EU.

Diese ausländischen Investitionen haben mit China nichts zu tun und können negative Effekte aus dem Nachbarland für die vietnamesische Wirtschaft abfedern.

Dazu kommt die gelockerte Kredit-Politik der Regierung in Hanoi. Dadurch wird der Binnenmarkt, vor allem der wichtige Immobiliensektor, wieder stimuliert. Zudem hat man die Regularien für Immobilienkäufe von Ausländern gelockert, was den vietnamesischen Immobilienmarkt ebenfalls belebt.

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Über den Autor Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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