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Über die Strippenzieher hinter den ultra-niedrig Zinsen der Fed

Poitou, Frankreich – Ich bin dahin zurückgekehrt, wo das Abenteuer vor 20 Jahren begann.

Kurz vor Weihnachten fuhr ich zu der kleinen Bahnstation in Montmorillon, im Westen Frankreichs. Es war dunkel. Ich war alleine auf dem Bahnsteig. Schließlich kam der schnittige, neue Zug an.

Eine Handvoll Passagiere stieg aus, einschließlich einer Tochter und eines Sohnes, die gerade aus Kalifornien eingetroffen waren.

Und es sollten noch mehr kommen – zwei weitere Söhne, eine Freundin, ein weiterer Freund und eine Nichte mit ihrem Freund.

„Es ist schön, wieder hier zu sein“, sagte eines meiner Kinder (nun 29 Jahre alt), als wir den Bahnstieg verließen. „Ja, fast wie nach Hause kommen“, sagte das andere (25 Jahre alt), als ich dachte, einen ironischen Unterton heraus zu hören.

„Hier“ ist der Ort, an den wir vor 20 Jahren kamen, mit fünf kleinen Kindern.

Ein altes Chateau in der Nähe einer Ruine. Ich hatte es mir zum Projekt gemacht, es aufzumöbeln. Nun sind die Kinder groß und das Chateau in einer guten Verfassung. Ich bin es wohl, der jetzt baufällig ist.

Hosiannas und Anerkennung

Aber ich will hier nicht über mich diskutieren…

Es geht nicht um mich, verehrte Leser. Es geht um Sie… und die Welt, in der Sie leben.

Dieser Welt ist eröffnet worden, dass fortan die US-Leitzinsen über Null liegen werden. Von überall auf dem Planeten hört man die Hosiannas und die Anerkennung.

Einige Kommentatoren gratulierten der Yellen-Fed zu ihrer sorgsamen Führung… andere applaudierten der Stärker der amerikanischen Wirtschaft, die eine „Rückkehr zur Normalität“ erlaubte.

Doch einige ärgerten sich auch…

Vielleicht ist es zu früh, mögen sie denken. Was ist, wenn es der Wirtschaft nicht gelingt, eine „Fluchtgeschwindigkeit“ zu erreichen?

Und was ist, wenn die Fed – so wie es so vielen anderen Zentralbanken überall auf der Welt ergangen ist – den Rückzug antreten muss?

Die ersten paar Handelsstunden nach dem Schritt der Fed schien dessen Weisheit zu bestätigen: die amerikanischen Aktien wurden höher gehandelt.

Doch im Verlauf der nächsten zwei Tage hat der Dow mehr als 600 Punkte verloren. Jetzt scheint er wieder Fuß zu fassen.

Die Zinserhöhung um ein Viertel eines Prozentpunktes ist lächerlich. Doch vermutlich signalisiert das ein neues Regime – eine sich erholende Wirtschaft, die es sich leisten kann, Zinsen zu zahlen, die mehr mit der realen Welt zu tun haben.

Ich würde hier nie behaupten zu wissen, was wahr ist … was richtig ist… oder was die Zukunft bringen wird. Das Beste, was ich tun kann, ist zu versuchen, Störungen wahrzunehmen. Aber nur die großen. Wir müssen nicht die Details beachten.

Hier sehen wir, in Lebensgröße, George Armstrong Custer, der zum Little Big Horn reitet. Wir sehen die Titanic, die zum Hafen von Southampton aufbricht. Wir sehen Lenin auf dem Weg zurück nach Russland…. Napoleon zurück nach Frankreich… und ein weiterer Bush oder Clinton auf dem Weg zurück ins Weiße Haus…

Zunächst verdient die Fed keine Belobigung…

Sie hatte nie das, was der ehemalige Fed-Vorsitzende Ben Bernanke „Mut zum Handeln“ nannte.

Stattdessen sind sie angesichts einer Marktkorrektur in Panik verfallen.

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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