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US-Geldpolitik: In nächster Zeit kein Zinsschritt

Die mit wie immer mit großer Spannung vom Markt erwartete US-Notenbanksitzung brachte diesmal – nichts.

Die Federal Reserve entschied sich nämlich fürs Nichtstun und Abwarten. Inflation? Wird nicht mehr weiter erwähnt. Internationale Risiken? Kein Thema mehr.

Was heißt das nun? Unter dem Strich erst einmal gar nichts. Wird Inflation nicht mehr thematisiert, steht auch kein Zinsschritt bevor. Werden die Risiken nicht mehr thematisiert, ist ein solcher aber auch nicht für alle Ewigkeit vom Tisch.

Also im Prinzip genau das, was wir in den letzten Monaten von der Zentralbank auch schon gesehen haben: abwarten, beobachten und Finger weg von der Zinsschraube. Ein weiterer Zinsschritt wäre angesichts des ohnehin extrem schwachen Wachstums für die US-Wirtschaft auch kaum zu verkraften.

Normalerweise bereitet die Notenbank den Markt von langer Hand auf eine Veränderung der Geldpolitik vor. Da dies nun (weiterhin) ausgeblieben ist, sind in naher Zukunft keine Zinsschritte zu erwarten. Obwohl die Inflation in den USA angesprungen ist, wird dies im Notenbankbericht gekonnt unter den Teppich gekehrt. D

ie nächste Notenbanksitzung findet erst im Juni statt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung zu diesem Termin beziffert der Markt derzeit mit nur 21 Prozent. Unmittelbar im Umfeld der Sitzung findet das britische Referendum über einen möglichen EU-Austritt statt, was Turbulenzen für die Finanzmärkte bringen kann.

Wohl auch deshalb wird sich die US-Notenbank vor diesem Termin mit Zinsschritten zurückhalten.

Zusätzlich dürften die heute Nachmittag veröffentlichten Daten zum US-Wachstum im ersten Quartal 2016 für Ernüchterung sorgen. Dieses dürfte weiter gefallen sein und bestenfalls noch eine Null an erster Stelle haben.

Das Gerede diverser US-Notenbankmitglieder von 2 bis vier Zinsschritten in diesem Jahr ist bestenfalls Wunschdenken, das überschäumenden Wachstumsfantasien entspringt. Die Realität sieht leider viel ernüchternder aus. Wo künftiges US-Wachstum herkommen soll, welches weitere Zinsschritte erlaubt, erschließt sich mir im Moment nicht.

Die Börsen werden daher zwischen dem positiven Umstand weiterhin eher niedriger US-Zinsen und dem negativen Fakt eines sehr geringen Wachstums schwanken. Umso mehr kommt es auf die Auswahl der richtigen Aktien an, die selbst in diesem schwachen Marktumfeld noch gute Gewinnaussichten haben.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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