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US-Arbeitsmarkt schwächelt weiter

In Bezug auf eine mögliche Zinsanhebung im Juni seitens der US-Notenbank bleibt eine engmaschige Beobachtung der US-Konjunkturdaten Pflicht.

Insbesondere die der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, da diese regelmäßig und in kurzen Abständen veröffentlicht werden und eine recht enge Korrelation zur konjunkturellen Entwicklung aufweisen.

In den vergangenen Wochen war die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sprunghaft angestiegen, was starke Irritationen über den (zu straffen) geldpolitischen Kurs der Notenbank sowie den Zustand der US-Wirtschaft auslöste. In der Vorwoche erreichten diese mit 294.000 den höchsten Stand seit über einem Jahr.

Doch bekanntlich ist der Indikator stets sehr volatil. Die gestern gemeldeten Daten signalisieren dagegen leichte Entspannung, da die Erstanträge auf 278.000 gesunken sind. Für eine Entwarnung ist es dennoch zu früh.

Zum einen wurden die Erwartungen von 274.000 im negativen Sinne übertroffen. Zum anderen notiert der wichtigere 4-Wochen-Durchschnitt nunmehr bei 275.750 – und damit um 7.500 höher. Ab 290.000 wird es gefährlich. Dann liegt eine Trendwende zum Negativen am US-Arbeitsmarkt in der Luft.

US-Leitbörse wegen möglicher Zinsanhebung im Juni korrekturanfällig

Die Besorgnis des Aktienmarktes besteht nun offenbar darin, dass die US-Notenbank ihren Fokus zu sehr auf die Bekämpfung der aktuell recht deutlich angesprungenen Inflation legt, während sie ein mögliches Abwürgen der US-Konjunktur durch zu drastische Zinsschritte überseiht oder gar billigend in Kauf nimmt.

Zumindest steht der US-Aktienmarkt seit mehreren Wochen  unter Druck. Dies verstärkte sich vor allem, seitdem mehrere US-Notenbankmitglieder zuletzt den Markt auf eine mögliche Zinsanhebung bereits im Juni vorbereiteten. Deren Wahrscheinlichkeit hatten die Märkte zuletzt nur im unteren einstelligen Prozentbereich gesehen.

Sie dürfte jetzt deutlich höher liegen. Jedoch hatte die US-Notenbank auch gestern wieder die Möglichkeit eines nächsten Zinsschrittes an die Beschleunigung des US-Wachstums im zweiten Quartal geknüpft. Danach sieht es den jüngsten Daten zufolge (Empire State, Erstanträge, Philly Fed alle unter Erwartungen) aber nicht unbedingt aus.

S&P 500 Tageschart

S&P500

Das kann sich je nach Datenlage aber morgen schon wieder ändern. Der US-Aktienmarkt ist zuletzt extrem wankelmütig und Nachrichten getrieben, was die Notenbank mit ihrem Zickzack-Kurs noch deutlich verstärkt hat. An 21 der letzten 30 Handelstage änderte der Dow Jones zuletzt die Richtung – völlig krank!

Und wahrscheinlich Vorbote für eine bevorstehende, echte Korrektur (die letzten Wochen waren nur Vorgeplänkel). Aktionäre dürften über den Sommer hinweg also nicht sehr glücklich werden (es sei denn, sie greifen nach einer Sommerkorrektur günstig und beherzt zu). Die jüngste „Inflations-Verhinderungs-Panik“ der US-Notenbank sollte aber zumindest den Edelmetallen helfen.

Selbst wenn der US-Dollar temporär stärker werden sollte. Immerhin ist Inflation das stärkste Argument für Gold. Und noch dazu eines, welches in den letzten Jahren aufgrund des Rohstoffcrashs nur selten zum Tragen kam.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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